- 04.07.2007, 16:51:47
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Unabhängige GewerkschafterInnen: "Arbeitszeitflexibilisierung a la Sozialpartner ist und bleibt abzulehnen!"
Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB bedauern Zustimmung im Parlament: "Geben unseren Protest nicht auf!"
Wien (OTS) - "Aller Warnung von medizinischer Seite zum Trotz -
wie etwa jenem der Ärztekammer Wien, die sich gegen den
Gesetzesentwurf zur Arbeitszeitflexibilisierung ausgesprochen hat,
weil sie ein erhöhtes Unfallrisiko sowie einen Anstieg von
Krankheitsfällen befürchtet - hat nun die rot-schwarze Mehrheit
inklusive der Stimmen der GewerkschafterInnen im Parlament das höchst
umstrittene Sozialpartnerpaket angenommen. Offensichtlich reicht es
den rot-schwarzen VolksvertreterInnen im Parlament noch nicht, dass
Österreich bei den Arbeitszeiten im europäischen Spitzenfeld liegt.
Offensichtlich ist das Ziel der Vollbeschäftigung, dass sich die
Regierungparteien in ihrem Programm gesetzt haben, lediglich eine
hohle Phrase," kritisiert Markus Koza, Vertreter der Unabhängigen
GewerkschafterInnen im ÖGB-Bundesvorstand den heutigen Beschluss zur
Arbeitszeitflexibilisierung im Parlament. "Denn wie mit den
eingeräumten Möglichkeiten einer Verlängerung der Arbeitszeiten über
Ausweitung von Überstundenarbeit für Kernbelegeschaften ein mehr an
Beschäftigung erzielt werden kann, muss erst einmal jemand erklären.
Aber Vollbeschäftigung in rot-schwarzem Sinne lässt sich ja scheinbar
auch über ein mehr an prekären, nicht existenzsichernden und
sozialrechtlich wenig abgesicherten Beschäftigungsverhältnissen
erzielen. Hauptsache die Zahlen stimmen, die Qualität der
Beschäftigung ist offensichtlich egal," so Koza weiter.
Kritik kommt von den Unabhängigen GewerkschafterInnen an den
rot-schwarzen GewerkschafterInnen im Parlament. "Obwohl es jenseits
der FSG harsche Kritik von allen Seiten am Arbeitszeitpaket gegeben
hat, wurde nicht einmal nachverhandelt - etwa bessere Regelungen für
Teilzeitbeschäftigte hinsichtlich einer Gleichbehandlung von
Mehrstunden- und Überstundenzuschlägen. Die der FCG nahestehenden
ParlamentarierInnen können sich offensichtlich nicht einmal an die
Kritik aus ihren Reihen erinnern," bedauert Koza.
Die Unabhängigen GewerkschafterInnen wollen ihren Protest
jedenfalls nicht aufgeben: "Es wird wieder ein Arbeitszeitpaket
verhandelt werden. Und dann hoffen wir jedenfalls dass endlich auch
gültige Beschlusslagen des ÖGB in die Verhandlungen Eingang finden
werden - wie etwa eine Verkürzung der Arbeitszeit und damit eine
gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen
Männern und Frauen, Erwerbstätigen und Erwerbsarbeitslosen und ein
Gewinn an Lebensqualität. Dass wir mit unseren Forderungen nicht
allein sind haben bereits hunderte BetriebsrätInnen und
ArbeitnehmerInnen bestätigt, die unter
www.initiative-arbeitszeit.at.tt unsere Initiative 'Noch länger
arbeiten - Nein danke!' unterschrieben haben," schließt Koza.
Rückfragehinweis:
Markus Koza, Vertreter der UG im OEGB-Bundesvorstand
Tel: 0676/951 27 82
Internet: www.ug-oegb.at, www.initiative-arbeitszeit.at.tt
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