• 05.06.2007, 12:06:36
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Matznetter: Steigendes Wachstum muss in den Brieftaschen der Bevölkerung ankommen

Bundesregierung wird Maßnahmen setzen, um Schwächen im privaten Konsum auszugleichen

Wien (SK) - Die Wirtschaftsentwicklung sei ausgezeichnet.
Österreich sei beim Wachstum sehr gut unterwegs und liege erstmals in
diesem Jahrzehnt deutlich über dem EU-Schnitt, sagte
Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter gestern Abend beim 2.
Wiener Handelssalon vor den führenden Vertreterinnen und Vertretern
der österreichischen Handelsszene. Die wirtschaftliche Entwicklung
stimme alle sehr positiv. Einziger Wehrmutstropfen sei es, dass das
Wachstum sehr stark vom Export getragen werde und die
Inlandsnachfrage, die sich gerade in der Handelsbranche direkt und
unmittelbar niederschlage, deutlich zurückbleibe, sagte Matznetter
gegenüber den Managern. "Das steigende Wachstum muss in Zukunft
wieder deutlich stärker in den Brieftaschen der Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer landen", so der Staatssekretär. ****

Die privaten Konsumausgaben seien 2006 bei einem realen Wachstum von
3,2 Prozent BIP nur um 1,8 Prozent gestiegen. Heuer werde eine
Steigerung von 2,2 Prozent erwartet, was ebenfalls deutlich hinter
den aktuellen Wachstumsprognosen zurückbleibe. Und auch im Jahr 2008
werde nur mit einem realen Zuwachs von 2 Prozent bei den privaten
Konsumausgaben gerechnet. Das Wachstum schlage sich nicht im
entsprechenden Zuwachs bei der Inlandsnachfrage nieder, führte der
Staatssekretär aus. "Die Realeinkommen sind in Österreich deutlich
geringer gestiegen als im Vergleich zur Eurozone. In der Eurozone
sind die Einkommen um 4,15 Prozent gestiegen, in Österreich hingegen
nur um 2,93 Prozent", sagte Matznetter. Leider werde der Abstand
jedes Jahr größer. Österreich hätte daher auch die am stärksten
fallende Lohnquote innerhalb Europas, die von knapp 60 Prozent im
Jahr 1999 inzwischen auf weniger als 55 Prozent abgesunken sei. "So
einen starken Rückgang bei der Lohnquote hat kaum ein OECD-Land
mitmachen müssen", bedauerte Matznetter.

"Diese Entwicklung bedeutet nichts anderes, als dass die breite
Bevölkerung einfach nicht mehr in der Brieftasche hat und damit ihr
Geld auch nicht in unsere Geschäfte trägt", begründet der
Staatssekretär den dringenden Handlungsbedarf der Bundesregierung in
Sachen Stärkung der Massenkaufkraft. Es müsse in den nächsten Jahren
gelingen, einerseits nachhaltige Exportsteigerungen weiter zu
fördern, aber gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Menschen wieder
mehr in der Brieftasche haben und das steigende Wachstum in Form von
mehr Einkommen auch tatsächlich bei den Leuten ankomme. Um dieses
Ziel zu erreichen, habe sich die Bundesregierung ein ambitioniertes
Programm vorgenommen, um die Schwächen im privaten Konsum
auszugleichen. "Wir werden einerseits Maßnahmen bei den ärmsten
Bevölkerungsgruppen setzen, gleichzeitig deutlich mehr als in den
vergangenen Jahren in die Qualifikation und Re-Qualifikation der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer investieren und im Zuge der
Steuerreform 2010 die Arbeit deutlich entlasten", skizzierte der
Finanzstaatssekretär das Programm. Vor allem die Kaufkraft der
ärmsten Bevölkerungsgruppen müsse gestärkt werden, daher habe sich
die Regierung auf einen Mindestlohn von monatlich 1000 Euro
festgelegt und werde eine bedarfsorientierte Mindestsicherung von 726
Euro monatlich umsetzen.

"Diesen Weg wird die Bundesregierung in den nächsten Jahren gehen.
Und von der Stärkung des privaten Konsums wird unmittelbar auch die
gesamte Branche des Handels profitieren", zeigte sich der
Staatssekretär gegenüber den Handelsvertretern überzeugt. (Schluss)
js

Rückfragehinweis: Mag. Dagmar Strobel, Pressesprecherin des
Staatssekretärs, Tel: 01-514-33-500054

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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