• 06.06.2007, 21:12:06
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Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTA von M. Geistler-Quendler: RSchwelle für Rationalisierer

Klagenfurt (OTS) - Es spricht nichts dagegen, über
Strukturreformen im Gesundheitswesen nachzudenken. Wenn die ÖVP aber
so tut, als würde ein Kompetenzentzug für die Krankenkassen - und
nichts anderes wäre ein Aus für die Selbstverwaltung der
Sozialversicherungsbeiträge - automatisch Finanzierungsprobleme
lösen, ist das eine Schimäre.

Geldnöte rühren in erster Linie von einer veränderten
demografischen Entwicklung und Einflüssen der Arbeitsmarktsituation
auf die Finanzkraft der Beitragszahler her. Bei einer anwachsenden
Anzahl geringfügig beziehungsweise Teilzeitbeschäftigter nimmt diese
ab. Die Absicherung des Gesundheitssystems kann nur im Rahmen
größerer gesellschaftspolitischer Konzepte gelingen als mit jenem
Versuchsballon, den eine "Perspektiven"-Gruppe nun via Medien
aufsteigen ließ.

Was hinter der wohlklingenden Worthülse "Steuerfinanziertes
Gesundheitssystem" steckt, ließ Oberösterreichs Finanzlandesrat
durchblicken: Finanzierung aus einer - politischen - Hand. Nicht mehr
Kassen, die sich dem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem
verpflichtet sehen, würden die Mittel verwalten. Das heißt so
verteilen, dass auch jene versorgt werden, die weniger beitragen
können als andere. Der Verdacht, dass man gerade diese Schwelle für
hemmungslose Rationalisierer ausschalten will, liegt nahe.

Rückfragehinweis:

Neue Kärntner Tageszeitung
   Viktringer Ring 28
   9020 Klagenfurt
   
   Mag. Michaela Geistler-Quendler
   Tel.: 0463/5866-514
   E-Mail: [email protected]

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