"MONITOR": KFZ-Versicherungen: Wer sich überwachen lässt, spart Geld

Europaweit wird an nutzungsoptimierten Polizzen gearbeitet - Datenschützer sehen die anfallende Informationsmenge kritisch

Wien (OTS) - Mehrere europäische Autoversicherer arbeiten daran, ihre Kunden satellitengestützt per GPS zu überwachen. Dabei speichert eine im Auto installierte Blackbox die genaue Position des Wagens, gefahrene Route, gefahrene Kilometer und sogar die aktuelle Geschwindigkeit und übermittelt diese Daten via Satellit an die Versicherung.

Was nach "Big Brother" klingt, setzt allerdings die Zustimmung der Autofahrer voraus und hat für diese handfeste Vorteile: Damit wird der Weg frei für "Zahle das, was Du fährst". Wer sein Auto selten benützt, sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, risikoreiche Strecken sowie gefährliche Fahrzeiten wie Freitag oder Samstag nachts meidet, zahlt deutlich niedrigere Versicherungsprämien als bisher.

Die englische Versicherung Norwich Union hat den Anfang gemacht und vergangenes Jahr als weltweit erstes Unternehmen eine "Pay as you drive"-Polizze auf den Markt gebracht. Die Schweizer DBV-Winterthur hat nachgezogen und bietet mit "Auto-Profi" einen Vertrag für kleine und mittelgroße Unternehmen und deren Fuhrparks an. In Österreich testet die UNIQUA mit ihren Partnern IBM und mobilkom austria ebenfalls eine "nutzungsoptimierte Versicherung".

Zum Teil massive Bedenken von Datenschützern

Ganz wohl ist Verbraucher- und Datenschützern bei diesem Projekt nicht. "Wir sammeln schon seit geraumer Zeit ausführliche Informationen zu diesem Thema", berichtet Stephan Pawlitschek, Obmann der Non-Profit-Organisation Magpie, die sich mit dem Schutz der Privatsphäre in Datennetzen auseinandersetzt, im Gespräch mit dem MONITOR.

Zahlreiche Fragen seien nicht eindeutig geklärt - etwa, wer diese Daten zu welchem Zweck auslesen dürfe. So bestehe die Gefahr, dass etwa Behörden Daten anfordern, um Verkehrssündern Strafzettel auszustellen. Zusätzlich sei bei einem Versicherungswechsel unklar, was mit den gesammelten Daten passiere. Mehr dazu in der Sommerausgabe des MONITOR, das Heft erscheint am 9. Juli.

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