• 07.08.2007, 10:32:04
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Landau: "Hunger kennt keine Grenzen. Bitte helfen Sie uns helfen!"

Caritas-Sammlung für Menschen in Not in Afrika, Asien, Lateinamerika

Wien (OTS) - Die Caritas sammelt im August für Menschen in Not in
Afrika, Asien und Lateinamerika: "Hunger und Not kennen keine
Grenzen, keine Kontinente", sagt Caritasdirektor Michael Landau nach
seiner Rückkehr aus Peru. Zwei Drittel der Familien im peruanischen
Amazonastiefland leben unter der nationalen Armutsgrenze, fast die
Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist unterernährt. "Wir sind seit
1994 im Norden Perus aktiv und helfen mit Projekten für Kinder, mit
Gesundheitsprogrammen und Kleinkrediten speziell für Frauen."

"18.000 Kinder sterben jeden Tag an - nichts. Sie sterben, weil
sie nicht genug zu essen und zu trinken haben. Sie sterben an
behandelbaren Krankheiten wie Durchfall und Malaria, weil sie keinen
Zugang zu medizinischer Hilfe haben" erklärt
Caritas-Auslandshilfechef Christoph Petrik-Schweifer, warum die
Caritas die diesjährige Augustsammlung den hungernden Menschen
widmet. "Die Betroffenen können nicht warten!" Insgesamt hilft die
Caritas in über 100 Projekten mit Hunger zu bekämpfen. So versorgen
die HelferInnen nach der Flutkatastrophe in Südasien derzeit tausende
Familien mit Essen. In der langfristigen Arbeit hilft die Caritas
mit, dass Hunger erst gar nicht entsteht.

Auch im peruanischen Amazonastiefland ist die Hilfe gegen den
Hunger bitter nötig: Bis zu 70 Prozent der Kleinkinder in der Region
Requena, die nur per Boot erreichbar ist, sind unterernährt. Die
Caritas hat deshalb ein Ausspeisungsprogramm für Kleinkinder bis fünf
Jahre gestartet: "Das ist deshalb so wichtig, weil Unterernährung in
dieser Entwicklungsphase des Kindes zu bleibenden Schäden führen
kann", erklärt Landau. 30 bis 40 betroffene Kinder werden pro
Stadtteil in Requena in einer Ausspeisung zusammengefasst, das Essen
wird von den Müttern selbst gekocht, die Lebensmittel stellt die
Caritas zur Verfügung. Von Montag bis Samstag erhalten die Kinder
täglich eine warme ausgewogene Mahlzeit. "Mit nur 30 Euro kann ein
Kind im Amazonastiefland sechs Monate lang ausgewogen ernährt
werden", sagt Landau.

"Besonders berührt hat mich die Freude der Kinder über unseren
Besuch in unserem Kinderheim El Huambrillo in Iquitos", schildert
Landau seine Eindrücke. Dort hat die Caritas im Jahr 2002 ein
Kinderheim für sozial verwahrloste und oft misshandelte Kinder
errichtet. 68 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren
finden dort Geborgenheit. "Das Haus bietet viel mehr als ein Dach
über dem Kopf. Die Kinder finden hier erstmals Zuwendung und Liebe,
sie können ihr Selbstvertrauen entwickeln und wieder mit Zuversicht
in die Zukunft blicken." Eine gute Ausbildung soll ihnen ermöglichen,
später auf eigenen Beinen zu stehen und ihr Leben zu meistern. El
Huambrillo ist ein Projekt des neuen Kinderpatenschaftsprogrammes der
Caritas, mit 25 Euro pro Monat können Patinnen und Paten den Kindern
im Haus Zukunft schenken. Mehr unter www.patenschaften.at.

Iquitos ist die Hauptstadt der Provinz Loreto und mit etwa 400.000
Einwohnern Perus größte Stadt im Regenwald. Eine Besonderheit ist die
isolierte Lage, denn die Großstadt ist nur per Flugzeug oder Schiff
erreichbar, es gibt keine Straßenverbindungen. "Die schlechte
Infrastruktur ist auch gleichzeitig eines der größten Probleme Perus
und mit verantwortlich für Armut und Arbeitslosigkeit", erklärt
Christoph Petrik-Schweifer, Caritas-Generalsekretär für
Auslandshilfe. Aufgrund der nicht vorhandenen Transportwege können
die Menschen im Regenwald kaum Handel mit ihren landwirtschaftlichen
Produkten treiben und auch für die Gesundheitsversorgung ist das
katastrophal. "Zehn Stunden im Boot, um zur nächsten Krankenstation
zu kommen, kann für einen Schwerkranken den Tod bedeuten."

Die österreichische Caritas hat deshalb gemeinsam mit der Austrian
Development Agency (ADA) und Horizont 3000 ein Gesundheitszentrum in
Requena eingerichtet. Diese Kleinstadt mit 26.000 Einwohnern ist nur
per Boot oder Schiff erreichbar. Im Gesundheitszentrum gibt es nun
ein Labor, einen Röntgenapparat, eine Zahnarztpraxis und einen
praktischen Arzt. Gleichzeitig ist hier die Zentralapotheke
untergebracht, die die Kleinapotheken in 40 umliegenden Dörfern mit
Medikamenten versorgt und damit Leben rettet. "Im kleinen Ort Veinti
Ocho Julio sind früher jährlich drei bis vier Kinder an
Lungenentzündung gestorben, jetzt keines mehr", schildert
Petrik-Schweifer den Erfolg dieser Maßnahme. Zusätzlich werden
Gesundheitspromotoren und Hebammen ausgebildet, die rasch vor Ort
sind und Hilfe leisten können - oft Überlebenshilfe! Die staatliche
Gesundheitsversorgung in der Selva ist schlecht und teuer.
Behandlungskosten von 20 Euro und mehr können sich Menschen, die von
1,50 Euro pro Tag leben müssen, nicht leisten. Ähnliches gilt für die
Ernährung der Kinder. Die Menschen im Amazonastiefland müssen von dem
Wenigen leben, das sie auf ihrem kleinen Stück Land anbauen können.
So stehen meist Kartoffeln, Reis und Mais auf dem Speiseplan. Nach
drei Jahren ist der karge Boden so ausgelaugt, dass neue Flächen
gerodet werden müssen.

Um die wirtschaftliche Lage der Menschen zu verbessern, hat die
Caritas Requena begonnen, Kredite an die Armen zu vergeben, die bei
keiner Bank Geld bekommen würden, weil sie keine Garantien
hinterlegen können. Mit 100 bis 750 Euro lässt sich in Requena ein
kleines Geschäft auf- bzw. ausbauen. Seit Mai dieses Jahres gibt es
ein spezielles Mikrokreditprogramm für Frauen, weil sich erwiesen
hat, dass sie das Rückgrat der Familie sind, ihre Rückzahlungsmoral
meist besser ist als die der Männer und sie eine wichtige
Vorbildfunktion für ihre Kinder haben.

"Ich war von der Qualität und der Nachhaltigkeit der Arbeit
unserer Projektpartner sehr beeindruckt", schildert Caritasdirektor
Michael Landau seine Eindrücke. Die Caritas wird sich auch weiterhin
in Peru engagieren, Schwerpunkte sind das Patenschaftsprojekt El
Huambrillo und das Kleinkreditprogramm in Requena. "Bitte
unterstützen Sie unsere Arbeit für die Menschen im Amazonastiefland",
sagt Landau, "damit die Kinder dort eine Zukunft haben! Mit nur 30
Euro kann ein Kind im Amazonastiefland sechs Monate lang die so
wichtige Zusatznahrung erhalten!"

Ihre Spende lebt!
Caritas-Spendenkonto: PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort:
Augustsammlung
Online-Spenden: www.caritas.at

Rückfragehinweis:
Mag.a Doris Becker
Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 221 od. 0664/8482618
mailto:[email protected]
http://www.caritas-wien.at

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