- 12.07.2007, 11:29:43
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- OTS0124 OTW0124
Architektonische Qualität für den Wiener Prater
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten fordert Architekturwettbewerb
Wien (OTS) - Der Eingang zum Vergnügungspark des Wiener Praters
wird mit großen, kulissenartigen Versatzstücken verstellt werden,
hinter denen zusätzliche Gastronomie- und Diskonutzungen vorgesehen
sind. Thematisch will man sich auf ein imaginiertes "um 1900"
beziehen. Bisher bekannt gewordene Renderings zeigen allerdings eher
eine Struktur der 1950er Jahre mit barockisierendem Dekor, was beides
wenig mit Wien um 1900 zu tun hat. Weiters haben die genannten
Nutzungen mit einem Eingang, der ein Durchgang in einen
Vergnügungspark sein sollte, wenig gemein, dafür eher mit einem
pfropfenartigen Staubereich, der an dieser Stelle nur hinderlich sein
kann.
Das gewählte Dekor aus dritter und vierter Hand ist nurmehr
peinlich und spricht städtebaulichen und mindesten architektonischen
Standards Hohn.
Nicht zuletzt deswegen ist das Projekt in der Sitzung des
Fachbeirats für Stadtgestaltung im April d.J. hochkantig
durchgefallen und wird auch von den Praterbetreibern entschieden
abgelehnt.
Die Vizbürgermeisterin Grete Laska hat gegen all diesen Widerstand
das Projekt durchgedrückt, die Bagger sind schon an der Arbeit.
Die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten appelliert
daher an den Bürgermeister,
- einen sofortigen Baustopp zu veranlassen und für die Eingangssituation zum Volksprater ein Architekturwettbewerb durchzuführen, in dessen Rahmen die beste - städtebaulichen, architektonischen und betrieblichen Standards entsprechende - Lösung herausgearbeitet wird und - dieses Projekt, das an einem städtebaulich so anspruchsvollen Ort platziert ist, neuerlich dem Fachbeirat für Stadtgestaltung vorzulegen.
Die vorgesehenen Investitionssummen und die Prominenz des
Standortes setzen eine nachhaltigere Gestaltung voraus, als dies mit
lauer Nostalgie je zu erreichen wäre. Eine sorgfältige Planung darf
mit dem Argument der EM 2008 nicht verhindert werden, denn eine
Husch-Pfusch-Aktion beschädigt den Standort Prater langfristig und
kostet die Praterbetreiber und letztlich die Stadt Wien ein
Vielfaches eines qualifizierten Planungsprozesses.
Rückfragehinweis:
Mag. Franziska Mayr-Keber, Sektion Architekten
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien,
Niederösterreich und Burgenland
Tel.: +43-1-505 17 81
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