"Family For You" weist Vorwürfe im Fall des "äthiopischen Mädchens" heftig zurück und fordert Auslandsadoptionsgesetz

Wien (OTS) - Beim nun seit Monaten - und aktuell wieder im
"Kurier" berichteten Fall - des äthiopischen Mädchens geht es um eine Adoption aus dem Jahr 2004, indem dieses Mädchen gemeinsam mit einem jüngeren Buben von einer niederösterreichischen Familie adoptiert worden war. Dieses Mädchen wurde von der Adoptivfamilie ab April 2006 nicht mehr im Familienverband belassen wurde und den nö. Jugendbehörden übergeben.

Im Zuge des von der Familie angestrebten Auflösungsverfahrens der Adoption stellte sich heraus, dass ein von einer lokalen äthiopischen Verwaltungsbehörden ausgestelltes Dokument, dass die Identität, das Alter und die Geschwistereigenschaft feststellte, nicht mit den Tatsachen übereinstimmt: die beiden Kinder sind keine Geschwister, was sich auch mit den Aussagen des Mädchens deckt. Dies lässt die Möglichkeit offen, dass auch andere Fehler, Unregelmäßigkeiten oder kriminelle Handlungen passiert sind.
"Dass es dazu kommen konnte, zeigt, dass es Lücken im äthiopischen System gibt. Nachdem sich erste Verdachtsmomente nicht rasch entkräften haben lassen, haben wir die Arbeit in Äthiopien bis auf weiteres eingestellt", so Mag. Fembek. "Family For You" ist nach den äthiopischen Lizenzbestimmungen dazu verpflichtet, mit einem lokalen Repräsentanten zu arbeiten. Dieser wurde dem Verein durch die äthiopische Botschaft empfohlen und der Kontakt hergestellt. Als auch gegen ihn Verdachtsmomente aufkamen, die sich nicht rasch entkräften ließen, trennte sich "Family For You" im Februar 2007 von ihm.

Das Ende der Adoptionsaktivitäten von "Family For You" in Äthiopien führte klarerweise zu einer schwierigen Situation für die vielen betroffenen, wartenden Adoptiveltern wie auch für den Verein und seine engagierten MitarbeiterInnnen. Es konnten allerdings nun mit fast allen zufrieden stellende Ersatzlösungen gefunden werden. "Die Vorwürfe, die Rechtsanwalt Agstner hier erhebt, sind für mich unbegreiflich und auch ungeheuerlich", so Mag. Fembek.
Rechtsanwalt Dr. Agstner, der Vertrauensanwalt der äthiopischen Botschaft in Österreich, der im "Kurier" schwere Vorwürfe erhebt, vertritt gleichzeitig zwei "geschädigte" Adoptivfamilien (die als eine der ganz wenigen die Angebote von "Family For You" nicht angenommen haben), und sieht darin keinen Interessenskonflikt. Mag. Fembek: "Sein Verhalten ist für uns nicht nachvollziehbar. Anstelle sich konstruktiv gemeinsam für die Lösung des Problems einzusetzen, versucht er seit Monaten, sowohl uns als auch die zuständigen Jugendbehörden, die hier ausgesprochen gut und verantwortungsvoll arbeiten, zu bedrohen und einzuschüchtern. Der Fehler ist eindeutig in Äthiopien und bei den äthiopischen Behörden passiert, er sollte sich im Interesse aller Adoptiveltern für die rasche Aufklärung der Situation in Äthiopien und eine Verbesserung der äthiopischen Verhältnisse engagieren."

Auch der von Dr. Agstner erhobene Vorwurf der überhöhten Kosten "sind einfach lächerlich", so Mag. Fembek, "da hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Wir sind hier völlig transparent. Als freier Jugendwohlfahrtsträger in Österreich sind wir dazu verpflichtet, Sozialarbeiter und Psychologen zu beschäftigen, die für Qualität bei der Auswahl und Überprüfung der Adoptiveltern sorgen und nach der Adoption regelmäßig mit den Familien Kontakt halten, Postplacement-Berichte an die äthiopischen Behörden schicken usw."

Der andere im Kurier-Artikel genannte Verein "Brücke nach Äthiopien" ist kein freier Jugendwohlfahrtsträger¸ braucht solche Auflagen nicht zu erfüllen; Adoptiveltern müssen die genannten Dienstleistungen von anderen Organisationen zukaufen. "Rechnet man einen fairen Kostenvergleich, so gibt es keine nennenswerten Kostenunterschiede", so Mag. Fembek. "Family For You" steht unter Aufsicht der zuständigen Wiener Jugendwohlfahrtsbehörde; alle verrechneten Einnahmen und Ausgaben werden laufend offen gelegt, regelmäßig geprüft auch von einem österreichischen Wirtschaftstreuhänder.

Mag. Fembek fordert nicht zuletzt als Konsequenz aus diesem Fall die rasche Einführung eines Auslandsadoptionsgesetzes nach internationalem Vorbild: "In Belgien kam es vor einigen Jahren zu ähnlichen Fällen. Dort gibt es nun ein Auslandsadoptionsgesetz, das eine schlagkräftige Aufsichtsinstanz eingesetzt hat. Diese prüft die lokalen Adoptionsgesetze und -prozesse vorweg. Sie besucht die Partnerländer regelmäßig, ist mit den dortigen Behörden und Partnerorganisationen in dauerndem Kontakt, und sie muss jeden einzelnen Adoptionsfall vorweg genehmigen."

Family For You hat in sieben Jahren rund 350 Familien zu Kindern aus dem Ausland geholfen, von denen die allermeisten problemlos abgelaufen sind und Kinder wie Eltern glücklich geworden sind. Dies ist der einzige Problemfall.

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Mag. Petra Fembek, Family For You
Tel.: +43 1 8044828-0
office@familyforyou.org
Vollversion der Pressemitteilung: www.familyforyou.org

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