• 30.08.2007, 09:30:26
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Bekleidungsindustrie im Ethiktest: Keine weißen Westen

"Konsument" zeigt: Schwarze Schafe "Benetton" und "Esprit".

Wien (OTS) - Nachdem 1997 eine in Schweden ausgestrahlte
TV-Dokumentation über Kinderarbeit in philippinischen Fabriken
"Hennes & Mauritz" an den Pranger stellte, ist zumindest dort das
Bewusstsein für soziale Verantwortung gestiegen. Zehn Jahre später
ist der Moderiese im "Konsument"-Ethiktest - zehn Markenfirmen wurden
untersucht - vor "Mango" und "C&A" "Klassenbester". Dennoch sind die
Ergebnisse insgesamt wenig erfreulich: Einige Markenfirmen wie
"Benetton" oder "Esprit" sind sowohl in sozialer als auch
ökologischer Hinsicht nahezu untätig.

Schnelligkeit ist nicht nur in der Modebranche heute (fast) alles:
Wenn die neuen Jeans hierzulande über den Ladentisch gehen, wird
mittels Strichcode das automatische Signal an den jeweiligen
Zulieferbetrieb zur Nachproduktion gegeben. Damit lassen sich nicht
nur die Produktionszeiten verkürzen, auch das Risiko des Händlers,
auf unverkäuflicher Ware sitzen zu bleiben, wird dadurch minimiert.
Im Grunde genommen stellt dies auch einen Sieg für die Konsumenten
dar, die nun quasi direkt mitbestimmen können, welche Textilwaren
ihnen vorgesetzt werden. Alles bestens - wäre da nicht die andere
Seite der Medaille.

Für die Zulieferbetriebe, die sich meist in China, aber auch in
der Türkei und Marokko befinden, bedeutet das automatische
Bestellsystem eine massive Verkürzung der Produktionszeiten. Soziale
Auflagen bleiben dabei nicht selten außen vor. Im Zeitalter eines
"Code of Conduct" sind Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Behinderung
gewerkschaftlicher Aktivitäten zwar grundsätzlich verpönt. Eine
freiwillige Selbstverpflichtung macht allerdings nur dann Sinn, wenn
es entsprechende Kontrollen gibt. So arbeitet "H&M" beispielsweise
mit der "Fair Labor Association" zusammen und "Mexx" seit Kurzem mit
der "Fair Wear Foundation". Nur Mango allerdings legt seine
Beschaffungskette offen, also die für das Unternehmen tätigen
Produktionsstätten. Ebenfalls nur ein Unternehmen (nämlich Zara) hat
sich - zumindest theoretisch - zu einer Entlohnung verpflichtet, die
eine Deckung der Lebenshaltungskosten ermöglicht. Derzeit geht im
Schnitt nur etwa ein Prozent des Verkaufspreises von Jeans an die
Arbeiter in den Produktionsstätten.

"Benetton", "Promod", "Esprit" und "Stefanel" haben hingegen noch
gar nicht einmal damit begonnen, sich den sozialen und auch
ökologischen Herausforderungen zu stellen. Weltweit leiden aber etwa
fast 80 Mio. Arbeiter unter Vergiftungen, die von Insektiziden, die
beim Baumwollanbau verwendet werden, herrühren. Darüber hinaus
braucht es zwischen 7.000 und 29.000 Liter Wasser, um ein Kilogramm
Baumwollfaser zu produzieren - wohingegen Hanf, Bambus oder Leinen
als bei weitem nachhaltiger gelten. "Konsument"-Ethik-Experte Peter
Blazek: "Konsumenten steht da zwar grundsätzlich die Möglichkeit
offen, zu biologischen und zu Fairtrade-Produkten zu greifen.
Allerdings ist das Angebot derzeit noch lächerlich gering."

Das Abschneiden der einzelnen Markenhersteller erfahren Leser im
September-"Konsument" und online auf http://go.konsument.at/ethik.

Rückfragehinweis:

Verein für Konsumenteninformation/
   Testmagazin "Konsument"
   Mag. Sabine Burghart
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: 01/588 77 - 256 
   Email: [email protected]
   www.konsument.at

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