IHS-Studie: Streichung der Werbeabgabe schafft 650 neue Arbeitsplätze

Initiative Wirtschaftsmotor Werbung präsentiert neue IHS-Studie über "Einfluss der Werbeabgabe auf die Creative Industries"

Wien (OTS) - Die Initiative Wirtschaftsmotor Werbung, als
Plattform und Stimme aller relevanten Kräfte der Werbe-, Medien- und Kommunikationswirtschaft, stellte am Dienstag, dem 10. Juli 2007, im Café Landtmann eine neue IHS-Studie mit dem Titel "Einfluss der Werbeabgabe auf die Creative Industries" vor. Mag. Max Palla, Präsident der IAA Österreich, und KR Karl Javurek, Obmann Werbung Wien, fassten die Hauptergebnisse der Studie im Rahmen der Präsentation zusammen:

- "Die österreichische Form der Werbeabgabe ist im internationalen Vergleich ein Unikum".

- "Ihre Abschaffung würde für die öffentliche Hand keine signifikanten Einnahmenverluste bedeuten."

- "Die Abschaffung hätte einen positiven Beschäftigungseffekt mit einem prognostizierten Zuwachs von rund 650 Arbeitsplätzen und würde so der Weiterentwicklung der Creative Industries in Österreich dienen."

Palla und Javurek sehen die Forderung der österreichischen Kommunikations- und Werbewirtschaft nach einer Abschaffung der Werbeabgabe bestätigt: "Ein Ende der Werbesteuer wird den Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt beleben. Die Ergebnisse der vorliegenden IHS-Studie untermauern das eindeutig. Sie ist ein wichtiger Diskussionsbeitrag und wurde dem zuständigen Finanzminister und dem Staatssekretär vergangene Woche übergeben."

Im Rahmen der von Dr. Ulrich Schuh, Abteilungsleiter Ökonomie & Finanzwirtschaft IHS Wien, geleiteten Studie wird die Werbeabgabe einer ökonomischen Analyse unterzogen und untersucht, welche volkswirtschaftlichen Effekte von der Abschaffung der Werbeabgabe zu erwarten sind. Die IHS-Wissenschafter kommen u. a. zu folgenden Schlüssen:

- Neben Österreich gibt es nur wenige Länder, die vergleichbare Abgaben auf Werbetätigkeit einheben. Was die Höhe der Besteuerung betrifft, so ist diese in Österreich im internationalen Vergleich relativ hoch.

- Die Einnahmen aus der Werbeabgabe entsprechen lediglich einem Promille der gesamten Staatseinnahmen. Und auch auf Länder- und Gemeindeebene übersteigen die Einnahmen nicht die Ein-Prozent-Marke als Anteil am jeweiligen Gesamtbudget. Somit erfüllt die Werbeabgabe weder die ihr nachgesagte Rolle als Einnahmequelle noch jene einer Lenkungsabgabe.

- Angesichts des geringen Ertrags der Werbeabgabe stellt sich aus Effizienzgründen die Frage nach den Einhebungskosten. Diese werden auf rund zehn Millionen Euro geschätzt und könnten bei einer Abschaffung der Abgabe unmittelbar eingespart werden.

- Ausgehend von theoretischen ökonomischen Modellen, empirischen Befunden und vorliegendem Datenmaterial über die österreichische Werbewirtschaft wurden die volkswirtschaftlichen Effekte der Abschaffung der Werbeabgabe abgeschätzt. Demnach ist zu erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt in etwa um die Einnahmenausfälle erhöht wird. Berechungen zeigen, dass damit auch ein positiver Beschäftigungseffekt von rund 650 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Österreich erzielt werden könnte.

- Die mit der Abschaffung der Abgabe zu erwartende Erhöhung der Wertschöpfung würde zu einer entsprechenden Erhöhung der Steuereinnahmen führen. Laut Studie würde dies für die öffentliche Hand Mehreinnahmen von rund 37 Millionen Euro bedeuten. Demnach würde sich die Abschaffung der Werbeabgabe zu einem Drittel selbst finanzieren.

- Abschließend verweist die Studie auf die Umverteilungseffekte innerhalb der Gebietskörperschaften, die mit einer Abschaffung der Werbeabgabe verbunden wären. Unmittelbar betroffen wären die derzeitig von den Einnahmen begünstigten Länder und Gemeinden, da die zu erwartenden Mehreinnahmen aus erhöhter Wertschöpfung überwiegend dem Bund zufließen würden. Deshalb erscheinen kompensierende Maßnahmen in diese Richtung angebracht.

Initiative Wirtschaftsmotor Werbung

Die Initiative Wirtschaftsmotor Werbung wurde im Frühjahr 2007 gegründet und bietet allen gewichtigen Institutionen und Verbänden der Werbe-, Medien- und Kommunikationswirtschaft eine Plattform für ihre Interessen. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, durch eine Reihe von Aufklärungskampagnen, Wissens- und Informationstransfer, Services für die Werbewirtschaft und konsequenten Lobbyismus zu verhindern, dass die dynamische Werbebranche durch Bürokratie, Werberestriktionen und praxisferne Verbote behindert wird. Die Initiative spricht sich darüber hinaus explizit für eine Abschaffung der Werbeabgabe aus, die seit dem Jahr 2000 bundeseinheitlich eingehoben wird und deren Erträge hauptsächlich Ländern und Gemeinden zufließen. Allein im Jahr 2006 wurden durch die Werbeabgabe Einnahmen in der Höhe von 110 Millionen Euro erzielt.

An der Initiative beteiligen sich: VÖZ (Verband Österreichischer Zeitungen), VRM (Verband der Regionalmedien), VÖP (Verband Österreichischer Privatsender), ORF, IAA (International Advertising Association) und der Fachverband Werbung und Marktkommunikation (Fachgruppe Werbung Wien). Außerdem vertreten: DMVÖ (Direct Marketing Verband Österreich), RMS (Radio Marketing Service), PRVA (Public Relations Verband Austria), MAV (Österreichischer Verband der Markenartikelindustrie), ÖMG (Österreichische Marketing Gesellschaft), CCA (Creative Club Austria) und Out of home Austria.

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