- 21.08.2007, 10:31:41
- /
- OTS0069 OTW0069
Alpbach: Entwicklungszusammenarbeit auf dem Prüfstand
Hochhauser: "Die Zukunft der Entwicklungshilfe muss wirtschaftsnah sein"
Wien (PWK594) - "’Emerging Markets’ werden sowohl als
Handelspartner und auch als Zielländer für Direktinvestitionen für
die österreichische Wirtschaft immer interessanter", stellte Anna
Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich
fest. Österreichs Exporte in solche ‚Emerging Markets’ hätten sich in
den letzten zehn Jahren verdreifacht, die Direktinvestitionen in so
unterschiedliche Märkte wie Serbien, Bosnien-Herzegowina, China oder
Brasilien im selben Zeitraum sogar verzehnfacht. Diese rasante
Entwicklung sei einerseits auf das Engagement österreichischer
Unternehmen, ihrer Produkte und ihr Know-how zurückzuführen,
andererseits auch ein Ergebnis der Schwerpunktprogramme der
Außenwirtschaft Österreich (AWO). Gemeinsam mit der Bundesregierung
hat die WKÖ die Internationalisierungsoffensive (‚go international’)
ins Leben gerufen: Informationsveranstaltungen im Inland,
Marktsondierungsreisen und Länderforen wurden veranstaltet, um
österreichische Unternehmen auf die Möglichkeiten, die ‚Emerging
Markets’ bieten, hinzuweisen. "Wirksame Entwicklungszusammenarbeit
soll Wirtschaftsverläufe in Gang bringen und sich nicht nur auf
Kredite und Hilfeleistungen beschränken", so Hochhauser: "Mehr
Unterstützung von Unternehmenspartnerschaften, die Förderung von
Private-Public-Partnership-Projekten, bessere Instrumente zur
Förderung von Wissenstransfer und die Einrichtung einer
Entwicklungsbank sollten die Eckpfeiler einer umfassenden
österreichischen Außenwirtschaftsstrategie sein."
"Die Lücke zwischen traditioneller Entwicklungshilfe und
kommerziellem Geschäft soll geschlossen werden", warb
Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter für die Idee einer neu zu
schaffenden österreichischen Entwicklungsbank mit schlanker,
effizienter Struktur. Wie andere Entwicklungsbanken auch, soll sie
sich mit der Umsetzung von wirtschaftlich tragfähigen Projekten
sowohl im Privat- als auch im öffentlichen Sektor in
Entwicklungsländern beschäftigen. Durch die Einbeziehung des
öffentlichen Sektors könnten in Zukunft auch Geschäfte in Ländern
getätigt werden, für die derzeit keine Instrumente zur Unterstützung
der österreichischen Wirtschaft vorhanden sind. "Ihre Aufgabe soll
sein, wirtschaftlich tragfähige Projekte, vor allem private, in
Entwicklungsländern zu unterstützen", so Matznetter.
Franz Fischler, Präsident des ‚Ökosozialen Forum Europa’, sprach
sich für mehr "Entwicklungspartnerschaft statt Neokolonialismus" aus.
Seiner Ansicht nach sei es sinnvoller, Projekte zu unterstützen, die
die Kreativität der Entwicklungsländer fördern, statt zu sehr auf
Entschuldungsmaßnahmen zu setzen. "Durch vernünftige
Entwicklungszusammenarbeit können beide Seiten gewinnen", so
Fischler. Wolfgang Kopetzky, der Generalsekretär des Österreichischen
Roten Kreuzes, erinnerte an die Milleniumsziele, die sich die UNO bis
2015 gesteckt hat. In manchen Regionen der Erde sei man bei der
Beseitigung von Armut und dem Aufbau funktionierender
Wirtschaftssysteme auf einem guten Weg, während andere
Entwicklungsländer von diesen Zielen noch weit entfernt seien. Da
Entwicklungspolitik immer auch Interessenspolitik sei, fehle es bei
der Entwicklungszusammenarbeit oft an politischem Willen, den
Leitspruch "Think global, act local!" zu befolgen. Weiters sprach
sich Kopetzky für eine stärkere Einbindung von NGOs aus. (TB)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Stabsabteilung Presse Mag. Rupert Haberson Tel.: (++43) 0590 900-4362 Fax: (++43) 0590 900-263 mailto:presse@wko.at http://wko.at/Presse
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK