• 02.07.2007, 21:04:29
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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Vom Erfolg und der Zeit (von Claudia Grabner)

Ausgabe 3. Juli 2007

Klagenfurt (OTS) - Wie definiert man Erfolg? Ist es erfolgreich,
sich in einem Land wie Österreich auf einen Mindestlohn von 1000 Euro
brutto ab dem Jahr 2009 zu verständigen? Ist der Durchbruch derart
erfolgreich, dass er für alle Welt sichtbar auf die Fahnen zu heften
ist? Und: Wird politischer Erfolg beschädigt, so man ihn in Relation
zur Wirklichkeit setzt?
Gut möglich, dass Erfolg eine Ansichtssache ist. Und am Blickwinkel
hängt. Dass die Politik den Mindestlohn als ihr Kind feiert, wird so
gesehen ihre Richtigkeit haben. Von außen betrachtet mag sich über
solcherart zelebrierten Erfolg betretenes Schweigen legen. 820 Euro
Einkommen (so viel machen 1000 Euro brutto netto aus) bedeutet laut
EU-Realität "Armutsgefährdung". Das ist die eine Wahrheit, die dem
Erfolg recht empfindlich in die Quere kommt. Die andere: In Ländern
wie Frankreich, Irland, Luxemburg sind Mindestlöhne jenseits der
1300-Euro-Grenze gesetzliches Muss. Seit Jahren ...
Erfolg wird demnach in Zeit gemessen? Ein Trugschluss! Das
verpflichtende Vorschuljahr im Kindergarten etwa zeigt, dass die
Komponente Zeit nicht Vollgas meint: Wenn Kärnten zum Überholmanöver
ansetzt, bremst es Eltern, Inhalte und Vernunft aus. In neun Wochen
ist kein Konzept zu erstellen, kein Pädagoge auszubilden. So sich
Erfolg über Zeit definiert, dann über jene Stunden, die man für ein
seriöses Gelingen braucht. Dann dürfen Stunden auch Jahre dauern.

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

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