- 24.08.2007, 09:13:20
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AK Test: Astronomische Kosten für Internetsurfen im Ausland
Mobiles Internet im Urlaub bis zu 15 Euro pro Megabyte und bis zu 150-mal teu-rer als im Ausland
Wien (OTS) - Wer sich daheim an den Komfort des Internets gewöhnt
hat, nutzt es auch im Ausland gerne, etwa um Urlaubsfotos zu
verschicken, Informationen nachzulesen oder Emails zu schreiben. Mit
modernen Datenkarten ist das mittlerweile auch vom eigenen Notebook
aus kein Problem mehr, allerdings kann ein Blick auf die Rech-nung
eine böse Überraschung bringen: Die Roaming-Gebühren in gängigen
Urlaubsländern betragen bis zu 15 Euro pro Megabyte, wie eine
AK-Erhebung zeigt. Das ist allerdings nicht das einzige Problem, mit
dem sich Nutzerinnen und Nutzer von Datenroaming-Angeboten
herumschlagen müssen, erklärt AK Konsumentenschützerin Daniela
Zimmer: "Vor der Rückkehr ist es bei den meisten Anbietern nur sehr
schwer herauszufinden, wie viel man tatsächlich im Ausland hoch- oder
her-untergeladen hat."
Die AK hat von 13. bis 20. 8. die Angebote für mobiles Internet
von Drei, Mobilkom, One und T-Mobile für die Urlaubsländer Spanien,
Italien, Griechenland, Kroatien und Türkei getestet. Die Bilanz: Der
Verbrauch von nur 200 MB kostet je nach Anbieter 1.400 bis 3.000
Euro. Ein Betrag, der in den meisten Fällen die Gesamtreisekosten
übersteigen dürfte. "Wenn Datenroaming nicht unbedingt notwendig ist,
dann raten wir grundsätzlich davon ab", so Zimmer. Während im Inland
ein MB durchschnittlich um 10 Cent zu haben ist, belaufen sich die
Kosten für das gleiche Service im Ausland auf durchschnittlich 9,84
Euro, also satte 9.740 Prozent mehr. Im Extremfall können dadurch die
Kosten bis zu 150-mal höher sein als innerhalb Österreichs. "Bei den
Auslandsgesprächskosten gibt es ja bereits eine von der EU verordnete
Preissenkung. Für den Datentransfer gibt es eine solche Verordnung
leider noch nicht." Die Konsumentenschützerin verweist allerdings
auch auf eine Ankündigung der EU-Kommission, sich dieses Problems so
bald wie möglich annehmen zu wollen.
Eine weitere Schwierigkeit ist für die Konsumentinnen und
Konsumenten die Kontrolle des Datenverbrauchs im Ausland. "Die
Möglichkeiten sind hier leider sehr eingeschränkt", berichtet Zimmer.
Momentan ist dies nur über direkt am Notebook installierte Software
möglich, wobei die Informationen zwischen den österreichischen
Mobilfunkbetreibern und ihren ausländischen Roamingpartnern nur sehr
schleppend weitergegeben wird. Abhängig vom ausländischen Unternehmen
kann es zwischen 48 Stunden und mehreren Wo-chen dauern, bis die
Verbrauchsdaten beim heimischen Unternehmen angekommen sind.
Nicht ausreichend ist auch der Schutz der Kundinnen und Kunden vor
ungewolltem Roaming. Laut Konsumentenschützerin Zimmer gibt es
zahlreiche Beschwerdefälle, die in Grenznähe ungewollt in
ausländischen Netzen gesurft haben. In der Annahme, noch im
heimischen Netz zu sein, sahen sich die Konsumentinnen und
Konsumenten mit Rechnungen von über 1.000 Euro konfrontiert - für
einen Dienst, den sie gar nicht nutzen wollten. Die Anbieter raten zu
manuelle Netzwahl oder Deaktivierung des Roaming-Dienstes durch den
Netzanbieter. Auch wird Software angeboten, die das aktuelle Netz
anzeigt. "Konsumenten benötigen automatische Warnhinweise bei
Netzwechsel. Auch eine allgemeine Sperre des Dienstes, die erst auf
Wunsch der Kundin oder des Kunden aufgehoben wird, wäre
wünschenswert", so Zimmer.
SERVICE: Die Erhebung finden Sie unter www.arbeiterkammer.at
Rückfragehinweis:
Titania Seidl
AK Wien Presse
Tel.: (++43-1) 501 65-2331
mailto:[email protected]
http://www.akwien.at
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