Hahn zeichnet große Wissenschafter aus

Bundesminister Dr. Johannes Hahn überreicht heute im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung staatliche Auszeichnungen an eine Reihe von bedeutenden Wissenschaftern.

Wien (OTS) - Das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhält Universitätsprofessor Dr. Hans Lassmann, ein international angesehener Neurowissenschafter. Seine berufliche Karriere begann als Assistenzarzt an der Universität Wien. 1999 wurde Lassmann dort zum Vorstand des Instituts für Hirnforschung ernannt, wo er bis heute erfolgreich tätig ist. Gegenwärtig zählt Professor Lassmann zu den international führenden Experten auf dem Fachgebiet der Entstehung und Behandlung von Multipler Sklerose. Seine wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen sich mit der Überwachung des Nervensystems durch das Immunsystem und der Entstehung entzündlicher Erkrankungen. So gelang Lassmann eine neue Interpretation und Klassifikation der Immunpathologie der multiplen Sklerose.

Die gleiche Auszeichnung gebührt Universitätsprofessor Dr. Dieter Schuöcker. Mit seinen Forschungsprojekten ist er der bedeutendste Experte auf dem Gebiet der Lasertechnik. Durch seine jahrelange Tätigkeit hat Schuöcker die Rolle Österreichs als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort in Europa gefestigt. Die berufliche Karriere begann er als Hochschulassistent am Institut für Hochfrequenztechnik der Technischen Universität Wien, wo er 1987 zum Leiter des Instituts für Hochleistungsstrahltechnik bestellt wurde. Schuöcker hat eine vollkommen neue Kategorie der Lasermaterialbearbeitung erschlossen. Das so genannte "Laserunterstützte Umformen" ist jetzt Gegenstand eines Forschungsprojekts mit Unternehmen in den USA.

Unter anderem wegen seiner umfassenden Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der physiologischen und pathophysiologischen Rolle von Neuropeptiden im peripheren und zentralen Nervensystem wird Universitätsprofessor Dr. Alois Saria mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt. In Zusammenarbeit mit dem Karolinska-Institut in Stockholm hat Saria, damals am Pharmakologischen Institut an der Universität Graz, die Funktion mehrerer Neuropeptide in peripheren Organen entschlüsselt und somit die Hypothesen der Beteiligung des Nervensystems an entzündlichen Erkrankungen der Atemwege wesentlich erweitert. Damit konnte die Arzneimittelforschung neue Therapiekonzepte entwickeln. Seine Erkenntnisse nutzte Saria auch an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Innsbruck für Forschungen im Bereich des Zentralnervensystems. Tatsächlich konnte gezeigt werden, dass im Gehirn die im peripheren Nervensystem gefundenen Mechanismen nach dem gleichen Muster ablaufen.

Das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhält Universitätsprofessor Dr. Kurt Hornik. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann in der theoretischen Statistik mit Beiträgen zur asymptotischen Testtheorie. Später widmete er sich Fragen des maschinellen und statistischen Lernens. Aktuelle Arbeiten befassen sich mit dem Design und der Analyse von Benchmark-Experimenten zum systematischen Vergleich der Performanz von Methoden des statistischen und maschinellen Lernens. Seit 1995 ist Hornik ein Kernentwickler von R, einer Open Source Implementierung der preisgekrönten Sprache S.R. Durch seine Arbeiten ist Wien zur Hauptstadt des Statistical Computing geworden.

Vom Entwicklungsingenieur bei der Firma Steyr-Daimler-Puch in Graz über den Qualitätsingenieur bei General Motors schaffte es Dr. Jian Wang 1995 zum erfolgreichen Unternehmer mit eigener Firmengruppe in Österreich und China. Seit damals ist Wang um einen regen Kulturaustausch zwischen China und Österreich bemüht. Aufgrund seines Einflusses schaffte es sogar der "Musikantenstadl" in seine Heimat China, der in der "Verbotenen Stadt" Peking veranstaltet werden durfte. Umgekehrt brachte er auch zahlreiche Künstler aus China nach Österreich. Die "Chinesische und Österreichische Musik-Gala" in Salzburg wurde sowohl im deutschsprachigen Raum als auch in China übertragen. Wang wird heute mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse überreicht Bundesminister Hahn heute Professor Dr. Wolfgang Baumjohann, seit 2004 geschäftsführender Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seine wissenschaftlichen Arbeiten umfassen die ganze Breite der Weltraumplasmaphysik. Basierend auf seinen Erfahrungen hat Professor Baumjohann gemeinsam mit Professor Treumann ein Lehrbuch zum Thema geschrieben, das an vielen Universitäten weltweit Grundlage von Vorlesungen ist. Insgesamt war und ist der Ausgezeichnete an 10 Weltraummissionen und mehr als 20 Weltrauminstrumenten aktiv beteiligt.

Professor Dr. Kim Nasmyth, ab heute Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst, lieferte mit seinen Forschungsarbeiten wichtige Beiträge zur Aufklärung der molekularen Mechanismen. Sie sind für die Kontrolle der Zellteilung und der Chromosomensegregation während der Mitose (gewöhnliche Kernteilung) und Meiose (besondere Form der Zellteilung) verantwortlich. Seine Gruppe identifizierte die Scc1, Scc3 und SMC Proteine, die für die Kohäsion der Schwester-Chromatiden während des Zellzyklus verantwortlich sind. 1999 wurde Nasmyth, gebürtig in London, Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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