LR Ackerl: "Rollt bei uns bald der Rubel, Herr Landeshauptmann?"

VOEST-Intertrading beweist: Russen sind auch in OÖ auf Einkaufstour - bisherige Einkaufslisten russischer Oligarchen machen Einstieg bei Energie AG wahrscheinlich

Linz (OTS) - Landesrat Josef Ackerl spricht sich angesichts des Verkaufs von Anteilen der VOEST-Intertrading an einen russischen Investor erneut gegen den Börsegang der Energie AG aus. "Energieunternehmen stehen weltweit an der Spitze der Einkaufslisten russischer Investoren!" warnt Ackerl. "Die Energie AG und ihre Tochterunternehmen erbringen wesentliche Dienstleistungen in der Daseinsvorsorge, sie darf daher nicht zum Spielball russischer Oligarchen werden!"

Mit 14,5 Prozent beteiligt sich ein russischer Oligarch an der VOEST-Intertrading. Vorrangiges Interesse ist der Zugang zu Rohstoffen, vorrangiges Ziel deren Vermarktung. Russische Investoren sind derzeit weltweit auf Einkaufstour und beteiligen sich mit großer Vorliebe an Rohstoff- und Energieunternehmen. Die Energie AG ist als Energielieferant Nr. 1 in Oberösterreich auch ein wesentlicher Anbieter von Rohstoffen wie Gas und Wasser. "Es war bisher zum Vorteil aller, dass dieses Unternehmen aufgrund der Eigentümerstruktur auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag hat!" meint Ackerl. "Bei einem Börsegang ist zu befürchten, dass diese Vorteile für die Gesellschaft verloren gehen!" Der Börsegang bedeutet, dass eben nicht mehr zu 100 Prozent heimische Interessen, sondern bis zu 40 Prozent die Interessen anderer bei der Geschäftspolitik der Energie AG berücksichtigt werden müssen. Vor allem die russischen Oligarchen haben schon bei vielen Gelegenheiten bewiesen, dass sie zur Wahrung ihrer eigenen Interessen zu vielen Mitteln bereit sind. "Wie die Gaspreiskonflikte mit der Ukraine, Georgien oder Weißrussland zeigen, wird auch nicht davor zurückgeschreckt, ganze Staaten unter Druck zu setzen, um höhere Energiepreise durchzusetzen!" meint Ackerl. "Die Börsefanatiker von Schwarz-Grün müssen sich schon den Vorwurf der Realitätsverweigerung gefallen lassen, wenn sie tatsächlich glauben, was sie immer behaupten: dass sie nämlich kontrollieren könnten, wer sich über die Börse bei der Energie AG einkauft!" Dabei spielt das auch keine wirkliche Rolle, denn nicht nur russische Oligarchen, sondern alle privatwirtschaftlichen Aktionäre haben keine gesellschaftspolitische Verantwortung, sie sind auf Gewinnmaximierung aus und werden so oder so ihren Einfluss zu mehren wissen. "Der Einfluss der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher hingegen kann mit dem Börsegang nur schwinden," schließt Ackerl, "zum klaren Nachteil für das ganze Land!"

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