• 30.08.2007, 10:37:06
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Mölzer: Keine voreilige Öffnung des heimischen Arbeitsmarktes für neue EU-Länder

ÖGB mutiert zum Erfüllungsgehilfen von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung

Wien (OTS) - Offenbar sei die Gewerkschaft zum Erfüllungsgehilfen
von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung mutiert, sagte
heute der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer zu Aussagen von
Wilhelm Haberzettl, dem Chef der sozialdemokratischen Gewerkschafter.
"Wenn sich Haberzettl eine Öffnung des österreichischen
Arbeitsmarktes gegenüber den neuen ostmitteleuropäischen EU-Ländern
vorstellen kann, dann ist der ÖGB als Vertretung der heimischen
Arbeitnehmer absolut unglaubwürdig. Denn auch bei einem nur
teilweisen Fall der Schutzfristen wären Österreichs Arbeitnehmer
einer Billigkonkurrenz aus den neuen EU-Staaten ausgesetzt. Und die
unausweichliche Folge wäre ein Anstieg der Arbeitslosigkeit
hierzulande", stellte Mölzer fest.

Ebenso warnte der freiheitliche EU-Mandatar davor, den
österreichischen Arbeitsmarkt auch nur sektoral zu öffnen. Denn
diesfalls sei davon auszugehen, daß nach dem Prinzip der zehn kleinen
Negerlein ein Sektor nach dem anderen geöffnet werde. Zudem sei es
geradezu skurril, wenn ausgerechnet der ÖGB die Öffnung des
heimischen Arbeitsmarktes mit dem Facharbeitermangel begründe.
"Derartiges hörte man bisher nur von Wirtschaftskammer und
Industriellenvereinigung, den Gralshütern des
Wirtschaftsliberalismus. Wenn der ÖGB seine Aufgabe als Vertreter der
Interessen der Arbeitnehmer ernst nähme, müßte er wissen, daß die
einzig wirksame Maßnahme gegen den Facharbeitermangel eine
Ausbildungsoffensive ist. Und hier ist in erster Linie die Wirtschaft
in die Pflicht zunehmen", unterstrich Mölzer.

Weiters sprach sich Mölzer dafür aus, die Übergangsfristen zum Schutz
des heimischen Arbeitsmarktes erst dann außer Kraft zu setzten, wenn
sich das Lohn- und Sozialniveau der neuen EU-Mitglieder annähernd dem
österreichischen angeglichen habe. "Es wäre verfehlt, hier einen
fixen Zeitpunkt zu nennen. Denn es muß verhindert werden, daß sich
Karawanen von Billigarbeitskräften aus Polen oder der Slowakei auf
dem Weg nach Österreich machen und die heimischen Arbeitnehmer die
Zeche zahlen müssen", erklärte der freiheitliche Europaparlamentarier
abschließend.

Rückfragehinweis:
Dr. Bernhard Tomaschitz Tel.: 0676/43 22 313

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