Pfusch bei Klage - ÖGB erhält für Bawag-Pleite keinen Schadenersatz

"Oberösterreichische Nachrichten", Ausgabe vom 31. August

Linz (OTS) - WIEN. Der ÖGB hat den Schadenersatzprozess gegen
Fritz Verzetnitsch, Günter Weninger, Helmut Elsner und fünf Bawag-Vorstände verloren.
Während Donnerstag die Bawag wieder bessere Geschäftszahlen feiern durfte, ahnte der ÖGB noch nichts von der Katastrophe, die da im Postfach seiner Anwältin Gerda Kostelka lag: Das Urteil des Handelsgerichtes Wien im Schadenersatzprozess, den der ÖGB gegen die Bawag-Vorstände Helmut Elsner, Johann Zwettler, Hubert Kreuch, Josef Schwarzecker, Christian Büttner und Peter Nakowitz sowie gegen EX-ÖGB-Finanzchef Günter Weninger und Ex-ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch eingebracht hatte.
Das Urteil das der dreiköpfige Richtersenat des Handelsgerichtes Wien in nicht öffentlicher Sitzung getroffen hat, ist für den Gewerkschaftsbund und seine Anwältin vernichtend: Die Klage wird abgewiesen. Statt sich von Verzetnitsch, Weninger und den Bawag-Vorständen Schadenersatz zu holen, muss der ÖGB den Beklagten nun auch noch insgesamt 1,3 Millionen Euro an Prozesskosten ersetzen. Dies geht aus dem 45seitigen Urteil ,  das den OÖNachrichten vorliegt, hervor. Jeder der Beklagten darf sich über einen Betrag zwischen 143.000 und 220.500 Euro freuen, die ihm der ÖGB überweisen muss. Dazu kommen für den ÖGB noch die eigenen Kosten.
Anwältin Kostelka hatte in ihrer Klage, die sie namens des ÖGB, der Gewerkschaftliche Solidarität Privatstiftung, der ÖGB-Vermögensverwaltung, der ÖGB-Beteiligungsgesellschaft und der Anteilsverwaltung BAWAG PSK eingebracht hatte, argumentiert, die acht Beklagten hätten durch ihr Handeln dem ÖGB exorbitant hohen Schaden zugefügt.
Inhaltlich geht der Richtersenat auf die Vorgänge nicht ein. Dazu wäre, so das Urteil ein umfangreiches Beweisverfahren nötig gewesen. Zudem hätte man auch die Urteile im laufenden Strafprozess um die Karibikspekulationen aber auch die weiteren Strafprozesse abwarten müssen.

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