• 22.05.2007, 10:24:24
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ÖAMTC AKADEMIE präsentiert Delphi-Studie "Mobilität 2015/2030" - Trend zu mehr Verkehrsleistung hält ungebrochen an (Teil 1, + Grafik)

Top-Lösungsansatz der Delphi-Experten für die steigenden Mobilitätsprobleme ist mehr Energieeffizienz

Wien (OTS) - Das hochrangige Straßennetz wird bis zum Jahr 2030
nach Ansicht der Verkehrsexperten im europäischen Durchschnitt um
rund 30 Prozent wachsen. Die Verkehrsleistung wird beim
Individualverkehr aber um 50 Prozent bzw. beim Straßengüterverkehr um
65 Prozent zunehmen. "Es wird eng auf Europas Straßen", so die Chefin
der ÖAMTC AKADEMIE, Christine Zach, zu einem Kernergebnis der zweiten
Delphi-Studie. Die Lösungsansätze für die damit verbundenen
Mobilitätsprobleme sehen die über 100 Delphi-Verkehrsexperten aus
ganz Europa vor allem in einer gesteigerten Energieeffizienz sowie
mehr Kostentransparenz.

* Eine Steigerung der Energieeffizienz ist für alle Experten der
Top-Lösungsansatz. "Wir müssen die vorhandenen Ressourcen möglichst
umweltschonend nutzen", so Zach. "Es geht nicht primär darum, den
Fahrzeugbestand zu verringern, sondern möglichst abgasarme und
sparsame Fahrzeuge auf die Straße zu bringen." Bei den alternativen
Antriebsformen sehen die Experten vor allem beim Hybrid die größten
Steigerungsraten. "Dieses Konzept, das Elektromotoren derzeit mit
konventionellen Verbrennungsmotoren kombiniert, setzen viele mit
energieeffizient gleich", erklärt die Chefin der ÖAMTC AKADEMIE. Doch
auch noch 2030 wird mehrheitlich ein konventioneller, aber
optimierter Otto- bzw. Dieselmotor das Auto antreiben. Alternative
Antriebe werden erst längerfristig, also ab 2030, eine substanzielle
Rolle spielen. Neue Technologien in Material und Verarbeitung sowie
eine ressourcenschonende Gewinnung von Biokraftstoffen sind weitere
wichtige Maßnahmen. "Das Thema Energieeffizienz ist noch lange nicht
ausgereizt", ist Zach überzeugt. "Es wird alle Lebensbereiche immer
stärker betreffen. Deshalb müssen mehr Mittel in diesen
Forschungsbereich fließen."

* Gleich hinter der Energieeffizienz folgt der Lösungsansatz der
Kostentransparenz. Der Preis bildet für die Experten den
wirkungsvollsten Mechanismus, um menschliches Verhalten zu ändern.
Preispolitische Eingriffe werden von 62 Prozent der Delphi-Teilnehmer
als wirksamste Maßnahme gegen negative Umwelteffekte eingestuft. Bei
den Prognosen der Teuerungsraten gehen die Experten von einer
Verdopplung der realen Preise für Benzin und Diesel bis zum Jahr 2030
aus, wobei ein bis dahin um 20 Prozent sinkender Kraftstoffverbrauch
die Teuerung zum Teil wieder abfangen wird. Trotz prognostizierter
steigender Kraftstoffpreise, höherer Mautgebühren und Ökosteuern
gehen die Experten davon aus, dass die durchschnittlichen Kosten für
den Betrieb eines Pkw bis 2030 nur um 50 Prozent wachsen werden.

* Eine nachhaltige Verkehrserziehung bereits in der Schule listen
die Experten an dritter Stelle der sehr geeigneten und realisierbaren
Maßnahmen.

Als besonders negativ für die Umwelt wird die Steigerung des
Straßengüterverkehrs gesehen, der bis 2015 um 40 Prozent und bis 2030
um 65 Prozent wachsen soll. 85 Prozent der Experten fordern deshalb
nachhaltige Konzepte für den Gütertransport, auch über die
EU-Grundfreiheit des freien Warenverkehrs hinweg. "Der Großteil der
Experten ist der Meinung, dass es eine stärkere Entkoppelung von
Wirtschaftswachstum und Verkehrsleistung geben muss", sagt Zach. Das
könnte man z.B. durch regionale Industrienetzwerke und eine
Verkürzung der Wege erreichen.

"Mobilität wird laut 90 Prozent der Experten auch in den kommenden
Jahrzehnten ein wichtiger Wert bleiben", fasst die Chefin der ÖAMTC
AKADEMIE zusammen. "Nachhaltige Maßnahmen sind der Schlüssel dafür,
dass wir sie uns auch erhalten können."

So funktioniert das Delphi-Verfahren

Acht Jahre nach der ersten Delphi-Studie präsentiert die ÖAMTC
AKADEMIE die Ergebnisse einer aktualisierten und erweiterten
Expertenbefragung. Über 100 Experten aus ganz Europa haben am
Zukunftsprojekt Delphi teilgenommen. Jeder Experte wurde
aufgefordert, vom Ist-Zustand ausgehend die wahrscheinlichste
Zukunftsentwicklung der vorgegebenen Parameter (u.a.
Verkehrsleistung, Verkehrsinfrastruktur, Verkehrssicherheit)
einzuschätzen. Als Prognosehorizonte galten die Jahre 2015 und 2030.
Ergänzend zu diesen quantitativen Begründungen wurden die
teilnehmenden Experten gebeten, jene Annahmen und Rahmenbedingungen
anzuführen, von denen die jeweilige Prognose abhängig gemacht worden
war. Die Auswertung der offenen, qualitativen Begründungen erfolgte
in Form einer zweiten Befragungs- und Diskussionswelle.

Aviso an die Redaktionen:
* Grafiken zu dieser Meldung sind unter www.oeamtc.at/presse
verfügbar.
* Weitere Informationen zur Delphi-Studie "Mobilität 2015/2030"
findet man unter www.oeamtc.at/akademie.
* Ein Druck-Exemplar der Studie kann für Journalisten kostenlos bei
der ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit angefordert werden.

(Forts.)

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

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