• 03.07.2007, 10:15:31
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Marek: Gerechte Arbeitswelt als Herausforderung unserer Zeit

Staatssekretärin Christine Marek bei Buchpräsentation "Gerechte Arbeitswelt" in Graz

Wien (OTS) - "Gerechtigkeit in der Arbeitswelt im Kontext von
Globalisierung und Flexibilisierung sowie Maßnahmen zur
Armutsbekämpfung sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit",
erklärte Staatssekretärin Christine Marek anlässlich der gestrigen
Buchpräsentation "Gerechte Arbeitswelt" - herausgegeben von Klaus
Poier und Franz Prettenthaler - in Graz. Oberstes Ziel des
politischen Handelns müsse die soziale Gerechtigkeit sein, so Marek.
Der österreichische Standard sei hier "zu sichern, zu verbessern und
dort, wo möglich, auch auszubauen".

Die Staatssekretärin nannte dazu auch eine Reihe von Maßnahmen,
die hier gesetzt werden. Jüngstes Beispiel sei der gerade erst von
den Sozialpartnern präsentierte Mindestlohn, der bis 2009 eingeführt
werden soll. "Dies ist auch ein wichtiger frauenpolitischer Schritt",
so Marek. Darüber hinaus gebe es intensive Bemühungen, dass das
"unbefristete Vollzeitdienstverhältnis" wieder Standard werde.
"Gerade junge Menschen brauchen im Arbeitsleben eine Perspektive", so
Marek. Es gehe nicht an, dass sich diese nur mehr mit prekären
Arbeitsverhältnissen, wie freien Dienstverträgen, Werkverträgen,
Praktika etc. durchschlagen müssen.

Aber auch das "Flexicurity"-Modell sei ein Beitrag zu mehr
Sicherheit, so die Staatssekretärin. Flexibilität dürfe schließlich
nicht nur einseitig sein. "Die Arbeitnehmer/innen brauchen eine
entsprechende Absicherung." Als Beispiel führte Marek die
Arbeitszeitflexibilisierung an. Unternehmen hätten damit flexible
Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung. Auf der anderen Seite wurde
im Sinne der "Security" für Teilzeitbeschäftigte ein
Mehrarbeitszuschlag von 25 Prozent geschaffen.

Mit der Schaffung eines umfassenden Sozialversicherungsschutzes
für jede Art der Erwerbstätigkeit befinde sich ein weiterer wichtiger
Schritt zu mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt in Umsetzung. Dazu
gehöre auch die Einbeziehung von Selbständigen in die
Arbeitslosenversicherung sowie die Verwirklichung eines gleichen
Sozialversicherungsschutzes für freie Dienstnehmer wie für echte
Dienstnehmer.

Wesentliche Bedeutung auf dem Weg zu einer gerechteren Arbeitswelt
habe weiters die Neukodifikation des Arbeitsrechts und damit die
Schaffung eines einheitlichen Arbeitnehmer/innen-Begriffs, so Marek.
"Auch ist es von großer Bedeutung, die Mitarbeiterbeteiligung zu
forcieren." Schließlich sei es eine Tatsache, dass in den letzten
Jahren Lohneinkommen und Kapitaleinkommen immer mehr auseinander
driften.

Abschließend verwies die Staatssekretärin auf die Stellung der
Frau in der Arbeitswelt. Ungeachtet der steigenden Erwerbsbeteiligung
seien die Chancen von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt immer noch
ungleich verteilt. Die Frauenbeschäftigung müsse weiter erhöht
werden, die Einkommensschere weiter geschlossen sowie die
Frauenarbeitslosigkeit mittels Qualifizierung weiter gesenkt werden.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen lasse sich aber nur dann erhöhen,
wenn Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf
vorhanden sind. Marek führte dazu die Flexibilisierung des
Kinderbetreuungsgeldes und die Elternteilzeit an. Auch wolle sie
vermehrt das Augenmerk auf die bessere Planbarkeit der Familien-
sowie Wiedereinstiegsphase von Frauen richten. Ein entsprechender
Gesprächsleitfaden für ein Mitarbeitergespräch sei dazu im
Ministerium in Vorbereitung. Auch die betriebliche Kinderbetreuung
sei ein weiterer Punkt auf dem Weg zu einer besseren Vereinbarkeit
von Familie und Beruf.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Staatssekretariat: Mag. Daniela Webinger, Tel.:(01)71100-5838
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel.: (01) 711 00-5130
mailto: [email protected]
Internet: http://www.bmwa.gv.at

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