• 20.06.2007, 15:03:06
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Hahn verleiht staatliche Auszeichnungen an große Wissenschafterinnen und Wissenschafter

Wien (OTS) - Bundesminister Dr. Johannes Hahn überreicht heute im
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung das Große Silberne
Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie das
Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst an große
Wissenschafterinnen und Wissenschafter und an besonders engagierte
Persönlichkeiten im Dienste der Öffentlichkeit.

Das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik
Österreich erhält Dr. Günther Bauer. Er ist Universitätsprofessor für
Halbleiterphysik an der Universität Linz und zählt zu den
herausragenden Persönlichkeiten in diesem Bereich. Er hat nicht nur
eine außerordentlich hohe Anzahl von Publikationen vorzuweisen,
sondern genießt auch internationale Reputation. In der
wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre stehen besonders Erfolge
bei der gezielten Herstellung von Quantenprodukten im Vordergrund.
Unter den Ausgezeichneten befindet sich auch der österreichische
Experte für die Geschichte Südosteuropas und Ungarns im Besonderen,
Univ.-Prof. Dr. Horst Haselsteiner, Universität Wien. Er war
Gründungsdekan der Fakultät für Mitteleuropastudien an der
deutschsprachigen Gyula Andrassy Universität in Budapest.
Gastprofessuren führten ihn nach Ljubljana, Zagreb und Sarajevo. Seit
der Wende bemüht sich Haselsteiner intensiv um wissenschaftliche
Kontakte zu den Staaten Mittel- und Südosteuropas.
Die ebenfalls ausgezeichnete Andrea Janu, im Bereich
Projektmanagement an der TU Wien tätig, begann ihre erfolgreiche
berufliche Laufbahn als Mitarbeiterin von Prof. Dr. Peter Czernin.
Janu war im Besonderen für die Betreuung der wissenschaftlichen
Arbeiten und der Lehre im Institut für Hoch- und Tiefbau an der TU
Wien verantwortlich. Weiters wirkte sie im Ludwig Boltzmann-Institut
für Managementforschung. Bedeutung erlangte sie insbesondere bei der
Erstellung des Curriculums im Zuge der Strukturierung der
Sicherheitsakademie des Innenministeriums.

Der Doyen der Österreichischen Zivilrechtswissenschaft wird mit dem
Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Forschung I. Klasse
geehrt. Univ.-Prof. DDr. Franz Bydlinski lehrte erfolgreich an der
Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
und war zum Vorstand des Instituts für Zivilrecht bestellt. Darüber
hinaus war er Vortragender an den Universitäten in Göttingen,
Würzburg, Bern, Triest, Istanbul, Rom und Moskau. Außerdem ist
Bydlinski stets gefragter Rechtsgutachter.
Ebenso ausgezeichnet wird Harald Picker, der sich schon als
Pflichtschullehrer schwierigen und auffälligen Kindern und
Jugendlichen besonders zugewandt hat. Seit 1991 ist Picker
anerkannter Psychotherapeut und Psychoanalytiker. 1972 gründete er
eine "Tiefenpsychologisch-therapeutische Wohngemeinschaft für
dissoziale Jugendliche" und 1975 das "Erste Sozialtherapeutische
Institut der Stadt Wien - MA 11", das er auch leitete. Bedeutung
erlangte Picker überdies durch seine Lehraufträge zum Thema
"Psychoanalyse und Sozialpädagogik".

Einem Musiker mit Leib und Seele wird das Österreichische Ehrenkreuz
für Wissenschaft und Kunst überreicht. Seit rund 50 Jahren ist Karl
Wilhelm Hagemayer passionierter Chorleiter in Wien, wobei er seine
erfolgreiche Tätigkeit 1958 als Stiftskapellmeister begann. 1960 war
er der jüngste Chorleiter der Wiener Karlskirche. In jenen Jahren
wurden fast alle Klassikermessen aufgeführt. Er leitete aber nicht
nur gemischte Chöre und Kirchenchöre, sondern etwa auch einen
Behindertenchor. Nach wie vor steht er dem Tischlerchor und dem Chor
der Wiener Fleischer vor und stellt damit seine Liebe zur Musik, sein
Wissen und Können vielen Menschen zur Verfügung.

Mit Dank und Anerkennung gewürdigt wird heute Univ.-Prof. Dr. Fred
Lembeck, der sich besonders im Bereich der Schmerzforschung
international einen Namen gemacht hat. Bis 1992 war Lembeck Professor
für Pharmakologie an der Universität Graz und leitete das Institut
für Experimentelle und Klinische Pharmakologie. Im Rahmen seiner
wissenschaftlichen Arbeiten konnte Lembeck in den 50er Jahren mit der
Bioassay-Methodik "Substanz P" in sensiblen Neuronen nachweisen, was
ihn postulieren ließ, dass Substanz P ein Transmitter sensibler
Neuronen sein könnte. Seine Hypothese wurde später eindrucksvoll
bestätigt: Der erste Überträgerstoff von Schmerznerven wurde von
Lembeck erkannt. Es gibt niemanden, der spannender über die
Geschichte pharmakologischer Entdeckungen erzählen konnte als er.
Die gleiche Würdigung erhält Dr. Hartmut Glossmann. Seine Laufbahn
auf dem Gebiet der Medizin begann in Gießen. Später war er am
National Institute in Bethesda, Maryland, erfolgreich. Dort hat er in
den 70er Jahren wesentliche Beiträge zur Charakterisierung von
Angiotensin-Rezeptoren, Alpha- und Beta-Adrenozeptoren geleistet. Ihm
gelang es erstmals, durch elegant durchgeführte Bindungsstudien unter
Verwendung radioaktiv markierter Calciumantagonisten zu zeigen, dass
diese bereits in die Therapie eingeführten Pharmaka spezifische
Rezeptoren an spannungsabhängigen Calciumkanälen des Skelettmuskels,
des Herzens und an Nervenzellen besitzen. Seine Forschungen endeten
schließlich in der Aufklärung der molekularen Ursachen des
Smith-Lemli-Opitz Syndroms, einer autosomal-rezissiv vererbten
Störung des Cholesterinstoffwechsels. Vorbild ist Glossmann nicht
zuletzt mit seiner Einstellung, eine akademische Entwicklung seiner
Mitarbeiter ganz bewusst zu fördern.

Rückfragehinweis:
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Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Öffentlichkeitsarbeit/jir
Tel.: 01/53120/2881

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