- 11.06.2007, 10:56:54
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Sima/Roiss/Fazekas: Wien, NÖ und OMV gemeinsam gegen Feinstaub
Neue OMV-Rauchgasreinigungsanlage ab Oktober in Betrieb, Präsentation neuer Studie zu ausländischen Feinstaubquellen
Wien (OTS) - Bei einem Betriebsbesuch in der OMV Raffinerie
Schwechat überzeugten sich heute der Schwechater Bürgermeister Hannes
Fazekas und die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima von den
Baufortschritten an der neuen Rauchgasreinigungsanlage in der
Raffinerie. Die neue Anlage bringt eine Reduktion von Schwefeldioxid
um 65 % und eine Reduktion von Stickoxiden um 55 % - beides
Feinstaubvorläufersubstanzen - und wird im Oktober dieses Jahres in
Betrieb gehen. Die rund 100 Mio. Euro teure Umweltinvestition ist
Teil einer Zusammenarbeit der OMV mit dem Land Niederösterreich und
der Stadt Wien im gemeinsamen Kampf gegen die Feinstaubbelastung in
der Ostregion.****
OMV Generaldirektor Stv. Gerhard Roiss: "Die OMV nimmt ihre
Verantwortung gegenüber der Umwelt ernst. Der Bau der Anlage in der
Raffinerie Schwechat zeigt, dass wir aktiv einen wesentlichen Beitrag
zur Feinstaubreduzierung und für eine bessere Luft leisten. Diese
freiwilligen Maßnahmen unterstreichen unsere Bestrebungen, gemeinsam
mit unseren Nachbarn Wien und Niederösterreich hier nachhaltig
Schritte zu setzen." Mit der neuen Anlage reduziert die OMV ab
Oktober 2007 die Emissionen von Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxiden
(NOx). Für SO2 gilt derzeit ein Grenzwert von 800 mg/m3 und für NOx
ein Wert von 900 mg/m3. Die zukünftigen EU-Grenzwerte betragen
jeweils 400 mg/m3. Die OMV wird nach Inbetriebnahme der neuen Anlage
diese Grenzwerte freiwillig um die Hälfte unterschreiten. Bei
Schwefeldioxid entspricht das einer Reduktion von mehr als 2.400
Tonnen pro Jahr, bei den Stickoxiden wird dadurch eine Verminderung
um mehr als 1.400 Tonnen pro Jahr erreicht. In Sachen
Umweltschutzmaßnahmen hat die OMV eine Vorreiterrolle -
beispielsweise durch die Einführung schwefelfreier Treibstoffe 2004,
fünf Jahre vor der von der EU geforderten Frist.
Der Schwechater Bürgermeister Fazekas wies bei der heutigen
Begehung darauf hin, dass es in Schwechat mehrmals jährlich zu
Grenzwertüberschreitungen kommt: "Die Stadtgemeinde hat eigene
Strategien gegen hausgemachte Belastungen gesetzt, kann aber dabei
nicht auf die Mitarbeit der lokalen Wirtschaft verzichten.
Initiativen zur Reduktion der Emissionen - wie jetzt in der OMV -
müssen ein Vorbild für die Industrie sein", so Fazekas. Die
Entwicklung der Stadt Schwechat wie der gesamten Region ist in
mehrfacher Hinsicht mit der Entwicklung der Betriebsstandorte
verknüpft. Ein Aspekt ist die Verantwortung, die von der Industrie
für die Umwelt übernommen wird.
Wenn Bedingungen geschaffen werden, die über gesetzlich
verlangte Standards hinausgehen, trägt das zur nachhaltigen
Entwicklung bei - einer Entwicklung, von der die Menschen hier
profitieren. Die Kosten für die neue Filteranlage sollten als
Investition in die Erhaltung der Lebensqualität in der Region gesehen
werden.
Die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima bedankte sich für die
gelungene Kooperation mit der OMV, die eine weitere Verbesserung der
Luftqualität auch in Wien bringen wird. "Wien kämpft seit Jahren auf
allen Ebenen gegen die Feinstaubbelastung, die Investition der OMV in
diese moderne Anlage sind ein weiterer wesentlicher Schritt für uns."
Neben dieser Maßnahme und den vielen Schritten, die die Stadt Wien im
Rahmen der beiden Feinstaub-Maßnahmenpakete setzt, sind laut Sima
aber auch energische Schritte auf überregionaler Ebene unerlässlich.
Feinstaub kennt bekanntlich keine Grenzen und ein Teil der
Feinstaubelastung Wiens ist nicht hausgemacht - was auch eine
aktuelle Studie belegt.
Studie analysiert 100 Anlagen in Osteuropa
Die Studie analysiert den Beitrag einzelner Feinstaubverursacher
im Ausland auf die Luftgüte im Osten Österreichs. Bereits etliche
andere Studien wie etwa die Aquella-Studie der TU Wien zeigen seit
Jahren, dass der Schadstoffferntransport aus den östlichen
Nachbarländern ein wichtiger Einflussfaktor für die Luftqualität im
Nordosten Österreichs ist. Die neue Umweltbundesamt-Studie hat nun
erstmals große Einzelquellen in verschiedenen europäischen Staaten,
so genannte Punktquellen, unter die Lupe genommen. Es handelt sich
dabei in erster Linie um mit Kohle beheizte Kraftwerke. Die
Quantifizierung des Beitrags der einzelnen Quellen erfolgte mit Hilfe
von Modellrechnungen, die von der Zentralanstalt für Meteorologie und
Geodynamik durchgeführt wurden.
Die Studienautoren zeigen auf, dass für Wien relevante
Quellregionen in Bosnien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Serbien,
Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn zu finden sind. Aus diesen
Ländern wurden die Emissionsdaten von insgesamt etwa 100 großen
Punktquellen (Kraftwerken) erhoben bzw. abgeschätzt. In Summe haben
diese einen Schadstoffausstoß von etwa 2.000.000 Tonnen
Schwefeldioxid (SO2), 300.000 Tonnen Stickoxide (NOx) - beides
Feinstaubvorläufersubstanzen - und 80.000 Tonnen Feinstaub (PM10).
Zum Vergleich: die gesamtösterreichischen Emissionen von SO2
betrugen im Jahr 2005 rund 26.000 Tonnen, von NOx ca. 159.000 Tonnen
und von PM10 rund 45.000 Tonnen.
Berechnet wurden die Beiträge der einzelnen Punktquellen auf die
Luftbelastung durch SO2, NOx und PM10 in Wien und weiteren Standorten
im Burgenland (Illmitz), Niederösterreich (Pillersdorf),
Oberösterreich (Enzenkirchen) und in der Steiermark (Klöch).
Luftschadstoffbelastung bis zu 15 % aus Punktquellen
Die Studie belegt einmal mehr, dass es stets eine Vielzahl von
Feinstaubquellen gibt. Feinstaub entsteht bei Verbrennungsprozessen
in der Industrie, im Verkehr, in Haushalten und in der Bauwirtschaft.
Feinstaub entsteht durch primäre Partikel und auch durch so genannte
sekundäre Partikel. Primäre Partikel werden an den Schadstoffquellen
direkt ausgestoßen, sekundäre Partikel werden erst in der Atmosphäre
gebildet.
Was die untersuchten Punktquellen aus den Nachbarländern
betrifft, so konnte das Umweltbundesamt zur Belastung durch
Feinstaubvorläufersubstanzen und Feinstaub für Wien Folgendes
analysieren:
Zur SO2-Belastung tragen ausländische Punktquellen etwa 15 % des
Jahresmittelwertes bei. Zur PM10-Belastung durch primäre und
sekundäre Partikel tragen sie 5 % der Gesamtbelastung bei. Die
restlichen nach Wien importierten Partikel stammen somit aus etlichen
anderen Bereichen, wie aus der Industrie, anderen Kraftwerken, dem
Verkehr und dem Hausbrand.
Emissionen ausgewählter Punktquellen:
o Braunkohlekraftwerk Maritza II in Bulgarien emittiert pro Jahr 332.000 Tonnen SO2. o Braunkohlekraftwerk Belchatow (Europas größtes Wärmekraftwerk und das zweitgrößte Kohlekraftwerk der Welt) in Polen emittiert pro Jahr 144.000 Tonnen NOx. o Braunkohlekraftwerk Ledvice in Nordböhmen (Tschechien) emittiert pro Jahr 26.900 Tonnen Staub.
Der größte Beitrag zur SO2-Belastung in Wien und Illmitz stammt
aus Mittelungarn (Region Budapest - Györ), ebenso bei sekundären
Partikeln von Feinstaub. Bei diesen zeigen sich auch Einflüsse von
weiter entfernten Quellregionen. Bei NOx ist laut Studienautoren
keine Quellregion dominierend. Bei den primären Feinstaub-Emissionen
stammt der größte Beitrag aus der Region Oberschlesien-Ostrava
(Polen, Tschechien).
"Die Studie zeigt erstmals klare Einzelquellen von
Feinstaubverursachern auf, die für Wien relevant sind. Somit ist die
Analyse der Punktquellen ein klarer Handlungsauftrag, konkret bei
diesen Einzelverursachern anzusetzen. Ich werde daher mit dem
zuständigen Umweltminister Pröll Gespräche aufnehmen, um die
Auslandsförderung des Bundes in einen Anti-Feinstaub-Schwerpunkt in
genau diesen Quellen zu investieren", so Sima. Mit dem Einbau von
modernen Filteranlagen kann die Luftschadstoffbelastung aus
Kraftwerksanlagen extrem vermindert werden. "Feinstaub kennt
bekanntlich keine Grenzen, Investitionen in die analysierten
Kraftwerke in den Nachbarstaaten kommen daher uns allen zu Gute", so
Sima abschließend. (Schluss) vor
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Anita Voraberger
Büro der Umweltstadträtin
Büro: 4000/81353
E-Mail: [email protected]
Mag. Thomas Huemer
OMV Aktiengesellschaft/Corporate Communications
Tel: +43 1 40 440-21660
E-Mail: [email protected]
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