• 20.06.2007, 09:09:30
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Allianz warnt vor lebensgefährlichen "Brandbeschleunigern"

Grillgenuss - aber ohne Spiritus

Wien (OTS) - Das Spiel mit dem Feuer ist beliebt wie eh und je.
Rituale aus Urzeiten werden wiederbelebt und Speisen über offenem
Feuer zubereitet. Doch die Idylle trügt: Jährlich erleiden in
Österreich 500 Menschen beim Grillen zum Teil schwerste
Brandverletzungen. Ab 10% verbrannter Körperoberfläche ist die Sache
ein Fall für den Notarzt, bei Kindern sogar ab 5%!

An heißen Tagen wie heute läuft so manchem Barbecue-Meister die
Zeit davon. Die Kohlen im Grillgerät sind kalt, die Anzündriegel
aufgebraucht. Was tun? Als vermeintliche Hilfe kommen leider oft auch
"bewährte Hausmittel" zum Einsatz: Brennspiritus zum Beispiel -
günstig in der Anschaffung und auch als Brandbeschleuniger
verwendbar. Die Kohle wird beträufelt, ein Streichholz sorgt für die
erste kleine Explosion. Weil es ihm danach immer noch zu langsam
geht, schüttet der Hobbykoch den Spiritus vielleicht direkt aus der
Flasche in die Glut. Schwere Verbrennungen sind bei solchen
Experimenten mit "Molotowcocktails" bereits vorprogrammiert. Für eine
rechtzeitige Flucht kann es da schon zu spät sein.

Hochexplosives Gemisch

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit erleiden jährlich rund 500
Österreicher Brandverletzungen beim Grillen und landen im
Krankenhaus. Die Opfer in der Grillszene sind vorwiegend Männer.
"Brandbeschleuniger wie Spiritus, Benzin, Alkohol, Petroleum und
dergleichen haben in der Nähe von offenem Feuer oder anderen
Wärmequellen überhaupt nichts verloren", warnt Service-Experte Dr.
Peter Loisel von der Allianz. Bei der Verdunstung flüssiger
Brennstoffe entstehe ein hochexplosives Gas-Luft-Gemisch, das bis zu
mehrere Meter Durchmesser erreichen könne. Schon ein kleiner Funke
reiche aus, um die Gaswolke zu entzünden.

Leicht vermeidbares Risiko

Dabei wären die meisten schweren Grillunfälle durch die Verwendung
geeigneter Anzündhilfen einfach zu vermeiden. Damit der Grillgenuss
ohne Verdruss über die Bühne geht, gibt es im Handel Anzündwürfel
oder -riegel, Grillpasten, flüssige Spezial-Anzünder, elektrische
Grillanzünder etc. "Von gefährlichen Anzündhilfen sollte man auf alle
Fälle die Finger lassen", so Loisel.
Falls trotz aller Vorsicht etwas passiert, ist rasche Hilfe
notwendig: Denn ab 10% verbrannter Körperoberfläche ist die Sache ein
Fall für den Notarzt. Bei Kindern schon ab 5%! Dazu die so genannte
klinische "Neunerregel" (prozentueller Anteil an der
Körperoberfläche), um das Ausmaß einer Verbrennung abzuschätzen:

Erwachsene   Kinder > 5 J.   Kinder < 5 J.

 Kopf              9%             15%             19%
 Arme           je 9%         je 9,5%         je 9,5%
 Rumpf vorn       18%             16%             16%
 Rumpf hinten     18%             16%             16%
 Beine          je 9%          je 17%          je 15%
 Handfläche        1%              1%              1%

Drohendes Finanz-Desaster

Viele Opfer stehen auch vor ernsten finanziellen Problemen, wenn
sie keine private Unfallversicherung abgeschlossen haben. Denn von
der gesetzlichen Unfallversicherung erhält man überhaupt keine
Leistung, die gesetzliche Krankenversicherung zahlt bei
Freizeitunfällen nur die Behandlungskosten. Wenn über diese
Basisleistung hinausgehende Kosten anfallen, müssen sie - sofern man
nicht zusätzlich privat unfallversichert ist - aus der eigenen Tasche
finanziert werden.

Fotos zum Download von www.allianz.at: Abdruck honorarfrei
Dr. Peter Loisel, Service-Experte der Allianz, Copyright: Allianz
Grillen mit Brandbeschleuniger. Copyright: MA68 Lichtbildstelle

BILDTEXT: Die größte Gefahr droht durch hochexplosive
Brandbeschleuniger wie z.B. Spiritus oder Benzin, wie dieser
Versuch der Wiener Feuerwehr zeigt.

Links:

Was tun, wenn es brennt?
http://www.brandaus.at/content_heimbrand.asp?part=esbrennt

Richtig löschen
http://www.kfv.at/?id=803

Verbrennungen: Prävention und Erste Hilfe
http://www.brandverletzt.info/

Grillen. Brand- und Verletzungsursachen im Garten
http://www.ots.at/redirect.php?bvslinz

Verbrennungen - klinische Neunerregel
http://www.ots.at/redirect.php?aerztlichepr

Erste Hilfe bei Brandverletzungen
http://www.brandverletzte.at/bv_askdoc/firstaid_start.htm

Allgemeine Informationen zu Brandverletzungen
http://www.brandverletzte.at/bv_askdoc/info_start.htm

Rückfragehinweis:

Dr. Marita Roloff, Unternehmenskommunikation
   Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft
   Allianz Elementar Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft
   Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien
   Tel: 01/878 07 - 80726, Fax: - 40261
   E-Mail: [email protected] 
   Internet: www.allianz.at

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