- 29.06.2007, 10:12:47
- /
- OTS0080 OTW0080
Autofahren wird ab Sonntag kräftig teurer
Müller: "Staus vor Tankstellen" - "Steuer auf die Steuer ist eine Mogelpackung"
Wien (PWK486) - Sprit und Versicherung kosten ab Juli teils
deutlich mehr, der Bonus für Dieselpartikelfilter fällt weg. Staus
vor den Zapfsäulen der Tankstellen und Unmutsäußerungen anlässlich
der Treibstoffverteuerung erwartet Ferdinand Müller, Obmann im FV der
Tankstellen und Servicestationen in der WKÖ.
Wie berichtet, werden ab Sonntag, 1. Juli, Treibstoffe,
insbesondere Diesel, empfindlich teurer. Ursache ist die im Frühjahr
von der Regierung beschlossene Anhebung der Mineralölsteuer (MöSt),
die bei Benzin um 3 Cent auf 0,457 Euro und bei Diesel um 5 auf 0,385
Euro je Liter steigt. Weil gleichzeitig mit der MöSt auch der
Mehrwertsteuerbetrag wächst, wird sich der Liter Benzin um 3,6 und
der Liter Diesel um 6 Cent verteuern.
Aus der zusätzlichen Belastung der Treibstoffpreise per 1. Juli
lukriert der Finanzminister nicht nur rund 458 Millionen Euro pro
Jahr an Zusatzeinnahmen aus der höheren Mineralölsteuer, sondern auch
zusätzliche 91,6 Millionen Euro aus der 20-prozentigen Mehrwertsteuer
(MwSt), die traditionell auf die Mineralölsteuer aufgeschlagen wird.
Diese "Steuer auf die Steuer" ist ein Unikum, eine "Mogelpackung" und
sollte bei der nächsten Steuerreform abgeschafft werden. "So sehr der
Unmut über diese neuerliche Schröpfung verständlich ist, die
Tankstellenpächter sind selbst die Leidtragenden, da ihnen die
Ölmultis die Preise diktieren und es einen harten Wettbewerb gibt",
erläutert Müller.
Bei Treibstoff sind vom Gesamtpreis über 50 Prozent für den
Fiskus, hält Müller fest. Nur rund ein Drittel der fast zwölf
Milliarden Euro, die von Österreichs Autofahrern jährlich an Steuern,
Gebühren, Abgaben und Maut bezahlt werden, fließen in die
Verkehrsinfrastruktur zurück. Der Rest geht in das allgemeine
Bundesbudget.
Die tatsächlichen Treibstoffkosten machen ein Zehntel der
Gesamtkosten eines Autos aus, werden jedoch in der öffentlichen
Wahrnehmung von über 90 Prozent der Autofahrer als hoch eingeschätzt.
Laut ÖAMTC-Studie teilen sich die Autokosten folgendermaßen auf: 43
Prozent Wertverlust, 27 Prozent Fixkosten, 11 Prozent Kraftstoff, 10
Prozent Wartung, 4 Prozent Reifen und 5 Prozent Nebenkosten. (hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Garagen-, Tankstellen- und Servicestationsunternehmungen Mag. Alexander Piekniczek Tel.: (++43) 0590 900-3252 Fax: (++43) 0590 900-282 mailto:tankstellen.garagen@wko.at http://wko.at/Presse
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK