25. Mai: Internationaler Tag der vermissten Kinder

"147 - Rat auf Draht" gibt Tipps zum Schutz der Kinder

Wien (OTS) - Vermisste Kinder sorgen Jahr für Jahr für traurige Schlagzeilen, auch wenn nicht alle Fälle einen derartigen weltweiten Bekanntheitsgrad erreichen wie der Fall Natascha Kampusch oder aktuell das Schicksal der verschwundenen Britin Madeleine. Am 25. Mai 1979 ist der sechs Jahre alte Etan Patz aus New York auf dem Weg zur Schule verschwunden. Er wurde nie wieder gefunden. Im Jahr 1983 deklarierte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika den 25. Mai als "Tag der vermissten Kinder". 1986 schloss sich auch Kanada diesem Gedenktag an, der seither auch international Bedeutung erreichte.

"Vergissmeinnicht" als Symbol für Leben in Ungewissheit und Hoffnung

Die "Europäische Vereinigung für vermisste und sexuell missbrauchte Kinder", der viele europäische Kinderhilfsorganisationen und Kinderhotlines - so auch "147 - Rat auf Draht", die ORF-Telefonhilfe und Österreichs Notruf für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen - angehören, hat bei seiner Generalversammlung im Jahr 2002 beschlossen, diesen Tag auch in Europa zu begehen. Das kleine blaue Blümchen "Vergissmeinnicht" wird als Symbol für diesen Gedenktag eingesetzt.

Der 25. Mai soll an vermisste Kinder erinnern, die Bevölkerung über dieses Phänomen informieren, Hoffnung vermitteln und ein Zeichen der Solidarität mit betroffenen Eltern sein, die seit dem Verschwinden ihrer Kinder nichts mehr von ihnen gehört haben und in ständiger, unerträglicher Ungewissheit leben. Ein weiteres Ziel ist die Vermittlung von Präventionsstrategien und die Zusammenarbeit mit allen in solchen Fällen involvierten öffentlichen Stellen. So nimmt auch der Gedanke einer europaweiten Notrufnummer für Kinder in Not, wie Michaela Cirka, Leiterin der ORF-Helpline "147 - Rat auf Draht", zu berichten weiß, konkrete Formen an.

Motive fürs Ausreißen: Schule und familiäre Probleme

Immer wieder verschwinden Kinder. Hierzu gehören Jugendliche, die von zu Hause "ausreißen" und binnen kürzester Zeit zurückkommen oder sich bei den Angehörigen melden, wissen auch die professionellen Berater/innen von "147 - Rat auf Draht", die jährlich mehr als 130 Gespräche mit jungen Ausreißern führen. Probleme in der Schule, Gewalterfahrungen und Alkoholkonsum zu Hause sind dabei die häufigsten Gründe fürs Ausreißen.

Unter den minderjährigen Vermissten sind weiters Kinder, die nach der Scheidung der Eltern einem Elternteil entzogen und ins Ausland gebracht werden, ohne dass der Aufenthalt bekannt wird. Schließlich gibt es Kinder, die verschwinden, ohne dass es Hinweise auf mögliche Ursachen und Aufenthaltsorte gibt, wie der aktuelle Fall der dreijährigen Britin Madeleine, die am Urlaubsort der Eltern in Portugal verschwunden und deren Schicksal bis heute ungewiss ist.

Tipps zum Schutz der Kinder vor Verbrechen

  • Klären Sie Ihr Kind früh und der jeweiligen Entwicklung entsprechend auf. Mit banalen Warnungen ist Kindern nicht geholfen. "Böse Männer und Frauen" sehen eben nicht wie solche aus. Denken Sie daran: Nicht nur Mädchen, auch Buben sind gefährdet!
  • Lassen Sie Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt auf dem Spielplatz verweilen oder an abgelegene Orte gehen.
  • Lassen Sie Ihr Kind die Telefonnummer von zu Hause oder von Ihrer Arbeitsstelle auswendig lernen. Zeigen Sie ihm, wie Sie telefonisch zu erreichen sind.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, wie Notrufnummern funktionieren.
  • Machen Sie sich mit Ihrem Kind aus, was es tun soll, wenn es in einem Shopping-Center oder anderen Umgebungen verloren geht.
  • Kinder sollten sich beim Spielen im Freien sowie auf dem Schulweg in Gruppen organisieren und den Heimweg wieder gemeinsam antreten.
  • Erziehen Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit.
  • Überprüfen Sie den Freundeskreis Ihrer heranwachsenden Kinder. Erkundigen Sie sich nach ihren Freizeittreffs und wie sie dorthin -und wieder nach Hause kommen.
  • Holen Sie Ihre Kinder von Partys ab oder bezahlen Sie ihnen das Taxi für die Heimfahrt. Warnen Sie immer wieder vor den Gefahren des Autostoppens.
  • Sollte Ihr Kind - aus unerklärlichen Gründen - nicht rechtzeitig heimkehren, wenden Sie sich möglichst rasch an die Polizei. Polizeiliche Suchaktionen sind kostenlos.
  • Seien Sie vorsichtig gegenüber Personen, die Ihrem Kind zu großes Interesse entgegenbringen und ihm ohne Grund Geschenke machen.
  • Erklären Sie Ihrem Kind den sicheren Umgang im Internet (keine persönliche Daten wie Namen, Adresse, Telefonnummern weiterzugeben).
  • Sagen Sie Ihrem Kind, dass es Fremden nicht vertrauen soll.
  • Warnen Sie Ihr Kind immer wieder davor, in das Auto eines Fremden einzusteigen, von Unbekannten Geschenke anzunehmen, sich mit Fremden in Gespräche einzulassen, sie zu begleiten, mit ihnen einen verlorenen Gegenstand zu suchen oder etwas Schönes anzuschauen.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es Leute gibt, die ihm anfänglich liebenswürdig begegnen und es später aber durch das geweckte Vertrauen oder auch die Hilfsbereitschaft missbrauchen.
  • Gehen Sie den Ursachen einer auffälligen seelischen Veränderung Ihres Kindes nach.

Dem ORF ist soziales Engagement ein Selbstverständnis und die Erkenntnisse über die Bedürfnisse der anrufenden Kinder und Jugendlichen fließen laufend in das Programm ein. Die Finanzierung der Telefonhilfe "147", Österreichs Notruf für Kinder und deren Bezugspersonen, der rund um die Uhr zum Nulltarif aus ganz Österreich erreichbar ist, wird durch die langjährigen Partner - Telekom Austria, Innenministerium, Förderungen der Landesregierungen sowie als jüngstem Partner dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen - gesichert und darüber hinaus von Infoscreen-Your City Channel und saferinternet.at unterstützt.

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