Matznetter: Steigendes Wachstum muss in den Brieftaschen der Bevölkerung ankommen

Bundesregierung wird Maßnahmen setzen, um Schwächen im privaten Konsum auszugleichen

Wien (SK) - Die Wirtschaftsentwicklung sei ausgezeichnet. Österreich sei beim Wachstum sehr gut unterwegs und liege erstmals in diesem Jahrzehnt deutlich über dem EU-Schnitt, sagte Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter gestern Abend beim 2. Wiener Handelssalon vor den führenden Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Handelsszene. Die wirtschaftliche Entwicklung stimme alle sehr positiv. Einziger Wehrmutstropfen sei es, dass das Wachstum sehr stark vom Export getragen werde und die Inlandsnachfrage, die sich gerade in der Handelsbranche direkt und unmittelbar niederschlage, deutlich zurückbleibe, sagte Matznetter gegenüber den Managern. "Das steigende Wachstum muss in Zukunft wieder deutlich stärker in den Brieftaschen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer landen", so der Staatssekretär. ****

Die privaten Konsumausgaben seien 2006 bei einem realen Wachstum von 3,2 Prozent BIP nur um 1,8 Prozent gestiegen. Heuer werde eine Steigerung von 2,2 Prozent erwartet, was ebenfalls deutlich hinter den aktuellen Wachstumsprognosen zurückbleibe. Und auch im Jahr 2008 werde nur mit einem realen Zuwachs von 2 Prozent bei den privaten Konsumausgaben gerechnet. Das Wachstum schlage sich nicht im entsprechenden Zuwachs bei der Inlandsnachfrage nieder, führte der Staatssekretär aus. "Die Realeinkommen sind in Österreich deutlich geringer gestiegen als im Vergleich zur Eurozone. In der Eurozone sind die Einkommen um 4,15 Prozent gestiegen, in Österreich hingegen nur um 2,93 Prozent", sagte Matznetter. Leider werde der Abstand jedes Jahr größer. Österreich hätte daher auch die am stärksten fallende Lohnquote innerhalb Europas, die von knapp 60 Prozent im Jahr 1999 inzwischen auf weniger als 55 Prozent abgesunken sei. "So einen starken Rückgang bei der Lohnquote hat kaum ein OECD-Land mitmachen müssen", bedauerte Matznetter.

"Diese Entwicklung bedeutet nichts anderes, als dass die breite Bevölkerung einfach nicht mehr in der Brieftasche hat und damit ihr Geld auch nicht in unsere Geschäfte trägt", begründet der Staatssekretär den dringenden Handlungsbedarf der Bundesregierung in Sachen Stärkung der Massenkaufkraft. Es müsse in den nächsten Jahren gelingen, einerseits nachhaltige Exportsteigerungen weiter zu fördern, aber gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Menschen wieder mehr in der Brieftasche haben und das steigende Wachstum in Form von mehr Einkommen auch tatsächlich bei den Leuten ankomme. Um dieses Ziel zu erreichen, habe sich die Bundesregierung ein ambitioniertes Programm vorgenommen, um die Schwächen im privaten Konsum auszugleichen. "Wir werden einerseits Maßnahmen bei den ärmsten Bevölkerungsgruppen setzen, gleichzeitig deutlich mehr als in den vergangenen Jahren in die Qualifikation und Re-Qualifikation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer investieren und im Zuge der Steuerreform 2010 die Arbeit deutlich entlasten", skizzierte der Finanzstaatssekretär das Programm. Vor allem die Kaufkraft der ärmsten Bevölkerungsgruppen müsse gestärkt werden, daher habe sich die Regierung auf einen Mindestlohn von monatlich 1000 Euro festgelegt und werde eine bedarfsorientierte Mindestsicherung von 726 Euro monatlich umsetzen.

"Diesen Weg wird die Bundesregierung in den nächsten Jahren gehen. Und von der Stärkung des privaten Konsums wird unmittelbar auch die gesamte Branche des Handels profitieren", zeigte sich der Staatssekretär gegenüber den Handelsvertretern überzeugt. (Schluss) js

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