SPÖ-Präsidiumsklausur: Gusenbauer lobt wesentliche Fortschritte in der Bildungspolitik

"Talenteschmiede Österreich. Bildung für eine gute Zukunft" - Gusenbauer, Schmied und Niessl ziehen erste Erfolgsbilanz

Stadtschlaining (SK) - Der zweite Tag der SPÖ-Präsidiumsklausur in der Burg Schlaining war der Bildung gewidmet. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bildungsministerin Claudia Schmied und dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl hat SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Dienstag die wesentlichen Fortschritte hervorgehoben, die in den letzten sieben Monaten schon erzielt wurden. Mit der neuen Klassenschülerhöchstzahl von 25 und dem Start der Neuen Mittelschule in den Modellregionen. ****

Mit den kleineren Klassen ab Herbst, habe man ein Modell geschaffen, bei dem die Lehrer wieder mehr Zeit für die Schüler haben, sagte Gusenbauer. Das in sieben Monaten zu schaffen, sei ein ganz außerordentlicher Erfolg von Bildungsministerin Claudia Schmied, "zu dem ich ihr herzlich gratuliere", so der Bundeskanzler.

Mit der Neuen Mittelschule werde der Versuch unternommen, das erwiesenermaßen erfolgreichste Bildungsmodell auch in Österreich zu etablieren, setzte Gusenbauer fort. Er verwies hier auf das bei PISA erfolgreichste Land Finnland, wo die Schüler in allen Leistungsgruppen besser abschneiden. Das will die SPÖ auch für Österreich, letztlich bekommen so "alle eine bessere Schule".

Er ist überzeugt davon, dass sich die Neue Mittelschule in den Modellregionen bewähren werde, dann gehe es an die flächendeckende Umsetzung. Insgesamt würde sich die SPÖ "wünschen, dass es noch viel schneller geht, aber: Alle Schritte gehen in die richtige Richtung, hin zu mehr Möglichkeiten und mehr Chancen für die Schüler".

Schmied: Drei Projekte fürs neue Schuljahr

Unterrichtsministerin Claudia Schmied präsentierte drei Projekte, die dazu beitragen, dass Lernen und die wichtige Beziehungsarbeit zwischen SchülerInnen und LehrerInnen im Lebensraum Schule besser gelingen können. Dies sind kleinere Klassen, die Ausweitung der Nachmittagsbetreuung und die Erhöhung der Schülerbeihilfe. Die Herbstarbeit sei der Neuen Mittelschule gewidmet, um sie bestmöglichst vorzubereiten, erklärte die Unterrichtsministerin.

Ganz entscheidend sei für den Schulstart die Senkung der Klassenschülerzahl. "Wir starten in den ersten Klassen der Volksschulen, Hauptschulen, allgemeinbildenden höheren Schulen und Polytechnischen Schulen mit dem Projekt "25". Im Bereich der Pflichtschulen haben wir das Ziel optimal erreicht, in 90 Prozent der Klassen gibt es 30 SchülerInnen und weniger", erklärte die Unterrichtsministerin.

Als zweites Projekt nannte Schmied die Ausweitung der Nachmittagsbetreuung, die vor allem für berufstätige Eltern eine wichtige Maßnahme ist. Im Schuljahr 2007/2008 steigt das Angebot der Tagesbetreuungsplätze um 27.100 Betreuungsplätze österreichweit auf 95.000. "Hier geht es mir nicht nur um die Quantität, sondern vor allem auch um die Qualität der Betreuung und um eine Öffnung der Schulen. Schulen sind oft von der Öffentlichkeit abgeschirmte Räume. Ich möchte sie öffnen hin zu Sportvereinen und zu Kunst und Kultur", betonte Schmied.

Drittes Projekt für den Schulstart im Herbst ist die Erhöhung der Schülerbeihilfe. Die Schülerbeihilfe geht auf Bruno Kreisky zurück, der sie 1971 für sozial schwächere Kinder einführte. "Erstmals seit 1999 wird mit kommendem Schuljahr die Schülerbeihilfe erhöht. Die Beihilfe steigt um 13 Prozent, der BezieherInnenkreis wird um 10 Prozent ausgeweitet", so Schmied.

"Mein Ziel ist auch, dass mehr Menschen entlang ihrer Begabungen und Talente ihre Ausbildung und Berufe wählen", betonte Schmid. Denn wenn wir wissen, dass von 100 SchülerInnen einer Berufsbildenden Höheren Schule nur 50 ins Ziel kommen, dann müssen wir die Berufs- und Bildungsinformationen verstärken", so die Unterrichtsministerin, die abschließend betonte, dass Bildungs- und Berufsentscheidungen nicht schon mit neuneinhalb Jahren getroffen werden sollen.

Niessl: Projekt 25 - "Richtwert zu Pflichtwert"

Burgenlands Landeshauptmann Hanns Niessl erläuterte die Wichtigkeit des Bildungsthemas aus Sicht der Länder. "Die Bildungspolitik der 70er Jahre hat das Fundament für den erfolgreich geschafften Strukturwandel des Burgenlandes gelegt", so Niessl. Der Kurswechsel der letzten Monate sei ausgezeichnet gelungen und die Unterrichtsministerin habe den Kontakt zu den Ländern gesucht. Das Burgenland sei mit der Senkung der Klassenschülerzahl noch weiter gegangen: "Wir haben den Richtwert zu einem Pflichtwert gemacht", betonte der Landeshauptmann.

25 Kinder in den Klassen im Pflichtschulbereich seien ein großer Vorteil, die Qualität im Unterricht könne damit erhöht werden. "Es gibt im Burgenland 50 zusätzliche Klassen, erstmal konnten PädagogInnen neu anfangen", so Niessl. Auch bei der positiven Entwicklung mit den Modellregionen wolle sich das Burgenland einbringen und Modelle erarbeiten und wissenschaftlich begleiten, damit könnten auch Zweifler überzeugt werden. "Mit den Modellregionen wollen wir eine Vorreiterrolle haben, auch die Volksgruppen sollen mitmachen. Dann werden wir im Vergleich mit den Ländern, die im Pisaspitzenfeld sind, besser abschneiden."

"Qualifizierte Menschen sind wichtig für den Standort. Hier ist nicht nur der Bund gefordert, sondern auch die Länder", betonte der burgenländische Landeshauptmann. Niessl wies darauf hin, dass das Burgenland die Mittel für die Fachhochschulen im Land von 800.000 Euro im 2001/02 auf 4,4 Mio Euro im heurigen Jahr erhöht hat. Sehr erfreut zeigte sich Niessl auch, dass das Burgenland eine eigene Pädagogische Hochschule bekommt, die für eine qualitätsvolle LehrerInnenausbildung notwendig sei. (Schluss) wf/sl

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