Rotreat schloss Standort Werndorf

In ganz Europa erfolgreich - nur im Heimmarkt "versickern" Deponie-Abwässer

Graz (OTS) - Die in Graz ansässige Rotreat Abwasserreinigung GmbH hat vor kurzem ihren Betriebsstandort Werndorf (südlich von Graz) stillgelegt, weil die theoretisch nach dem "Stand der Technik" zu reinigenden Sickerwasser-Mengen von Abfalldeponien in der Steiermark immer kleiner geworden sind. "Wir haben zuletzt in Werndorf bis zu 14.000 Tonnen Deponie-Sickerwässer gereinigt, die wir großteils jedoch aus anderen Bundesländern und sogar aus Tirol nach Werndorf geführt haben. Das macht weder ökologisch - siehe Verkehrsemissionen - noch wirtschaftlich Sinn", erklärt Michael Schöffel, der Geschäftsführende Gesellschafter des steirischen Abwasserspezialisten.

Die Rotreat Abwasserreinigung GmbH erzielt als reine Betreibergesellschaft mit 12 Mitarbeitern rund 3,5 Mio. Euro Jahresumsatz, zusammen mit Partnern bei kompletten Anlagenlieferungen ca. 7,5 Mio. Euro Jahresumsatz. "Die Schließung des Standortes Werndorf hat auf die Rotreat praktisch keine wirtschaftlichen Auswirkungen, macht aber ein enormes Problem der steirischen Deponiebetreiber deutlich: Die entweder nicht vorhandene oder nicht zeitgemäße Behandlung der Deponie-Sickerwässer", erläutert Michael Schöffel. "Wo bleibt hier der von der Politik stets intensiv strapazierte nachhaltige Gewässerschutz?"

"Rund 80 Prozent der auf den österreichischen Abfalldeponien eingesetzten Sickerwasser-Reinigungsanlagen arbeiten mit der Rotreat-Technologie - aber von den neun Massenabfall-Deponien in der Steiermark reinigen nur die Deponie Paulisturz der UEG auf dem Erzberg und die Deponie Halbenrain der ASA ihre Sickerwässer nach dem Stand der Technik. Die sieben anderen Deponien reinigen ihre Sickerwässer nicht nach dem Stand der Technik und die Deponie Frohnleiten verfügt nicht einmal über ein gesetzlich vorgeschriebenes Sickerwasserbecken", erklärt Schöffel, weshalb er sich "chancenlos im Heimmarkt Steiermark" sieht. "Wir sind mit unserer Technologie zwar europaweit erfolgreich, von Spanien bis in die Türkei, wo man sich überall um den bestmöglichen Gewässerschutz bemüht, in der Steiermark aber wird dieser hohe Standard anscheinend nicht gebraucht".

Es sei sehr schwer verständlich, weshalb die Behörde diesen "lockeren Umgang" mit den strengen abwasser- und abfallrechtlichen Bestimmungen toleriere. Vermutlich setzten die Aufsichts- und Genehmigungsbehörden auf das Auslaufen der Abfalldeponierung mit Jahresende 2008 - obwohl es auch danach weiterhin Sickerwässer und Deponien geben werde.

"Der schwächelnde Heimmarkt ist mit ein Grund, weshalb wir jetzt die Auslandsexpansion weiter intensivieren, kündigt der Rotreat-Geschäftsführer die nächsten Expansionsschritte an. Der Wasserspezialist Rotreat, der über mehrere Patente zur Wasseraufbereitung verfügt, hat dafür noch einige Pfeile im Köcher:
So engagieren sich die Grazer Spezialisten derzeit verstärkt in Entwicklungen für die Trinkwasseraufbereitung sowie die Bier- und -ganz aktuell - auch die Weinfiltration.

"Bei der Weinfiltration muss nämlich europaweit der Einsatz von Kieselgur (Diatomeenerde) als Filtermedium auslaufen und wir wollen eine unserer Spezialitäten, die Membrantechnologie, als mindestens gleichwertigen Ersatz anbieten", erläutert Schöffel. "In St. Peter ob Judenburg (Obersteiermark) betreiben wir bereits seit 2002 die einzige Membran-Großkläranlage in Österreich - mit großem Erfolg -und für die dort eingesetzte Membrantechnologie entwickeln wir derzeit weitere Anwendungsgebiete".

Rückfragen & Kontakt:

Für Rückfragen steht Michael Schöffel gerne unter 0664/2212084 oder
0316/812346 zur Verfügung.

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