- 03.07.2007, 10:04:47
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ÖAMTC testet Motorradschutzbekleidung - Leder siegt vor Textil (+ Foto)
Vorsicht bei Textil - Bei Unfall drohen schwerere Verletzungen
Wien (OTS) - Die Motorradsaison hat schon zahlreiche Opfer
gefordert. Gerade bei hohen Temperaturen achten manche zu wenig auf
die richtige Ausrüstung. Durch die passende Motorradbekleidung können
Unfallfolgen reduziert werden. Der ÖAMTC hat drei Textil- und fünf
Ledermotorradbekleidungen auf deren Schutzleistung geprüft. "Der Test
hat ganz klar gezeigt, dass das Material 'Leder' in Punkto Sicherheit
eindeutig besser ist. Doch auch hier gibt es Unterschiede
hinsichtlich der Qualität und Verarbeitung", erklärt ÖAMTC-Techniker
Steffan Kerbl. Der Clubexperte hat die wichtigsten Ergebnisse
zusammengefasst.
Der Abwurfversuch, der das seitliche Wegrutschen des Motorrades
simuliert, sollte zeigen, über welches passive Sicherheitspotenzial
Textil- beziehungsweise Ledermotorradbekleidung verfügen. Ganz vorne
liegt die Lederkombi "Schwabenleder Tomcat" (Preis: 1320 Euro). Der
Abrieb an den hoch belasteten Gefährdungszonen ist minimal. "Auch
durch die hochwertigen Protektoren ist ein maximaler Schutzfaktor
gegeben. Diese Lederkombi zeigt die geringsten Beschädigungen im
Systemvergleich", stellt der ÖAMTC-Techniker fest. Die Lederkombis
"FLM-Stream" (Preis: 310 Euro), "Dainese T. Haku-Div." (Preis: 790
Euro) und auch die Kombination aus Lederjacke und -jeans, "Polo
Ratrace Custom Leather/ Held Tuscon" (Preis: 325 Euro) belegten den
zweiten Platz. "Bei diesen drei Modellen ist das Fehlen eines
wirksamen Hüftprotektors zu bemängeln. Das hat bei einem Unfall
Prellungen und Brüche zur Folge. Die Softleder-Kombi "Held
Verano-Jacke/ Avolo-Hose" (Preis: 580 Euro) liegt nur noch knapp vor
den letztplatzierten, den Textilkombis. "Unfallfolgen wie Haut- und
Weichteilverletzungen, Prellungen und Knochenbrüche sind im Ernstfall
zu erwarten", erläutert Kerbl.
Die Textilkombi "Rukka ArmaX" (Preis: 1625 Euro) liegt nur ganz
knapp vor den beiden günstigeren, "Stadler Liberty GTX-Jacke/ Dragon
GTX-Hose" (Preis: 855 Euro) und "FLM-Firefox" (Preis: 310 Euro). "Im
Ernstfall können Haut- und Weichteilverletzungen die Folge sein. Bei
allen Modellen ist eine Weiterverwendung nach einem Sturz nicht
möglich", stellt der ÖAMTC-Techniker fest.
Auch die Abriebsprüfungen im Labor zeigen, dass die meisten
Materialproben aus Leder deutlich abriebfester sind als Textilproben.
Abgesehen von der "Held-Kombi" aus Leder hielten alle ungeteilten
Lederproben (Material ohne Naht) der Ausgangsgeschwindigkeit von
cirka 100 Stundenkilometern Stand. Die Ausgangsgeschwindigkeit von 60
Stundenkilometern hielten die ungeteilten Proben der beiden einfachen
Textilkombis noch aus, ohne Löcher bis zum Untermaterial zu bilden.
"Lediglich eine ungeteilte Probe der Stadler-Jacke aus dem
Bauchbereich wurde vollständig durchgerieben", so der Clubtechniker.
Die ungeteilten Proben des "Rukka-Textilkombis" hielten der
Abriebsprüfung mit der Ausgangsgeschwindigkeit von cirka 80
Stundenkilometern Stand.
Fazit: Je nach Qualität bietet reine Lederbekleidung nach wie vor
die besten Abriebseigenschaften und damit den besten Unfallschutz in
Bezug auf Haut und Weichteilverletzungen, sowie Verschmutzungen zum
Beispiel bei offenen Knochenbrüchen. "Im Hinblick auf die Sicherheit
ist von reiner Textilschutzbekleidung abzuraten. Diese ist in
Kombination mit Leder auch nur bedingt zulässig. Sportfahrer sollten
unbedingt auf Ledermotorradbekleidung zurückgreifen", sagt der
ÖAMTC-Techniker abschließend.
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(Schluss)
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