• 22.05.2007, 16:05:44
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"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Frei statt Staat"

Der Verkauf der Bank war wohl richtig, aber die Vorgehensweise ein Jammer.

Wien (OTS) - Diesen Preis, nämlich 3,25 Milliarden Euro, zum
jetzigen Zeitpunkt zu erzielen, ist für die Hypo Alpe-Adria ein
Erfolg - ohne jeden Zweifel. An dieser Stelle wurde anlässlich des
Kaufpreises für die Bawag der ÖGB mit "der dümmste Bauer hat die
größten Kartoffeln" beschrieben. Das gilt nun auch für die
Kärntner Landespolitik. Als Ökonom taugt Jörg Haider jedenfalls
nicht. Vorigen Donnerstag lud er noch Interessenten ein, für die
Kärntner Hypo zu bieten, am Freitag beschloss er den (übrigens auch
schon Donnerstag paktierten) Verkauf an die Bayerische Landesbank.
Das Land Kärnten wird nach Abzug einer Anleihe zur Finanzierung der
Hypo zwar keine Bank mehr haben, aber dafür 320 Millionen Euro
Bar-Reserven. Dass dieses Geld in Kärnten so eingesetzt wird, dass
Jörg Haider seine Wiederwahl als Landeshauptmann damit
sicherstellt, davon gehen eigentlich alle aus. Ob dies auch die
wirtschaftlich sinnvollsten Projekte sein werden, darf ähnlich
übereinstimmend bezweifelt werden.
Dafür kann die Hypo Alpe-Adria, die mit 1,1 Millionen doppelt so
viele Kunden hat wie Kärnten Einwohner, mit der Bayerischen
Landesbank ihre Expansion in Südosteuropa ungefährdet
weiterführen. Es ist wohl anzunehmen, dass in den kommenden zwei
Jahren die Bayern eine saftige Kapitalerhöhung nachschießen. Dazu
wäre das Land Kärnten nie in der Lage gewesen, was es als Eigentümer
zusätzlich disqualifiziert hätte.

Rückfragehinweis:
KURIER
Ressort Wirtschaft
Tel: 0043-1/52100-2638
wirtschaft@kurier.at

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