"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Frei statt Staat"

Der Verkauf der Bank war wohl richtig, aber die Vorgehensweise ein Jammer.

Wien (OTS) - Diesen Preis, nämlich 3,25 Milliarden Euro, zum jetzigen Zeitpunkt zu erzielen, ist für die Hypo Alpe-Adria ein Erfolg - ohne jeden Zweifel. An dieser Stelle wurde anlässlich des Kaufpreises für die Bawag der ÖGB mit "der dümmste Bauer hat die größten Kartoffeln" beschrieben. Das gilt nun auch für die Kärntner Landespolitik. Als Ökonom taugt Jörg Haider jedenfalls nicht. Vorigen Donnerstag lud er noch Interessenten ein, für die Kärntner Hypo zu bieten, am Freitag beschloss er den (übrigens auch schon Donnerstag paktierten) Verkauf an die Bayerische Landesbank. Das Land Kärnten wird nach Abzug einer Anleihe zur Finanzierung der Hypo zwar keine Bank mehr haben, aber dafür 320 Millionen Euro Bar-Reserven. Dass dieses Geld in Kärnten so eingesetzt wird, dass Jörg Haider seine Wiederwahl als Landeshauptmann damit sicherstellt, davon gehen eigentlich alle aus. Ob dies auch die wirtschaftlich sinnvollsten Projekte sein werden, darf ähnlich übereinstimmend bezweifelt werden.
Dafür kann die Hypo Alpe-Adria, die mit 1,1 Millionen doppelt so viele Kunden hat wie Kärnten Einwohner, mit der Bayerischen Landesbank ihre Expansion in Südosteuropa ungefährdet weiterführen. Es ist wohl anzunehmen, dass in den kommenden zwei Jahren die Bayern eine saftige Kapitalerhöhung nachschießen. Dazu wäre das Land Kärnten nie in der Lage gewesen, was es als Eigentümer zusätzlich disqualifiziert hätte.

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