- 02.07.2007, 11:56:56
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Bartenstein: Niedrigste Arbeitslosenzahlen seit sechs Jahren
Zahl der Arbeitsuchenden sinkt um 12.724, die Zahl der gemeldeten offenen Stellen steigt um 19,8%
Wien (BMWA-OTS) - "Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin
ausgezeichnet. Wir haben das 16. Mal in Folge sinkende
Arbeitslosenzahlen. Seit September 2001 war die Zahl der
Arbeitssuchenden mit 183.644 nicht mehr so niedrig wie Ende Juni
2007. Österreich ist hervorragend unterwegs in Richtung
Vollbeschäftigung, bereits jetzt haben wir in fünf von neun
Bundesländern Vollbeschäftigung", sagte Arbeitsminister Martin
Bartenstein am Montag in Graz anlässlich der Präsentation der
Arbeitsmarktdaten für Juni 2007 in einer gemeinsamen Pressekonferenz
mit Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer und Karl-Heinz
Snobe, Landesgeschäftsführer des AMS Steiermark.
Die Zahl der Arbeitslosen ist mit Ende Juni 2007 um 12.724 auf
183.644 gesunken, das entspricht einem Rückgang von 6,5%.
Gleichzeitig ist die Zahl der Schulungsteilnehmer mit einem Minus von
12,7% bzw. 7.338 Personen stark rückläufig. "Berücksichtigt man auch
die Zahl der Schulungsteilnehmer, ergibt sich netto ein Rückgang der
Zahl der Arbeitslosen von 20.062", so Bartenstein.
Die gute Entwicklung lasse sich auf zwei Faktoren zurückführen so
Bartenstein: einerseits das kräftige Wirtschaftswachstum, das auch
für heuer glänzende Prognosen vorweist. Zudem habe die aktive
Arbeitsmarktpolitik, für die jährlich 930 Millionen Euro aufgewendet
wird, die Basis für noch bessere Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
geschaffen. Auch international könne Österreich stolz auf seine
Entwicklung am Arbeitsmarkt sein. Bartenstein: "Mit 4,4 Prozent nach
Eurostat liegt Österreich EU-weit an 4. Stelle."
Eckdaten zum Arbeitsmarkt
Die Zahl der Beschäftigten ist im Juni 2007 nach Schätzung des
Wirtschaftsministeriums rund 60.000 auf 3.366.400 gestiegen. Die Zahl
der als offen gemeldeten Stellen ist um 19,8% (+7.079) auf 42.892
angestiegen.
Der kräftige Rückgang bei der Zahl der Arbeitsuchenden zieht sich
durch alle Gruppen: Bei den Männern sind es -7.076 (-6,9%), bei
Frauen -5.648 (-6,0%). Inländer: -6,6% (-10.825), Ausländer: -5,8%
(-1.899).
Der Rückgang der Zahl der arbeitsuchenden Jugendlichen beträgt
-7,1% (-2.167) und ist damit deutlich stärker als der Gesamtrückgang
der Arbeitslosigkeit. Bei älteren Personen (ab 50 Jahre) ist die Zahl
der Arbeitssuchenden um 4,9% gesunken. Die Zahl der
Langzeitarbeitsuchenden (d.h. Vormerkungen länger als ein Jahr) ist
um 26,4% bzw. 2.117 Personen auf 5.907 Personen gesunken. "Das ist
ein ganz besonders schöner Erfolgsnachweis der Arbeitsmarktpolitik."
Von den 183.644 vorgemerkten Arbeitssuchenden haben 19.248 eine
Wiedereinstellungszusage und erwarten aktuell daher keine Vermittlung
durch das AMS. Die Zahl der vermittlungsfähigen Arbeitsuchenden
(vorgemerkte Arbeitssuchende ohne Einstellzusage) beläuft sich auf
164.396.
Die Zahl der behinderten Arbeitslosen ist um 3.039 bzw. 11,7%
gestiegen. Hierbei handelt es sich um einen statistischen Effekt, da
das AMS im 2. Halbjahr 2006 ein Sonderprogramm für behinderte
Menschen gestartet hat und daher die Zahl der von der Statistik
erfassten Personen angestiegen ist.
Entwicklung in den Bundesländern
Den stärksten (relativen) Rückgang der Zahl der Arbeitsuchenden
verzeichnet Oberösterreich mit -12,8%. "Oberösterreich zweifellos das
wirtschaftliche Vorbild", so Bartenstein. Danach folgen das
Burgenland (-9,6%), Vorarlberg und Wien mit jeweils -7,8%,
Niederösterreich (-5,5%), Salzburg (-4,7%), Tirol (-4,6%), Kärnten
(-4,0%) und die Steiermark mit -0,7%.
Entwicklung nach Branchen
"Auch nach Brachen betrachtet ergibt sich ein erfreuliches Bild -
wir haben einen Rückgang der vorgemerkten Arbeitssuchenden in allen
wirtschaftlichen Bereichen", so Bartenstein. Nach Branchen betrachtet
verzeichnen die Sachgütererzeugung mit -10,1% und die Bauwirtschaft
mit -6,8% den größten Rückgang, das Minus im Handel liegt bei -6,0%,
im Tourismus bei -5,5%, bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen
bei -4,6% und bei sonstigen Dienstleistungen -1,0%.
Mit 1. Mai trat die Fachkräfte-Verordnung zur Öffnung des
Arbeitsmarktes für 800 Dreher, Fräser und Schweißer als Pilotprojekt
in Kraft. Bislang haben 130 Fachkräfte eine Bewilligung erhalten oder
deren Anträge werden derzeit geprüft. Weitere 100 Facharbeiter sind
nach Österreich gekommen, nachdem sie - nach Zustimmung der
Regionalen Beiräte - eine Bewilligung erhalten haben.
Es gebe einen europaweiten Fachkräftemangel und auch einen
europaweiten Markt für Fachkräfte, so Bartenstein. Deshalb sei es
notwendig, an allen Rädern zu drehen, um einem drohenden
Fachkräftemangel in Österreich entgegenzusteuern. "Oberste Priorität
hat die Fachkräfteausbildung in Österreich", so Bartenstein. Dabei
stehe vor allem die Lehre als duale Ausbildung im Unternehmen und in
der Berufsschule und die Facharbeiterintensivausbildung als zweiter
Ausbildungsweg im Vordergrund. Im Rahmen der vom AMS gestarteten
Qualifizierungsoffensive für Fachkräfte werden die
Ausbildungsmaßnahmen für Arbeitskräfte verdoppelt. Außerdem werde der
Blum Bonus bis 2008 verlängert.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Ministerbüro: Mag. Maria Mittermair-Weiss, Tel.: (01) 711 00-5108 Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel.: (01) 711 00-5130 mailto: [email protected] Internet: http://www.bmwa.gv.at
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