Gusenbauer: "Bildungsinvestitionen sind volkswirtschaftliche und gerechtigkeitspolitische Win-win-Situation"

SPÖ-geführte Regierung hat "Bildungsausgaben deutlich erhöht und setzt Reformen zügig um"

Wien (SK) - "Die SPÖ-geführte Regierung hat die Bildungspolitik zu einem zentralen Schwerpunkt ihrer Wachstums- und Beschäftigungsstrategie gemacht, die Bildungsausgaben deutlich erhöht und die Regierung setzt wichtige Bildungsreformen zügig um." Investitionen in Bildung seien "sowohl eine volkswirtschaftliche wie gerechtigkeitspolitische Win-win-Situation", so Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Montag in seinem Referat anlässlich der "35. Volkswirtschaftlichen Tagung der OeNB" zum Thema "Humankapital und Wachstum". Es sei "unbestritten, dass die Qualität des Humankapitals Wachstum und Wettbewerbssituation eines Landes entscheidend beeinflusst", so Gusenbauer, der unterstrich, dass Bildung sowohl "Spitze als auch Breite" brauche. ****

Es sei klar, dass "Wissen und Fertigkeiten eines Einzelnen nicht nur eine ökonomische, sondern mehr denn je eine eminent soziale und gesellschaftspolitische Bedeutung haben", so der Bundeskanzler. Weiters sei "Bildung der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe" -wer hier frühzeitig den Bildungsanschluss verliert, sei mit "Armut, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Marginalisierung konfrontiert", unterstrich Gusenbauer. Deshalb sei die "beständige Erneuerung der Fertigkeit von Menschen der Kern der Tätigkeit eines modernen Sozialstaates", der damit gleichzeitig die "Voraussetzungen erfolgreichen Wirtschaftens" schaffe. Es sei völlig klar, dass "Investitionen in Bildung Investitionen in die Zukunft unseres Landes sind", so Gusenbauer mit Hinweis darauf, dass es nicht nur um ökonomisches Wachstum, sondern auch darum gehe, "dass alle die Chance bekommen, an der Wissensgesellschaft teilzunehmen".

"Spitze und Breite - Ausbildung muss auf allen Ebenen verbessert werden"

Es sei klar, dass Forschungs- und Bildungspolitik sowohl "Spitze als auch Breite" berücksichtigen müsse. Daher "muss die Ausbildung auf allen Ebenen - nicht nur auf universitärer Ebene - verbessert werden, so Gusenbauer mit Blick auf die "vorschulische Ausbildung, die Förderung der sprachlichen Ausbildung von Kindern von MigrantInnen und die Bildungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr - die ebenso Teil einer Exzellenzstrategie" seien. Weiters seien "Chancengleichheit, die Aufhebung sozialer Barrieren beim Zugang zur Bildung und die individuelle Förderung jedes Einzelnen unabdingbar für die Optimierung der individuellen Leistungsfähigkeit und für den wirtschaftlichen Erfolg", führte Gusenbauer aus.

Er wolle weiters "nicht verhehlen, dass die frühe Selektion nicht nur sozial ungerecht, sondern auch nicht leistungsgerecht ist", so Gusenbauer. Gerade mit Blick auf die geringe Forscherinnenquote an österreichischen Unis und auch auf den Umstand, dass es an den 21 staatlichen Unis keine einzige Rektorin gebe (für Gusenbauer ein "Zeichen, dass nicht das gesamte Wissenspotential ausgeschöpft wird"), gelte es, "sämtliche Barrieren sozialer und auch geschlechtsspezifischer Art abzubauen". Die skandinavischen Länder zeigten hier beispielhaft, dass es "gleichzeitig gerecht und ökonomisch erfolgreich geht".

Österreich bei Reduzierung der Arbeitslosigkeit "auf gutem Weg"

Österreich sei bei dem Ziel, durch seine innovationsorientierte Wachstums- und Beschäftigungsstrategie die Arbeitslosenquote dauerhaft zu reduzieren, "auf gutem Weg", so der Bundeskanzler mit Blick auf die "erfreuliche" konjunkturelle Lage und einer sich der 4-Prozent-Grenze nähernden Arbeitslosigkeit. Die SPÖ-geführte Bundesregierung fokussiere neben zentralen Bildungsreformen (z.B. Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen; Ausbau der SchülerInnen-Ganztagesbetreuung) auf weitere wichtige Maßnahmen, so Gusenbauer, der hier die Anhebung der Forschungs- und Entwicklungsquote auf drei Prozent bis zum Jahr 2010 nannte. Aber auch der "massive Ausbau der Infrastruktur mit besonderer Berücksichtigung von umweltfreundlichen Technologien" sowie Investitionen ins Sozialsystem seien zusätzliche zentrale Maßnahmen. Zudem werde eine "große Steuerreform noch in dieser Legislaturperiode zu einer spürbaren Entlastung für Steuerzahler und Wirtschaft führen". Das Steuer- und Abgabensystem werde hier "nachhaltig gestaltet", solle "ökologische Aspekte einbeziehen und beschäftigungs-, investitions- und wachstumsfreundlich wirken", bekräftigte Gusenbauer.

Tertiäre Ausbildung - "Innovationsbasiertes Wachstum benötigt höheres Qualifikationsniveau"

Tertiäre Ausbildung werde "umso wichtiger, je näher sich ein Land an der Spitze der produktivsten Länder befindet". Daher könnten jene Länder, die sich dem höchsten technologischen Standard angenähert haben, "ihre Wettbewerbssituation nur halten und ausbauen, wenn sie in Spitzenforschung und damit in die Verbesserung der tertiären Ausbildung investieren", so Gusenbauer. Die EU habe aber "traditionell den Schwerpunkt auf Ausbildung im sekundären Sektor" gelegt, so Gusenbauer, der klarmachte, dass die EU vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Verlagerung der globalen komparativen Vorteile im internationalen Handel der Reform der europäischen Universitäten - etwa bezüglich des Bologna-Prozesses -besondere Bedeutung zumesse. Mit Blick auf den "notwendigen Wandel vom Aufhol- zum Innovationsregime", den Österreich zu vollziehen beginne, habe die "Förderung der Spitzenforschung oberste Priorität", so der Bundeskanzler, der hier abschließend die Verbesserung der universitären Ausbildung und die Erhöhung der Attraktivität der Universitäten und Forschungseinrichtungen nannte. (Schluss) mb

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