- 21.05.2007, 11:22:04
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Gusenbauer: "Bildungsinvestitionen sind volkswirtschaftliche und gerechtigkeitspolitische Win-win-Situation"
SPÖ-geführte Regierung hat "Bildungsausgaben deutlich erhöht und setzt Reformen zügig um"
Wien (SK) - "Die SPÖ-geführte Regierung hat die Bildungspolitik zu
einem zentralen Schwerpunkt ihrer Wachstums- und
Beschäftigungsstrategie gemacht, die Bildungsausgaben deutlich erhöht
und die Regierung setzt wichtige Bildungsreformen zügig um."
Investitionen in Bildung seien "sowohl eine volkswirtschaftliche wie
gerechtigkeitspolitische Win-win-Situation", so Bundeskanzler Alfred
Gusenbauer am Montag in seinem Referat anlässlich der "35.
Volkswirtschaftlichen Tagung der OeNB" zum Thema "Humankapital und
Wachstum". Es sei "unbestritten, dass die Qualität des Humankapitals
Wachstum und Wettbewerbssituation eines Landes entscheidend
beeinflusst", so Gusenbauer, der unterstrich, dass Bildung sowohl
"Spitze als auch Breite" brauche. ****
Es sei klar, dass "Wissen und Fertigkeiten eines Einzelnen nicht
nur eine ökonomische, sondern mehr denn je eine eminent soziale und
gesellschaftspolitische Bedeutung haben", so der Bundeskanzler.
Weiters sei "Bildung der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe" -
wer hier frühzeitig den Bildungsanschluss verliert, sei mit "Armut,
Arbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Marginalisierung
konfrontiert", unterstrich Gusenbauer. Deshalb sei die "beständige
Erneuerung der Fertigkeit von Menschen der Kern der Tätigkeit eines
modernen Sozialstaates", der damit gleichzeitig die "Voraussetzungen
erfolgreichen Wirtschaftens" schaffe. Es sei völlig klar, dass
"Investitionen in Bildung Investitionen in die Zukunft unseres Landes
sind", so Gusenbauer mit Hinweis darauf, dass es nicht nur um
ökonomisches Wachstum, sondern auch darum gehe, "dass alle die Chance
bekommen, an der Wissensgesellschaft teilzunehmen".
"Spitze und Breite - Ausbildung muss auf allen Ebenen
verbessert werden"
Es sei klar, dass Forschungs- und Bildungspolitik sowohl "Spitze
als auch Breite" berücksichtigen müsse. Daher "muss die Ausbildung
auf allen Ebenen - nicht nur auf universitärer Ebene - verbessert
werden, so Gusenbauer mit Blick auf die "vorschulische Ausbildung,
die Förderung der sprachlichen Ausbildung von Kindern von
MigrantInnen und die Bildungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr - die
ebenso Teil einer Exzellenzstrategie" seien. Weiters seien
"Chancengleichheit, die Aufhebung sozialer Barrieren beim Zugang zur
Bildung und die individuelle Förderung jedes Einzelnen unabdingbar
für die Optimierung der individuellen Leistungsfähigkeit und für den
wirtschaftlichen Erfolg", führte Gusenbauer aus.
Er wolle weiters "nicht verhehlen, dass die frühe Selektion nicht nur
sozial ungerecht, sondern auch nicht leistungsgerecht ist", so
Gusenbauer. Gerade mit Blick auf die geringe Forscherinnenquote an
österreichischen Unis und auch auf den Umstand, dass es an den 21
staatlichen Unis keine einzige Rektorin gebe (für Gusenbauer ein
"Zeichen, dass nicht das gesamte Wissenspotential ausgeschöpft
wird"), gelte es, "sämtliche Barrieren sozialer und auch
geschlechtsspezifischer Art abzubauen". Die skandinavischen Länder
zeigten hier beispielhaft, dass es "gleichzeitig gerecht und
ökonomisch erfolgreich geht".
Österreich bei Reduzierung der Arbeitslosigkeit "auf gutem
Weg"
Österreich sei bei dem Ziel, durch seine innovationsorientierte
Wachstums- und Beschäftigungsstrategie die Arbeitslosenquote
dauerhaft zu reduzieren, "auf gutem Weg", so der Bundeskanzler mit
Blick auf die "erfreuliche" konjunkturelle Lage und einer sich der
4-Prozent-Grenze nähernden Arbeitslosigkeit. Die SPÖ-geführte
Bundesregierung fokussiere neben zentralen Bildungsreformen (z.B.
Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen; Ausbau der
SchülerInnen-Ganztagesbetreuung) auf weitere wichtige Maßnahmen, so
Gusenbauer, der hier die Anhebung der Forschungs- und
Entwicklungsquote auf drei Prozent bis zum Jahr 2010 nannte. Aber
auch der "massive Ausbau der Infrastruktur mit besonderer
Berücksichtigung von umweltfreundlichen Technologien" sowie
Investitionen ins Sozialsystem seien zusätzliche zentrale Maßnahmen.
Zudem werde eine "große Steuerreform noch in dieser Legislaturperiode
zu einer spürbaren Entlastung für Steuerzahler und Wirtschaft
führen". Das Steuer- und Abgabensystem werde hier "nachhaltig
gestaltet", solle "ökologische Aspekte einbeziehen und
beschäftigungs-, investitions- und wachstumsfreundlich wirken",
bekräftigte Gusenbauer.
Tertiäre Ausbildung - "Innovationsbasiertes Wachstum benötigt
höheres Qualifikationsniveau"
Tertiäre Ausbildung werde "umso wichtiger, je näher sich ein Land
an der Spitze der produktivsten Länder befindet". Daher könnten jene
Länder, die sich dem höchsten technologischen Standard angenähert
haben, "ihre Wettbewerbssituation nur halten und ausbauen, wenn sie
in Spitzenforschung und damit in die Verbesserung der tertiären
Ausbildung investieren", so Gusenbauer. Die EU habe aber
"traditionell den Schwerpunkt auf Ausbildung im sekundären Sektor"
gelegt, so Gusenbauer, der klarmachte, dass die EU vor dem
Hintergrund der sich abzeichnenden Verlagerung der globalen
komparativen Vorteile im internationalen Handel der Reform der
europäischen Universitäten - etwa bezüglich des Bologna-Prozesses -
besondere Bedeutung zumesse. Mit Blick auf den "notwendigen Wandel
vom Aufhol- zum Innovationsregime", den Österreich zu vollziehen
beginne, habe die "Förderung der Spitzenforschung oberste Priorität",
so der Bundeskanzler, der hier abschließend die Verbesserung der
universitären Ausbildung und die Erhöhung der Attraktivität der
Universitäten und Forschungseinrichtungen nannte. (Schluss) mb
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