Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), WINGAS GmbH und OOO GAZPROM EXPORT eröffnen Erdgasspeicher Haidach

Größter Erdgasspeicher Österreichs und zweitgrößter Mitteleuropas entsteht in Haidach (Salzburg/OÖ)

Wien (OTS) - Die Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), WINGAS GmbH und OOO GAZPROM EXPORT haben am heutigen Donnerstag, 24. Mai 2007, den Erdgasspeicher Haidach, Salzburg/OÖ, offiziell eröffnet. Damit wurde der erste Teil des in zwei Stufen geplanten größten Erdgasspeicherprojekts Österreichs nach den höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards in der Rekordzeit von nur zwei Jahren projektiert und abgeschlossen. Die Umsetzung der zweiten Ausbaustufe beginnt Ende 2008 und wird im April 2011 abgeschlossen sein. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Erdgasspeichers Haidach für beide Ausbaustufen beträgt 250 Mio. Euro. Der Speicher wird von der RAG als Konzessionsinhaberin errichtet und technisch betrieben. Im Erdgasspeicher Haidach werden bis zu 2,4 Mrd. m3 Erdgas gespeichert werden können, damit verdoppeln sich die österreichischen Speicherkapazitäten. Das geplante Speichervolumen entspricht etwa einem Viertel des österreichischen Gesamtjahresbedarfs an Erdgas.

"Der Import von Erdgas nach Europa steigt rasant. Daher sind Erdgasspeicher ein ganz wesentliches Standbein, um unsere Erdgasversorgung auch in Zukunft sicherstellen zu können. Mit Haidach sind wir als RAG der größte Speicherbetreiber Österreichs. Neben der Versorgungssicherheit ist Haidach auch von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung für Österreich und fördert die regionale Wertschöpfung", betont RAG Generaldirektor Erik Steenken. Mit der Nachnutzung der natürlichen, 1997 von der RAG gefundenen, Erdgaslagerstätte Haidach als Erdgasspeicher setzen die drei Unternehmen RAG, WINGAS und GAZPROM EXPORT auf die beste und sicherste Form, das umweltfreundliche Erdgas zu speichern. "GAZPROM setzt die Strategie des Ausbaus des Erdgasspeichernetzes in Europa konsequent um, was vor dem Hintergrund der Liberalisierung der europäischen Erdgasmärkte von besonderer Aktualität ist. Der neue Erdgasspeicher erhöht ohne Zweifel die Zuverlässigkeit und Flexibilität der russischen Erdgaslieferungen an die europäischen Verbraucher und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit Europas", so der Vorsitzende des Vorstandes der GAZPROM, Alexej Miller. "Der Speicher in Haidach ist ein wichtiger Beitrag für unsere Strategie des marktnahen Ausbaus von Speicherkapazitäten", erläutert Rainer Seele, Sprecher der Geschäftsführung der WINGAS. Mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe wird WINGAS neue Erdgasspeicher in Europa bauen und so einen nachhaltigen Beitrag für eine sichere Energieversorgung Europas leisten. Dazu gehören neben dem größten Erdgasspeicher Westeuropas im norddeutschen Rehden und dem Speicher Haidach auch Speicher in England (Saltfleetby) und nahe der deutsch-niederländischen Grenze in Jemgum, dessen Bau derzeit geprüft wird. "Mit der Realisierung aller genannten Speicherprojekte bauen wir unsere Position als einer der führenden Anbieter von Speicherkapazitäten in Europa weiter aus", so Seele.

"Der Erdgasspeicher Haidach ist ein Meilenstein für die Energiesicherheit Europas und damit Österreichs", betont Markus Mitteregger, zuständiger Vorstandsdirektor für den Geschäftsbereich Erdgasspeicherung der RAG, die Bedeutung des Speichers Haidach. In Zukunft soll der Geschäftsbereich Erdgasspeicherung auch im Ausland deutlich forciert werden.

Die Erdgaslagerstätte Haidach - Nachnutzung als Erdgasspeicher

Die Erdgaslagerstätte Haidach wurde 1997 als Porenlagerstätte in 1.600 Meter Tiefe durch den Einsatz modernster geophysikalischer Methoden von der RAG gefunden. Mit einem Gesamtvolumen von 4,3 Mrd. m" war die Lagerstätte Haidach seit 1982 der größte Erdgasfund Österreichs. Seit Beginn der Produktion im Jahre 1998 wurden aus der Erdgaslagerstätte über 2,9 Mrd. m" Erdgas für den österreichischen Markt gefördert. Die Erdgaslagerstätte Haidach ist im Hinblick auf die Nachnutzung als Erdgasspeicher eine "Bilderbuchlagerstätte". Sie erstreckt sich über 17,5 Quadratkilometer, der Sandstein, in dessen Poren das Erdgas eingelagert ist hat eine Mächtigkeit von etwa 100 Metern und ist von massiven Tonschichten überlagert. Aufgrund der hohen Durchlässigkeit des Speichergesteins kann pro Stunde etwa eine Million Kubikmeter Erdgas aus dem Speicher entnommen werden.

Die Nutzung einer natürlichen, schon seit Millionen Jahren bestehenden Erdgaslagerstätte als Erdgasspeicher ist die beste und sicherste Form, Energie zu speichern.

Erdgasspeicher stärken Versorgungssicherheit

Die Erdgasbevorratung ist ein wichtiges flexibles Instrument, um die Schwankungen des Erdgasbezugs gegenüber dem Erdgasbedarf auszugleichen. Erdgasspeicher tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit bei, sie gleichen die täglichen Schwankungen des Erdgasverbrauchs aus und decken den Spitzenbedarf in den Wintermonaten ab. Angesichts des hohen Importbedarfs von über 80 Prozent - ein knappes Fünftel des Erdgasverbrauchs wird in Österreich selbst gefördert - ist die Zwischenspeicherung von Erdgas in unterirdischen Speichern das Um und Auf einer sicheren Erdgasversorgung. "Österreich ist im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern in der glücklichen Lage, über hervorragende geologische Bedingungen für Erdgasspeicher zu verfügen. Kein anderer EU-Staat verfügt, gemessen am Verbrauch, über so große Speicherkapazitäten, bei uns wird doppelt so viel Erdgas bevorratet wie im EU-Durchschnitt. Mit dem Speicher Haidach werden diese ohnehin bereits großen Reserven verdoppelt", betont Mitteregger die herausragende Bedeutung von Erdgasspeichern für die Versorgungssicherheit Österreichs und Europas.

Europäische Dimension

Der Erdgasspeicher Haidach umfasst neben der Nutzung der Lagerstätte als Speicher auch die Anbindung des Speichers an den deutsch-österreichischen Erdgasknotenpunkt Burghausen/Überackern durch eine 39 Kilometer lange Pipeline mit einem Durchmesser von 900 mm. Dieses Speicherprojekt ist ein wesentlicher Beitrag zur Strukturierung und Absicherung des steigenden Erdgasbedarfs in Europa und trägt damit überregional aber auch in Österreich wesentlich zur Versorgungssicherheit bei.

Bedarf an Erdgasspeichern steigt

Erdgas ist eine der umweltfreundlichsten und zukunftsträchtigsten Energieformen. Erdgas ist bei Produktion, Transport, Lagerung und Nutzung durch Industrie und Haushalte der umweltschonendste und emissionsärmste der fossilen Energieträger. Aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erlebt Erdgas einen rasanten Aufschwung und wird zu Recht als Energieträger der Zukunft bezeichnet.

Ein Viertel des Verbrauches von Primärenergieträgern entfällt in den EU-Staaten auf Erdgas. Nach der Prognose der EU wird der Erdgasverbrauch der europäischen Länder bis zum Jahr 2020 um weitere 25 Prozent steigen. Der Importbedarf Europas für Erdgas ist dabei hoch und wird weiter zunehmen: von gegenwärtig 50 Prozent bis auf 70 Prozent in 20 bis 30 Jahren. "Das Thema Versorgungssicherheit wird immer wichtiger, der Bedarf an Erdgasspeichern in Europa entlang der großen Erdgasleitungen, die Österreich und Europa mit Erdgas versorgen, immer größer", ist Mitteregger überzeugt. Die Nachnutzung ausgeförderter Lagerstätten als Erdgasspeicher ist die nachhaltigste und sicherste Form Erdgas zu lagern. Dies ist aber europaweit nur in wenigen Bereichen geologisch möglich. "Wir sehen uns derzeit mit Hilfe von Expertenstudien ganz genau an, welche österreichischen Lagerstätten sich noch für die Nachnutzung als Erdgasspeicher eignen. Denn eines ist klar: Die Zukunft der Energiesicherheit Europas steht und fällt nicht zuletzt mit der Möglichkeit Erdgas auf Lager zu haben", skizziert Mitteregger die weiteren Pläne der RAG.

Erdgasspeicher Haidach - Musterprojekt in Sachen Umweltschutz und Arbeitssicherheit

In der Rekordzeit von nur zwei Jahren wurde der erste Teil der Nachnutzung der natürlichen Erdgaslagerstätte Haidach als Erdgasspeicher projektiert und umgesetzt. Mehr als 300 Spezialisten aus ganz Europa waren daran mit mehr als einer Million Arbeitsstunden beteiligt. Besonders stolz sind wir, dass sich dank unserer sicherheitstechnischen Vorkehrungen trotz dieser enormen Herausforderungen weder auf der Baustelle der Speicherstation noch auf den Bohranlagen ein einziger schwerer Arbeitsunfall ereignet hat. Der Schutz der Umwelt und höchste Arbeitssicherheit sind unsere wichtigsten Anliegen. Der Erdgasspeicher Haidach wurde nach den höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards errichtet und wird in der Zukunft genauso betrieben.

Errichtung in Rekordzeit

Nach einer halbjährigen Projektphase wurde mit Beginn der ersten Bohrung am 5. Oktober 2005 die ehemalige Erdgaslagerstätte Haidach für die Nachnutzung als Erdgasspeicher erschlossen. In der ersten Ausbaustufe, die jetzt abgeschlossen wurde, sind insgesamt neun Speicherbohrungen umgesetzt worden. Diese sind notwendig um das Erdgas in das Speichergestein einzulagern, aber auch, um es wieder herauszufördern. Würde man alle neun Speicherbohrungen aneinanderreihen, so ergäbe das eine Strecke von 16,5 Kilometern. Mehr als doppelt so lang, nämlich 39 Kilometer, ist die Pipeline, die den Erdgasspeicher Haidach an das Erdgasfernleitungsnetz in Burghausen / Überackern anbindet. Der Erdgas-Knotenpunkt Burghausen/Überackern verbindet die Erdgasfernleitungsnetze Österreichs und Deutschlands. Für den Bau der Austria-Bavaria-Gas-Pipeline (ABG) wurden mehr als 2.300 Stahlrohre mit einer Länge von jeweils etwa 18 Metern miteinander verschweißt. Der gesamte Rohrleitungsstrang wiegt beinahe 15.000 Tonnen. Mit Hilfe des sogenannten "Salzach-Dükers" wurde die Salzach bei Überackern unterquert. Der 250 Tonnen schwere "Salzach-Düker" besteht aus der Rohrleitung, einem rund zehn Zentimeter dicken Betonmantel und Datenleitungen und ist mit einer 2,5 Meter starken Schicht zur Fluss-Sohle abgedeckt. Die Arbeiten an der Pipeline wurden im Jänner 2007 abgeschlossen, der natürliche Oberflächenzustand wurde wiederhergestellt, sodass nach kürzester Zeit keine Anzeichen der Bautätigkeit im Gelände mehr ersichtlich sind. Ende Februar 2007 wurden die Speicherstation und die technischen Anlagen planmäßig fertig gestellt. Insgesamt waren in diesen zwei Jahren Projekt- und Bauzeit an die tausend Personen beschäftigt, ein wichtiger Beitrag für die Region.

Die Umsetzung des zweiten Teils des Erdgasspeichers Haidach beginnt Ende 2008 und wird im April 2011 abgeschlossen sein. Auf den bestehenden Bohrplätzen werden sechs bis acht weitere Bohrungen durchgeführt um das volle Speichervolumen von bis zu 2,4 Mrd. m3 Erdgas zu erreichen. Die technischen Anlagen, wie Verdichter, Trockner und Kompressoren werden erweitert, es werden keine zusätzlichen Pipelines benötigt.

Regionale Wertschöpfung und volkswirtschaftliche Bedeutung

Das Gesamtinvestitionsvolumen des Erdgasspeichers Haidach wird 250 Mio. Euro betragen. "Der Erdgasspeicher Haidach leistet nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit, er ist auch von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung für ganz Österreich und fördert die regionale Wertschöpfung. Gemeinsam mit unseren Partnern investieren wir mit diesem Projekt erheblich in der Region Strasswalchen und Friedburg/Lengau", unterstreicht Mitteregger.

Die österreichischen Erdgaslagerstätten sind und bleiben Eigentum des Staates Österreich. Der RAG wurden vom Staat Österreich vertraglich die Nutzungsrechte für die Lagerstätte Haidach übertragen, mit der Auflage gegen Speicherzins diese bestmöglich und nachhaltig zu nutzen und zu verwerten. Generell hat die Erdöl- und Erdgasförderung für Österreich eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Etwa 70 Prozent des gesamten Investitions- und Produktionswertes der österreichischen Erdöl- und Erdgasförderung, der etwa 500 Mio. Euro entspricht, wird in Österreich wirksam: über regionale Wertschöpfung durch Investitionen, Steuern, Abgaben und Arbeitsplätze. Österreichweit werden so mehr als 2.200 Arbeitsplätze gesichert.

Das größte Speicherprojekt Österreichs und zweitgrößte Mitteleuropas ist ein Gemeinschaftsprojekt der folgenden drei "Erdgas-Spezialisten":

RAG - Spezialist in Sachen Erdgasspeicherung und -produktion

Die österreichische Rohöl - Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG) ist das traditionsreichste Explorations- und Produktionsunternehmen Österreichs. Seit der Entdeckung von Öl und Erdgas durch die RAG in Österreich im Wiener Becken im Jahre 1937 hat die RAG mehr als 14 Mio. Tonnen Rohöl und mehr als 22 Mrd. m" Erdgas gefördert. Heute produziert die RAG jährlich rund 800 Mio. m" Erdgas und 100.000 Tonnen Rohöl. Um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, betreibt sie seit mehr als 20 Jahren Erdgasspeicher mit einem Arbeitsgasvolumen von ca. 700 Mio. m" in Österreich und ist mittlerweile auch im Erdgashandelsgeschäft tätig. Die Konzessionsgebiete der RAG konnten in den letzten Jahren auf mehr als 7.100 km2 erweitert werden, wobei ca. 60 Prozent in Österreich und ca. 40 Prozent im benachbarten Bayern liegen. RAG befindet sich mit ihren Technologie-, Sicherheits- und Umweltstandards im internationalen Spitzenfeld.

GAZPROM EXPORT- Spezialist in Sachen Erdgasproduktion und -lieferung

Die russische OOO GAZPROM EXPORT ist der weltweit größte Erdgasproduzent und -exporteur. Sie deckt über ein Viertel des europäischen Erdgasverbrauchs. In den drei Jahrzehnten der Tätigkeit wurden über 2.700 Mrd. m" "blauer Brennstoff" aus Russland an die Kunden in Europa geliefert. Gegenwärtig beliefert GAZPROM EXPORT 27 Länder Europas und der GUS mit Erdgas. GAZPROM EXPORT gehört heute zu den erfolgreichsten und fortschrittlichsten Unternehmen Russlands, von deren Exporteinnahmen weitgehend die Abdeckung des Einnahmenteils im russischen Haushalt abhängt. Die Gesamtexportmenge in die europäischen Länder belief sich im Jahr 2006 auf 150 Mrd. m". Darüber hinaus umfasst die Leistungspalette des Unternehmens:
Exportlieferungen von Gaskondensat, Erdölprodukten, verflüssigten Kohlenwasserstoffen und weiteren Produkten der Erdöl- und Erdgasindustrie sowie der Petrochemie.

WINGAS - Spezialist in Sachen Erdgasspeicherung, -handel und -versorgung

Die WINGAS GmbH ist als europäisches Energieunternehmen der BASF-Tochter Wintershall und der russischen GAZPROM EXPORT im Erdgas-Handel und -Vertrieb an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark aktiv. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Erdgasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer eigenen Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als drei Milliarden Euro investiert. Das über 2.000 Kilometer lange WINGAS-Leitungsnetz verbindet die großen Erdgasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den wachsenden Absatzmärkten in Westeuropa. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas - mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien und Deutschland.

Rückfragen & Kontakt:

RAG - Rohöl-Aufsuchungs AG
Gabriele Windisch
Tel.: +43 1 501 16 246
gabriele.windisch@rohoel.at

WINGAS GmbH
Stefan Leunig
Tel.: +49 561 301-3301
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Gazprom Germania GmbH
Andreas Böldt
Tel.: +49 30 20195 143
andreas.boeldt@gazprom-germania.de

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