• 21.05.2007, 11:24:57
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Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien (SWV): Wirtschaftskammer ignoriert die Rechte der zugewanderten UnternehmerInnen

23 zugewanderte SWV-UnternehmerInnen vertreten die Interessen ihrer KollegInnen in der WK Wien

Wien (OTS) - Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer
Wien, präsentierte jüngst eine Studie hinsichtlich der Bedeutung der
zugewanderten UnternehmerInnen für Wien, wo sie einerseits betonte,
dass 72 Nationen in Wien unternehmerisch tätig sind und andererseits
feststellte, welche enorme Bedeutung Unternehmen mit
Migrationshintergrund unter anderem in der Lehrlingsausbildung haben.
Zur Erinnerung: jeder dritte Wiener Betrieb wird von Selbstständigen
mit Migrationshintergrund geführt.

"Traurig ist nur, dass Präsidentin Jank zwar die Leistungen der
Unternehmen mit Migrationshintergrund bejubelt, ihnen aber nach wie
vor ihre Rechte in der Wirtschaftskammer Wien verweigert.
Zugewanderte UnternehmerInnen ohne österreichische Staatsbürgerschaft
sind noch immer vom passiven Wahlrecht bei den
Wirtschaftskammerwahlen ausgenommen und dürfen die Interessen ihrer
KollegInnen nicht vertreten", bedauert Dir. Günter Wandl,
Geschäftsführer des SWV Wien.

Nach den Wirtschaftskammerwahlen 2005 entsandte der SWV Wien
insgesamt 23 ZuwanderInnen in die Wirtschaftskammer Wien. Fünf dieser
23 zugewanderten UnternehmerInnen bekleiden Spitzenpositionen in der
Wiener Wirtschaftskammer: Akan Keskin ist Obmann des Markthandels und
als Delegierter des SWV Wien ins Wirtschaftsparlament. Avci Talat
wurde Stellvertretender Obmann in der Fachgruppe
Marktviktualienhandel, Ing. Ali Tinlayan ist Stellvertretender Obmann
im Außenhandel, Gökhan Keskin wurde als Stellvertretender Obmann in
die Fachgruppe Taxi gewählt und Mag.ª Güldane Altan ist Delegierte
der Sparte Information und Consulting im Wiener Wirtschaftsparlament.

"Wir reden nicht nur von der Bedeutung der zugewanderten
UnterenhmerInnen für die Wiener Wirtschaft. Wir setzen uns in unserer
täglichen Arbeit auch für sie ein. Wir stehen dazu, dass alle
UnternehmerInnen, egal welcher Herkunft und welcher Nationalität,
nicht nur die gleichen Pflichten wie ihre österreichischen
KollegInnen haben, sondern auch die gleichen Rechte. Und da gehört
für uns natürlich das passive Wahlrecht dazu", so Wandl und weiter
"auch muttersprachliche Beratung - zumindest in Deutsch, Türkisch,
Serbisch, Kroatisch, Englisch - sollte in der Wiener
Wirtschaftskammer als Service für die Wiener UnternehmerInnen schon
längst zum Standard gehören".

Abschließend forderte der SWV Wien ein Mentoringsystem für
zugewanderte UnternehmerInnen in der Wiener Wirtschaftskammer. "Wir
wissen, dass besonders die ersten Jahre entscheidend für das
Überleben eines Unternehmens sind, daher fordern wir von der Wiener
Wirtschaftskammer optimale Starthilfen und Serviceleistungen für
UnternehmerInnen" betont Wandl.

Ein Mentoringsystem für zugewanderte UnternehmerInnen soll nach
einem "Drei-Phasen-Modell" gegliedert sein:

- Vorbereitungsphase: muttersprachliche Beratung bei der 
   realistischen Verwirklichung von der Idee bis hin zur konkreten 
   Umsetzung
 - Umsetzungsphase: intensive muttersprachliche Begleitung im 
   ersten Jahr
 - UnternehmerInnenphase: periodische Begleitung während der 
   weiteren zwei Jahre

"Das würde die zugewanderten UnternehmerInnen nicht nur bei der
Gründung ihres Unternehmens unterstützen, sondern auch dafür sorgen,
dass ihre langfristigen Überlebenschancen in der Wiener Wirtschaft
gewahrt bleiben", schloss Wandl.

Rückfragehinweis:

Mag. Marion Enzi
   Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
   Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien
   Tel.: +43 (1) 5224766 12
   Fax: +43 (1) 5262352
   Mobil: +43 (664)8304337
   mailto:[email protected]
   www.wirtschaftsverband-wien.at

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