• 25.08.2007, 08:00:00
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"profil": El-Baradei: "Um Temelin mache ich mir nicht die geringsten Sorgen"

IAEO-Generaldirektor befürchtet neuen Kalten Krieg

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" betont Mohammed El-Baradei,
Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) und
Friedensnobelpreisträger 2005, dass er um die Sicherheit des
tschechischen Atomkraftwerks Temelin nahe der österreichischen Grenze
nicht besorgt sei. "Ich würde den Österreichern raten, sich nicht auf
die Tatsache zu konzentrieren, dass es diese Kraftwerke gibt, sondern
viel mehr auf die Sicherheit der Atomkraftwerke. Um Temelin mache ich
mir nicht die geringsten Sorgen. Ich kann das mit ruhigem Gewissen
sagen, weil ich auch hier in Österreich lebe", so El-Baradei.

Der Atomkraftdeal zwischen Frankreich und Libyen stellt in seinen
Augen keine Gefahr dar, "solange der Reaktor von der IAEO
kontrolliert wird. Ein Atomreaktor allein bedeutet noch gar nichts,
damit ist man von einer Atombombe noch weit entfernt", erklärt
El-Baradei im "profil"-Inteview.

Über die Gefahr, dass der Iran Atombomben gegen andere Staaten
einsetzen könnte, sagt der IAEO-Generaldirektor: "Ich glaube nicht,
dass irgendein Staat in der Region Nuklearwaffen einsetzen würde - es
sei denn, er dreht total durch."

Als "gefährliche Entwicklung" bezeichnet El-Baradei hingegen den
Schwenk in der US-Nahoststrategie, mehr Geld in die Aufrüstung von
Ländern wie Saudi-Arabien, Israel und Ägypten zu stecken. "Es könnte
damit zu einem neuen Kalten Krieg kommen", so der
IAEO-Generaldirektor gegenüber "profil".

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

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