• 12.07.2007, 10:00:21
  • /
  • OTS0068 OTW0068

Mineralische Rohstoffe: Fundament der österreichischen Wirtschaft

Bedeutung der Rohstoffbranche in Österreich erstmals durch umfangreiche Studie belegt

Wien, 12. Juli 2007 (OTS) - Eine soeben fertig gestellte Studie
zeigt die immense Bedeutung der Rohstoffbranche für Österreichs
Volkswirtschaft. Erstmals hat das Industriewissenschaftliche Institut
im Auftrag des Forums mineralische Rohstoffe quantifizierbare Daten
erhoben und analysiert.

Fazit: Mineralische Rohstoffe sind das Fundament vieler Branchen und
stehen am Beginn vieler Wertschöpfungsketten. Österreichs
Rohstoffunternehmen allein erwirtschaften jährlich einen Umsatz von
1,1 Mrd. Euro und bewirken darüber hinaus eine weitere Milliarde Euro
an zusätzlicher Wertschöpfung. Besonders nachgelagerte
Wirtschaftszweige wie zum Beispiel die Bauwirtschaft oder auch die
Glasindustrie sind direkt von der Rohstoffwirtschaft abhängig. Immer
wichtiger dabei ist eine nachhaltige Versorgung. Österreichs
nationaler Rohstoffplan ist in der Fertigstellung und hat bereits
jetzt Vorbildwirkung für die gesamte EU.

Mineralische Rohstoffe sind die Grundlage unseres täglichen Lebens -
sie sind die Basis für unzählige Produkte im Alltag und für die
österreichische Wirtschaft unverzichtbar. Um diese Einschätzung mit
Daten und Fakten zu belegen, hat das Industriewissenschaftliche
Institut im Auftrag des Forum mineralische Rohstoffe eine Studie
erstellt, die erstmals eine exakte Bilanz der mineralischen
Rohstoffgewinnung in Österreich zieht. Die Studie belegt die zentrale
Bedeutung der Rohstoffunternehmen für die österreichische
Volkswirtschaft. Dr. Carl Hennrich, Geschäftsführer des Forums
mineralische Rohstoffe hält fest: "Die Ergebnisse zeigen deutlich,
dass die Rohstoffwirtschaft eines der Fundamente der österreichischen
Wirtschaft ist."

Zusätzlich zu ihrem direkt erwirtschafteten Jahresumsatz von 1,1 Mrd.
Euro induziert die Rohstoffwirtschaft eine zusätzliche Wertschöpfung
von einer Milliarde Euro in nachgelagerten Branchen. Sie ist nicht
nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern sie sorgt auch für
Beschäftigung: "Unsere Betriebe sichern rund 14.000
Arbeitsverhältnisse direkt in der Rohstoffgewinnung und Aufbereitung.
Dabei handelt es sich vor allem um Jobs in ländlichen Regionen",
erklärt Dr. Hennrich.

- Mineralische Rohstoffe: Der Beginn der Wertschöpfungskette -

Die gewonnenen Rohstoffe gehen zu 76,7 Prozent (= 848,0 Mio. Euro) an
andere Wirtschaftsbereiche, die diese im Rahmen ihres
Produktionsprozesses einsetzen. In der Regel durchläuft jede Einheit
mineralischer Rohstoffe 2,117-mal einen Umwandlungs- oder
Produktionsprozess, bis am Ende der Wertschöpfungskette ein
Endverbraucher ein Produkt geliefert bekommt. Diese Kennzahl - die so
genannte Forward-Linkage-Kennzahl - ist im Vergleich mit anderen
ausgewählten Branchen hoch. "Der Vergleich unserer
Wertschöpfungskette mit jener anderer Produkte und Dienstleistungen
zeigt, wie groß die Bedeutung mineralischer Rohstoffe für
nachgelagerte Branchen ist", freut sich Dr. Hennrich über die
Relevanz der Rohstoffgewinnung. Die Hauptabnehmer der Rohstoffbranche
sind vor allem zwei Sektoren, nämlich die Bauwirtschaft und Glas,
Keramik, bearbeitete Steine & Erden. Sie beziehen zusammen rund 90
Prozent der heimischen Produktion mineralischer Rohstoffe.

Die Rohstoffbranche selbst investierte im Jahr 2002 29,8 Mio. Euro in
österreichische Investitionsgüter.

- Verwendung mineralischer Rohstoffe -

Rund 60 Mio. Tonnen an Sand, Kies und Naturstein werden jährlich für
die Erhaltung und den Neubau von Straßen, Hoch- und Tiefbauten wie z.
B. Industrie-, Wohnhausanlagen, Kanalbau und Bahntrassen benötigt. 30
Mio. Tonnen gehen in die Produktion diverser Bauprodukte, wie z. B.
Zement, Putz, Mörtel, Splitt, Ziegel und Betonstein. Der Rest fließt
in die Produktion von Glas, Medikamenten, Papier, Kunststoffe,
Zahnpasta, in die Landwirtschaft und den Export.

Das Industriewissenschaftliche Institut hat in der Studie auch
berechnet, was passiert, wenn die Rohstoffgewinnung sinkt. Es zeigt,
dass überproportional mehr an Produktion in der gesamten
Volkswirtschaft ausfällt, weil die nötigen Vorleistungsgüter nicht
mehr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Bei einer Reduktion
der Produktion um 30 Prozent würden in der mineralischen
Rohstoffbranche 332 Mio. Euro fehlen. In der gesamten Volkswirtschaft
Österreichs jedoch würde das 9,34-Fache davon - nämlich 3.100 Mio.
Euro - fehlen.

- Heimische mineralische Rohstoffe - unverzichtbares Gut -

Die österreichischen Rohstoffunternehmen sichern unsere Versorgung
mit Sand, Kies, Naturstein, Kalk, Lehm, Ton, Mergel, Schiefer, Gips,
Industrieminerale u. v. m. Der Bedarf an mineralischen Rohstoffen
wird fast ausschließlich aus heimischen Lagerstätten gedeckt.
Österreichweit gibt es rund 1.200 aktive Rohstoffgewinnungsstätten.
Mineralische Rohstoffe haben in der Regel einen Transportradius von
nur rund 30 Kilometern. Die Unternehmen sind damit bedeutende
regionale Wertschöpfer, gewährleisten eine ausgezeichnete
Nahversorgung und entlasten durch die kurzen Transportwege Verkehr,
Umwelt und Anrainer.

"Wir alle brauchen mineralische Rohstoffe. Die Rohstoffbranche
braucht aber Rahmenbedingungen, die es ihr ermöglichen, die
Versorgung zu sichern", meint DI Markus Stumvoll, Vorsitzender von
Cemex Austria, Österreichs führendem Anbieter von Transportbeton,
Kies, Schotter und Sand. Mineralische Rohstoffe haben "Gewicht". Ihre
Transportkosten betragen im Durchschnitt rund 30 Prozent von den
Gesamtkosten. Jede Erhöhung in diesem Bereich trifft die Branche
stark. Große Nachteile sehen die Rohstoffgewinner in den rechtlichen
Rahmenbedingungen für den Transport ihrer Produkte, denn für
mineralische Rohstoffe gelten andere Transportbestimmungen wie für
Holz. "Wenn wir die gleichen Regelungen hätten wie Holz, könnten wir
deutlich Co2 und Stickstoffoxyde einsparen. Neue Berechnungen zeigen
es ganz deutlich: Eine Erhöhung des Ladegewichtes um 10 Prozent - von
40 auf 44 Tonnen pro LKW - würde eine Reduktion der Transportfahrten
um 20 Prozent ermöglichen und eine Co2-Einsparung von rund 25.000
Tonnen pro Jahr. Damit könnte unsere Branche einen Beitrag zum
Klimaschutz leisten", erklärt DI Stumvoll. Dieser Vorschlag der
Rohstoffwirtschaft wird derzeit mit dem Umweltministerium verhandelt.

- Rohstoffe in Österreich und in der EU sichern - der österreichische
Rohstoffplan -

Eine langfristige und sichere Versorgung mit hochwertigen
mineralischen Rohstoffen ist für die Lebensqualität der Menschen von
großer Bedeutung. Da mineralische Rohstoffe ein knappes Gut sind,
muss ihre Allokation gut vorbereitet werden. Deshalb hat der
österreichische Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), Dr.
Martin Bartenstein, 2002 die Montanbehörde mit der Ausarbeitung des
österreichischen Rohstoffplans beauftragt. Dafür wurden alle
Lagerstätten und möglichen Gewinnungsgebiete in ganz Österreich
erhoben und bewertet. Derzeit verhandelt das BMWA mit den Experten
der Länder, welche Flächen für eine langfristige Versorgung gesichert
werden können.

"Unser Ziel ist es, die Versorgung der Menschen mit mineralischen
Rohstoffen aus der Region für die nächsten 50 Jahre mit Sand und Kies
bzw. für 100 Jahre mit Festgesteinen zu sichern. Dabei gehen wir
völlig neue Wege und beziehen auch ungewohnte Möglichkeiten zur
Rohstoffgewinnung wie zum Beispiel eine Flächenabsenkung vor einem
Bauprojekt und neue Ideen zur Ressourcenschonung mit ein", erklärt
Univ. Prof. Dr. Leopold Weber von der Montanbehörde im BMWA.

Auch auf EU-Ebene besteht akuter Handlungsbedarf, denn der Verbrauch
an mineralischen Rohstoffen steigt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten.
Die langfristige und sichere Rohstoffversorgung ist für EU-Kommissar
Günther Verheugen eine der Zukunftsfragen für die europäische
Wirtschaft. Zur besseren Planung der Rohstoffgewinnung verlangte
Verheugen eine deutlich exaktere Datensituation.
Sein Vorbild dabei ist Österreich.

Rückfragehinweis:

FORUM ROHSTOFFE
   Fachverband der Stein- und keramischen Industrie 
   Wirtschaftskammer Österreich
   Mag. Robert Wasserbacher
   Wiedner Hauptstraße 63
   1045 Wien
   Tel.: 05 90 900 3534
   E-Mail: [email protected]
   Web: www.ForumRohstoffe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TRI

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel