• 24.05.2007, 21:12:08
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Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar "Der Spatz und die Taube" (von Eva Weissensteiner)

Ausgabe, 25. Mai 2007

Klagenfurt (OTS) - Freilich: hinterher ist man immer gescheiter.
Manche machen sich aber schon im Vorhinein "gescheit im Hinblick
aufs Hinterher. Etwa, indem sie sich die Prognosen zur
Wertentwicklung der Hypo anschauen. So wie Tilo Berlin. Er hat
hingeschaut und für 2009 einen Wert von 4,2 bis 4,7 Milliarden Euro
festgesetzt. Bei seinem Einstieg vor knapp einem halben Jahr war die
Bank um die 2,2 Milliarden Euro wert. Er rechnete also mittelfristig
mit einer Verdoppelung seines Einsatzes.

Warum er trotzdem jetzt schon, bei einer Wertbasis von 3,25
Milliarden Euro, seine Anteile an die BayernLB abgab, erklärt er sehr
pragmatisch: Mit dem alten Dilemma vom Spatz in der Hand und der
Taube auf dem Dach. 100 bis 130 Millionen Euro Gewinn jetzt gleich
oder - wenn alles gut geht - weitaus mehr in zwei Jahren? Aus der
Sicht des Investors, der in erster Linie die Interessen seiner
Anleger vertritt, hat er sich für den Spatz entschieden.

So wie das Land. An der prognostizierten guten Entwicklung der
ehemaligen Landesbank wird Kärnten nur noch zu einem Fünftel
mitschneiden. Alles andere ist verkauft. Weil man das Geld schnell
braucht, zur Tilgung der Wandelanleihe. Berlin hatte den Luxus, sich
entscheiden zu können, ob er heute viel oder in zwei Jahren sehr viel
verdienen will. Das Land hat sich dieser Entscheidungsfreiheit
beraubt.

Rückfragehinweis:

Neue Kärntner Tageszeitung
   Viktringer Ring 28
   9020 Klagenfurt
   
   Eva Weissensteiner
   Tel.: 0463/5866-521
   E-Mail: [email protected]

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