Landau: "Hunger kennt keine Grenzen. Bitte helfen Sie uns helfen!"

Caritas-Sammlung für Menschen in Not in Afrika, Asien, Lateinamerika

Wien (OTS) - Die Caritas sammelt im August für Menschen in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika: "Hunger und Not kennen keine Grenzen, keine Kontinente", sagt Caritasdirektor Michael Landau nach seiner Rückkehr aus Peru. Zwei Drittel der Familien im peruanischen Amazonastiefland leben unter der nationalen Armutsgrenze, fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist unterernährt. "Wir sind seit 1994 im Norden Perus aktiv und helfen mit Projekten für Kinder, mit Gesundheitsprogrammen und Kleinkrediten speziell für Frauen."

"18.000 Kinder sterben jeden Tag an - nichts. Sie sterben, weil sie nicht genug zu essen und zu trinken haben. Sie sterben an behandelbaren Krankheiten wie Durchfall und Malaria, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Hilfe haben" erklärt Caritas-Auslandshilfechef Christoph Petrik-Schweifer, warum die Caritas die diesjährige Augustsammlung den hungernden Menschen widmet. "Die Betroffenen können nicht warten!" Insgesamt hilft die Caritas in über 100 Projekten mit Hunger zu bekämpfen. So versorgen die HelferInnen nach der Flutkatastrophe in Südasien derzeit tausende Familien mit Essen. In der langfristigen Arbeit hilft die Caritas mit, dass Hunger erst gar nicht entsteht.

Auch im peruanischen Amazonastiefland ist die Hilfe gegen den Hunger bitter nötig: Bis zu 70 Prozent der Kleinkinder in der Region Requena, die nur per Boot erreichbar ist, sind unterernährt. Die Caritas hat deshalb ein Ausspeisungsprogramm für Kleinkinder bis fünf Jahre gestartet: "Das ist deshalb so wichtig, weil Unterernährung in dieser Entwicklungsphase des Kindes zu bleibenden Schäden führen kann", erklärt Landau. 30 bis 40 betroffene Kinder werden pro Stadtteil in Requena in einer Ausspeisung zusammengefasst, das Essen wird von den Müttern selbst gekocht, die Lebensmittel stellt die Caritas zur Verfügung. Von Montag bis Samstag erhalten die Kinder täglich eine warme ausgewogene Mahlzeit. "Mit nur 30 Euro kann ein Kind im Amazonastiefland sechs Monate lang ausgewogen ernährt werden", sagt Landau.

"Besonders berührt hat mich die Freude der Kinder über unseren Besuch in unserem Kinderheim El Huambrillo in Iquitos", schildert Landau seine Eindrücke. Dort hat die Caritas im Jahr 2002 ein Kinderheim für sozial verwahrloste und oft misshandelte Kinder errichtet. 68 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren finden dort Geborgenheit. "Das Haus bietet viel mehr als ein Dach über dem Kopf. Die Kinder finden hier erstmals Zuwendung und Liebe, sie können ihr Selbstvertrauen entwickeln und wieder mit Zuversicht in die Zukunft blicken." Eine gute Ausbildung soll ihnen ermöglichen, später auf eigenen Beinen zu stehen und ihr Leben zu meistern. El Huambrillo ist ein Projekt des neuen Kinderpatenschaftsprogrammes der Caritas, mit 25 Euro pro Monat können Patinnen und Paten den Kindern im Haus Zukunft schenken. Mehr unter www.patenschaften.at.

Iquitos ist die Hauptstadt der Provinz Loreto und mit etwa 400.000 Einwohnern Perus größte Stadt im Regenwald. Eine Besonderheit ist die isolierte Lage, denn die Großstadt ist nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar, es gibt keine Straßenverbindungen. "Die schlechte Infrastruktur ist auch gleichzeitig eines der größten Probleme Perus und mit verantwortlich für Armut und Arbeitslosigkeit", erklärt Christoph Petrik-Schweifer, Caritas-Generalsekretär für Auslandshilfe. Aufgrund der nicht vorhandenen Transportwege können die Menschen im Regenwald kaum Handel mit ihren landwirtschaftlichen Produkten treiben und auch für die Gesundheitsversorgung ist das katastrophal. "Zehn Stunden im Boot, um zur nächsten Krankenstation zu kommen, kann für einen Schwerkranken den Tod bedeuten."

Die österreichische Caritas hat deshalb gemeinsam mit der Austrian Development Agency (ADA) und Horizont 3000 ein Gesundheitszentrum in Requena eingerichtet. Diese Kleinstadt mit 26.000 Einwohnern ist nur per Boot oder Schiff erreichbar. Im Gesundheitszentrum gibt es nun ein Labor, einen Röntgenapparat, eine Zahnarztpraxis und einen praktischen Arzt. Gleichzeitig ist hier die Zentralapotheke untergebracht, die die Kleinapotheken in 40 umliegenden Dörfern mit Medikamenten versorgt und damit Leben rettet. "Im kleinen Ort Veinti Ocho Julio sind früher jährlich drei bis vier Kinder an Lungenentzündung gestorben, jetzt keines mehr", schildert Petrik-Schweifer den Erfolg dieser Maßnahme. Zusätzlich werden Gesundheitspromotoren und Hebammen ausgebildet, die rasch vor Ort sind und Hilfe leisten können - oft Überlebenshilfe! Die staatliche Gesundheitsversorgung in der Selva ist schlecht und teuer. Behandlungskosten von 20 Euro und mehr können sich Menschen, die von 1,50 Euro pro Tag leben müssen, nicht leisten. Ähnliches gilt für die Ernährung der Kinder. Die Menschen im Amazonastiefland müssen von dem Wenigen leben, das sie auf ihrem kleinen Stück Land anbauen können. So stehen meist Kartoffeln, Reis und Mais auf dem Speiseplan. Nach drei Jahren ist der karge Boden so ausgelaugt, dass neue Flächen gerodet werden müssen.

Um die wirtschaftliche Lage der Menschen zu verbessern, hat die Caritas Requena begonnen, Kredite an die Armen zu vergeben, die bei keiner Bank Geld bekommen würden, weil sie keine Garantien hinterlegen können. Mit 100 bis 750 Euro lässt sich in Requena ein kleines Geschäft auf- bzw. ausbauen. Seit Mai dieses Jahres gibt es ein spezielles Mikrokreditprogramm für Frauen, weil sich erwiesen hat, dass sie das Rückgrat der Familie sind, ihre Rückzahlungsmoral meist besser ist als die der Männer und sie eine wichtige Vorbildfunktion für ihre Kinder haben.

"Ich war von der Qualität und der Nachhaltigkeit der Arbeit unserer Projektpartner sehr beeindruckt", schildert Caritasdirektor Michael Landau seine Eindrücke. Die Caritas wird sich auch weiterhin in Peru engagieren, Schwerpunkte sind das Patenschaftsprojekt El Huambrillo und das Kleinkreditprogramm in Requena. "Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit für die Menschen im Amazonastiefland", sagt Landau, "damit die Kinder dort eine Zukunft haben! Mit nur 30 Euro kann ein Kind im Amazonastiefland sechs Monate lang die so wichtige Zusatznahrung erhalten!"

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