• 14.06.2007, 10:26:23
  • /
  • OTS0091 OTW0091

PR und Lobbying im Kreuzfeuer medialer Kritik: Nachbetrachtung zum PR-Talk am 12. Juni

Wien (OTS) - Bad news are bad news - der (Ver)ruf einer Branche -
unter diesem Titel lud der Public Relations Verband Austria, PRVA,
am 12. Juni erstmals zum PR-Talk in das Wiener MuseumsQuartier ein.
120 BranchenexpertInnen sowie Interessierte aus Wirtschaft, Politik
und Medien folgten der Diskussion unter der Leitung von
PRVA-Präsident Martin Bredl. Es diskutierten der Journalist und
Buchautor Hans Rauscher, Dietmar Ecker, Inhaber der PR-und
Lobbying-Agentur Ecker & Partner und Politologe und Meinungsforscher
Peter Hajek. Das Impulsreferat lieferte der Lobbyist Peter Köppl.

Transparenz und Selbstkontrolle gegen schwarze Schafe

Peter Köppl, Kovar & Köppl Public Affairs, zeigte in seinem
Vortrag Lösungsansätze auf, um dem Fehlverhalten von einzelnen
unseriösen Lobbyisten und der daraus resultierenden schlechten
Reputation des Berufsfeldes Lobbying entgegenzuwirken. Denn
"Wirtschaft und Politik brauchen professionelles Lobbying", so der
Experte. Um schwarze Schafe aufzudecken und weiteren Schaden von der
Branche und der Politik abzuwenden, plädiert Köppl für mehr
Transparenz von Lobbying-Aktivitäten sowie verstärkte strafrechtliche
Regelungen zur Unvereinbarkeit und Parteifinanzierung. Weiters
appellierte er an PR- und Lobbying-Agenturen zu Selbstkontrolle und
der Einführung interner Qualitätsstandards.

Über die "Verhaberung" eines Systems und die institutionalisierte
Konkurrenz für Lobbyisten

Hans Rauscher ließ gleich zu Beginn der Diskussion wenig Zweifel
über seine Sichtweise der Dinge aufkommen, indem er das Problem am
"permanenten Manipulationsverdacht", dem die Arbeit von Lobbyisten
unterliege, festmachte. In Folge bedauerte er auch den Berufsstand
der Lobbyisten, haben sie doch hierzulande mit den Sozialpartnern
eine übergroße "institutionalisierte Konkurrenz", was allerdings auch
seiner Meinung nach demokratiepolitisch nicht unbedenklich sei. Zumal
im Gegensatz zu anderen Ländern die Lobbyisten im Plenarsaal des
Parlaments sitzen.

Eine kritische Sichtweise zur demokratiepolitischen Befindlichkeit
unseres Landes nimmt auch Peter Hajek ein. Er sprach die allgemeine
"Verhaberung in diesem kleinen Land Österreich" an und stellte eine
grundsätzliche "schlampige Grundhaltung" im Umgang mit Themen wie
beispielsweise Parteispenden fest. "Es muss klipp und klar der Umgang
mit Parteispenden und Zuwendungen geregelt sein", forderte er.

Für einen transparenten Umgang und die Einführung von Richtlinien
trat auch Dietmar Ecker ein. Er kann im übrigen mit beiden
Berufsbezeichnungen - Kommunikationsberater und Lobbyist - leben,
denn letztlich geht es darum, "seine Arbeit argumentieren zu
können". "Die Medien, die eigentlich für Aufklärung und Information
sorgen sollen, sind Teil des verhaberten österreichischen Systems
geworden. Zu viele Selbstverständlichkeiten in Verbindung mit
fehlenden Sanktionierungen sind die Folge", sparte Ecker nicht mit
Kritik an der Rolle der vierten Säule im Staat. Er sprach sich für
die Schaffung einer Transparenz-Richtlinie aus und zitierte dabei
etwa die bestehende EU-Richtlinie für Parteienfinanzierung, "die man
durchaus auch in dieser Form für Österreich andenken kann".

PRVA fördert Ausbildungsstandards und Qualitäts-Zertifizierung für
Agenturen

Für PRVA-Präsident Martin Bredl ist das Thema PR- und
Lobbying-Ausbildung ein wichtiger Beitrag für eine zukünftig
professionellere Darstellung der Branche: "Es gibt gute
Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich, die wesentlich zur
Qualitätsverbesserung beitragen. Der PRVA wird sich hier weiterhin
sehr stark engagieren und zusätzlich auch innerhalb des Verbandes
einen Arbeitskreis für Lobbying und Public Affairs schaffen. Wir
müssen noch mehr öffentlich bekanntmachen, welche Standards es für
unsere Arbeit gibt", so Bredl im Rahmen der Podiumsdiskussion. "Wir
begrüßen und unterstützen jede Initiative, die dazu beiträgt,
Transparenzrichtlinien zu schaffen und werden in diesem Zusammenhang
auch das Thema Qualitäts-Zertifizierung von Agenturen weiter
vorantreiben."

Branchentreff

Beim ersten PR-Talk, der mit Unterstützung des MuseumsQuartiers
durchgeführt werden konnte, wurden u.a. die ehemaligen
PRVA-Präsidenten Christoph Bruckner (alphaaffairs) und Gabi
Faber-Wiener (Trimedia), sowie die PRVA-Vorstandsmitglieder Daniela
Enzi (MuseumsQuartier), Wolfgang Martinek (CARE), Peter Hörschinger
(ikp), Bettina Pepek (Austria Tabak), Sabine Pöhacker
(comm:unications) und Ingrid Vogl (Wr. Stadtwerke) gesichtet. Weitere
Gäste waren Sigrid Bachinger (Telekom), Wolfgang Fingernagel (BMUKK),
Cathrine Grumbach-Palme (Falkensteiner Hotels), Christian Kollmann
(communication matters), Saskia Kreuzer (Pleon Publico), Elisabeth
Märzendorfer (Novartis), Brigitte Mühlbauer (Menedetter PR), Gudrun
Pallierer (AMS), Elisabeth Pechmann (Ogilvy & Mather) und Cristine
Zach (ÖAMTC Akademie).

Fotos download: www.pressefotos. At t / P. Fichtinger, Abdruck
honorarfrei
Weitere Unterlagen (Key-Note, Studie, CVs): www.prva.at

Der PRVA ist einer der größten unabhängigen Kommunikationsverbände
Österreichs. Mitglieder sind rund 500 PR-Fachleute aus Agenturen,
Unternehmen, Organisationen Institutionen, Gebietskörperschaften und
der Politik sowie 70 PR-Agenturen. Ziel des PRVA ist neben der
Interessenvertretung seiner Mitglieder, die fachlich fundierte Aus-
und Weiterbildung sowie die laufende qualitative Weiterentwicklung
der Branche. Die Mitglieder sind zur Einhaltung des PRVA-Ehrenkodex
und des Athener Codex verpflichtet. www.prva.at

Rückfragehinweis:
PRVA-Büro, 01/ 715 15 40, [email protected]
Martin Bredl, 059 059 1 - 11001, [email protected]
Bettina Pepek, 01/ 313 42 - 1321, [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PRV

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel