• 12.06.2007, 14:03:44
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  • OTS0247 OTW0247

LR Kepplinger: "LH selbst hat Ermächtigung beantragt, 25 % der Energie AG an den Verbund zu veräußern."

Linz (OTS) - Der konkrete Antrag des Landeshauptmanns in einer
eigens einberufenen Regierungssitzung am 7. März 2006, der am 9. März
2006 dann auch vom Landtag bestätigt wurde, lautet:
"...wird die Oö. Landesregierung ermächtigt, [... eine] Beteiligung
von 25 % plus einer Aktie am stimmberechtigten
Stammaktiengrundkapital der EAG [...] an die österreichische
Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft zu veräußern."

Die vom Landeshauptmann beantragte und vom Landtag beschlossene
Verbundkooperation ist eine interessante Möglichkeit, aber auch die
100 % Eigentümerschaft der öffentlichen Hand ist für die Energie AG
wirtschaftlich gut vorstellbar.

Die betriebswirtschaftliche Analyse von Landesrat Dr. Kepplinger
zeigt, dass die Energie AG ohne Börsegang oder strategische
Partnerschaft absolut zukunftsfähig ist. Vor allem im
Endkundengeschäft und bei der Versorgungssicherheit hat sie ihre
Kompetenzen und ohne den Druck, hohe Dividenden an Anleger zahlen zu
müssen, kann weiterhin investiert werden. Eine Verbundkooperation
sollte angesichts der jüngsten Aussagen von Verbund-Chef Pistauer
dennoch ohne Präjudiz geprüft werden.

Dr. Kepplinger stellte schon mehrfach klar, dass die SPÖ von den
Stärken der Energie AG überzeugt ist. Damit laufen die falschen
Behauptungen von ÖVP Klubobmann Michael Strugl völlig ins Leere,
wonach die SPÖ einen bedingungslosen Verkauf an den Verbund wünsche.

"Im Gegenteil, einzig und allein wenn sich wirtschaftliche
Synergien aus einer Kooperation mit dem Verbund ergeben, wäre eine
Partnerschaft überhaupt sinnvoll. Ob diese möglich und gescheit ist,
sollte ohne Präjudiz geprüft werden. Es ist allgemein bekannt, dass
der Verbund bei der Energieproduktion sehr stark ist und die EAG beim
Endkundengeschäft. Aber es ist schon klar, dass Strugl und der ÖVP,
die entgegen aufrechter Beschlüsse nur von den Kategorien der
Börsenprivatisierung reden, solche Alternativen nicht willkommen
sind.", so Landesrat Kepplinger in seiner Reaktion.

Derzeit fährt der Verbund einen forschen Endkunden-Kurs und
unterbietet bei den Strompreisen Österreichweit alle Mitbewerber um
rund 10 Prozent. Das ist deshalb möglich, weil der Verbund
wirtschaftlich den längsten Atem der Branche hat. Diese
Vormachtstellung hat aber nichts mit dem Börsegang des Verbunds zu
tun, sondern mit 1,687 Milliarden EURO, die der Verbund auf Grund
einer EU-Richtlinie für verlorengegangene Investitionskosten
(stranded costs) bekommen hat. "Diese 1,6 Milliarden 'stranded costs'
wurden auf die Konsumenten abgewälzt und ermöglichten dem Verbund
günstig seine Anlagen abzuschreiben. Dadurch werden die Kosten
gedrückt und dieser Kostenvorteil wird - unabhängig von der
Börsenstory - für das Erweitern der Marktanteile verwendet. Diese
Tatsache ist zu akzeptieren und nicht propagandistisch dem Börsegang
zuzuschreiben.", meint Landesrat Dr. Kepplinger.

Schließlich appelliert Dr. Kepplinger noch einmal an die ÖVP und
den Finanzreferenten LH Pühringer, endlich konkrete Zahlen und die
finanziellen Erwartungen aus dem Börsegang der Energie AG auf den
Tisch zu legen. Die unerträgliche Verzögerungspolitik des
Landeshauptmannes ist für ihn nicht nachvollziehbar. "Schließlich
muss jeder Verkäufer eine Vorstellung davon haben, wie viel er aus
einem Geschäft erlösen kann." In der betriebswirtschaftlichen Analyse
von Dr. Kepplinger bleiben 35 bis 235 Millionen Euro für die Energie
AG, reichlich wenig für einen unumkehrbaren Verkauf. Und in
Verbindung mit den budgetären Begehrlichkeiten des Landeshauptmanns
können, so Kepplinger, die 235 Millionen als optimistische Obergrenze
kaum erwartet werden.

Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich
Medienservice
Silvia Reisinger
Tel.: (0732) 772611-35
mailto:[email protected]

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