• 02.07.2007, 13:14:57
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SPÖ, ÖVP, Grüne gemeinsam für "Mehr MigrantInnen in die Polizei"

Stadt unterstützt bei "Recruiting" von BewerberInnen

Wien (OTS) - Dreißig Prozent der Wiener Bevölkerung haben
Migrationshintergrund. An Diversität und Diversitätsmanagement - also
Vielfalt als Chance wahrzunehmen und als Potential zu nutzen - führt
heute kein Weg mehr vorbei. Das gilt auch für die Wiener Polizei. Die
Polizei ist schon aufgrund ihrer Tätigkeit tagtäglich mit
interkulturellen Themen konfrontiert. Im Sinne einer zeitgemäßen und
effizienten Polizeiarbeit ist es unumgänglich, MitarbeiterInnen mit
einem spezifischen sprachlichen und kulturellen Hintergrundwissen
aufzunehmen. Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger, die
Klubobfrau der Grünen Wien GRin Maga Maria Vassilakou und ÖVP -
Klubobmann GR Dr. Matthias Tschirf traten am Montag gemeinsam dafür
ein, die Polizei hier offensiv zu unterstützen. Konkret wird die
Magistratsabteilung 17 die Wiener Polizei im Sinne von
Diversitätsmanagement organisatorisch beraten und sie bei der
entsprechenden personellen Weiterentwicklung, also insbesondere auch
beim "Recruiting" von geeigneten BewerberInnen unterstützen.****

Frauenberger: "Stadt Wien erfolgreich bei Umsetzung von
Diversitätsmanagement - Wien bringt know how bei Polizei ein"

Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger bezeichnete es als
sehr erfreulich, dass ihre Initiative bei einem gesellschafts- und
integrationspolitisch so wichtigen Thema ein breites politisches
Bündnis zustande zu bringen, nunmehr von Erfolg getragen ist.
Frauenberger: "Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der Initiative,
sukzessive und gezielt MigrantInnen für den Polizeidienst zu
rekrutieren einen Riesenschritt in der Umsetzung von Diversität in
dieser Stadt nach vorne machen. Informationen über Rechte und
Pflichten können nicht zuletzt durch PolizistInnen mit
Migrationshintergrund und den entsprechenden Sprachkenntnissen besser
und gezielter vermittelt werden. PolizistInnen mit
Migrationshintergrund haben nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass
sie den Staat repräsentieren, außerdem eine ganz wesentliche role
model Funktion inne. Das heißt: Mehr PolizistInnen mit
Migrationshintergrund würden auch die öffentliche Wahrnehmung positiv
beeinflussen, die gesellschaftliche Position von ZuwanderInnen
insgesamt verbessern. Die Stadt Wien selbst hat auf dem Sektor
Diversitätsmanagement zweifelsohne Vorbildwirkung und kann jetzt
konkret in Zusammenarbeit mit der Wiener Polizei, viel Know how
einbringen! In der Stadtverwaltung setzen wir ganz gezielt auf
muttersprachiges Personal, um die Serviceleistungen bestmöglich für
alle WienerInnen, egal welcher Herkunft, erbringen zu können und hier
sind wir hervorragend unterwegs."

Maria Vassilakou, Klubobfrau der Grünen Wien, freut sich auf
mehr MigrantInnen in der Polizei: "Für eine moderne Polizei sind
MigrantInnen als Beamte unverzichtbar. Eine mehrsprachige Stadt wie
Wien braucht auch eine mehrsprachige Polizei. Zudem würde der Einsatz
von MigrantInnen als Polizeibeamte der Polizei ermöglichen, auf die
Herausforderungen der organisierten internationalen Kriminalität
effizienter zu reagieren. Für internationale Großveranstaltungen wie
etwa die Fußballeuropameisterschaft 2008 sind PolizistInnen mit
Migrationshintergrund wichtiger Bestandteil eines umfassenden und
niedrigschwelligen Sicherheitskonzepts." Vassilakou lobt die
gemeinsame Initiative von SPÖ, Grünen und VP, mit der es möglich
wird, das Konzept eine weltoffenen, vielsprachigen Polizei auch in
Wien umzusetzen. "Damit steht eine langjährige Vision der Grünen vor
der Verwirklichung."

Matthias Tschirf, Klubobmann der Wiener ÖVP, sieht im Willen der
Stadt, mehr MigrantInnen für den Polizeidienst zu gewinnen als Chance
für eine mehr Sicherheit in Wien vor allem durch ein Mehr an
Prävention. "PolizistInnen mit Migrationshintergrund zu fördern,
heißt, Signale des Vertrauens in Richtung der zugewanderter
Wohnbevölkerung auszusenden. Nicht nur, dass damit das Image der
Polizei bei MigrantInnen verbessert werden kann, ist auch anzunehmen,
dass diese BeamtInnen viel leichter ein Vertrauensverhältnis zu
Migranten aufbauen werden können." PolizistInnen mit
Migrationshintergrund wären ein echter Beitrag, um das Entstehen von
Parallelgesellschaften in der Stadt zu verhindern und der Polizei den
Zugang zu MigrantInnen zu erleichtern, so Tschrif.

In jedem Falle müsse aber sichergestellt sein, dass es bei der
Aufnahme in den Polizeidienst zu keinerlei Bevorzugung kommt.
Tschirf: "Der oder die Bessere hat immer den Vorrang zu haben,
unabhängig ob mit oder ohne Migrationshintergrund."

MigrantInnen in der Polizei: Abbau von Schwellenängsten bei
ZuwanderInnen

Die weiteren Vorteile von Diversitätsmanagement bei der Polizei
liegen auf der Hand: So wird z.B. die Hemmschwelle für ZuwanderInnen,
sich an die Polizei zu wenden, gesenkt. ZuwanderInnen haben bedingt
durch Erfahrungen in ihren Heimatländern ein oftmals sehr schwieriges
und Problem beladenes Verhältnis zur Exekutive. Die Umsetzung von
Diversitätsmanagement bei der Polizei kann daher auch einen großen
Beitrag dazu leisten, dass die zugewanderten WienerInnen die Polizei
auch als "ihre" Polizei begreifen.

Startschuss für Recruiting Ende des Jahres - enge
Zusammenarbeit mit den Communities - Focus auf "2. Generation"
Gerade die sogenannte "2. Generation" bietet sich als geeignete
BewerberInnenzielgruppe an. Um entsprechende BewerberInnen mit
Migrationhintergrund (Zielgruppe 18 bis 30 Jahre) für den
Polizeidienst gewinnen zu können, sollen u.a. folgende Maßnahmen
gesetzt werden: Versand eines gemeinsamen Infofolders Stadt
Wien/Polizei an Schulen, Vereine, Bildungsträger, NGOs sowie
Infoveranstaltungen bei Communities, also in Vereinen und
Religionsgemeinschaften sowie in Schulen zur Präsentation der
Job-Möglichkeit bei der Polizei. Weiters sollen "Testimonials" in
Form von "Tandem - Couples" (jeweils eine/ein PolizistIn mit
Migrationshintergrund und eine/ein VertreterIn der MA 17) bei den
Rekrutierungsveranstaltungen eingesetzt werden. Mit eingeplant ist
auch gezielte Öffentlichkeitsarbeit insbesondere in
migrantenspezifischen bzw. muttersprachigen Medien sowie
entsprechende Bewerbung in den stadteigenen Medien. Der offizielle
Startschuss für das "Recruting" soll Ende des Jahres mit einer kick
off Veranstaltung in Kooperation mit den Communities erfolgen.

Im Hinblick auf die Auswahlprüfung wäre es wünschenswert, dass
analog zu den zwei Punkten für "Berufserfahrung" zwei zusätzliche
Punkte für "interkulturelle Kompetenz" eingeführt werden. Hier warte
man auf die Zusage von Innenminister
Dr. Günther Platter, so Frauenberger, Tschirf und Vassilakou
resümierend. (Schluss) gph

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Gabriele Philipp, 
   Mediensprecherin Stadträtin Frauenberger   
   Tel.: 4000/81295
   Mobil: 0664/460 35 97
   E-Mail: [email protected]
     
   Andreas Baur
   Pressesprecher Grüne Wien
   Mobil: 0664 831 74 47
   E-Mail: [email protected]
   
   Gerhard Zeinitzer
   Leiter der Pressestelle ÖVP - Klub Wien
   Tel.: 4000/81913
   Mobil: 0676/554 43 39
   E-Mail: [email protected]

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