CIMAC-Weltkongress der Großmotorenindustrie tagt in Wien

25. CIMAC-Weltkongress wird vom Fachverband der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie veranstaltet

Wien (OTS) - "Von 21. bis 24. Mai ist Österreich der Nabel der internationalen Motorenwelt", freute sich der Geschäftsführer des Fachverbandes der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie (FMMI), Dr. Berndt-Thomas Krafft, heute anlässlich der Eröffnung des 25. CIMAC-Weltkongresses in der Wiener Hofburg, bei dem über 850 Delegierte neueste technische Entwicklungen von Großmotoren diskutieren. "Moderne große Diesel- und Gasmotoren, wie sie in Hochseeschiffen, Kraftwerksanlagen und Diesellokomotiven verwendet werden, bilden hinsichtlich Leistung, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit die Champions League in der Motorenentwicklung", Krafft weiter. Der vom FMMI veranstaltete Kongress sei eine gute Gelegenheit, im eigenen Land auf die Bedeutung österreichischer Unternehmen in diesem dynamischen Industriebereich hinzuweisen. Firmen wie AVL List, GE Jenbacher, Geislinger, Hoerbiger Ventilwerke, Kral, Miba und Robert Bosch agieren auf dem Weltmarkt überaus erfolgreich. "Mit dem Heimvorteil der Ausrichtung des CIMAC-Weltkongresses vor der eigenen Tür bietet sich den österreichischen Unternehmen jetzt eine ausgezeichnete Chance, diese Position weiter zu stärken", Krafft abschließend.

Großmotorenindustrie als technologischer Vorreiter

"Bei der Entwicklung von Automobilmotoren sprechen alle vom Hybridantrieb, bei Großmotoren auf Hochseeschiffen ist das schon seit Jahrzehnten Wirklichkeit", erläuterte DI Karl M. Wojik, Präsident des CIMAC-Weltkongresses in Wien, die technologische Vorreiterrolle der Großmotorenindustrie. "Die hohen Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit von großen Diesel- und Gasmotoren haben die Entwickler seit jeher unter einen enormen Innovationsdruck gesetzt. Das Ergebnis sind Wirkungsgrade jenseits der 50% und eine Reduktion von Emissionen im großen Stil." Wie wichtig ein niedriger Kraftstoffverbrauch für die Branche ist, verdeutlichte Wojik anhand eines mittelgroßen Containerschiffs mit rund 5.000 Containern, das pro Tag etwa 200 Tonnen Kraftstoff verbraucht und dadurch tägliche Betriebskosten von ca. 40.000 Euro verursacht.

Neben dem Dieselmotor erlangen Gasmotoren eine immer größere Bedeutung. Dabei werden Erdgas, Klärgase und Sondergase aus der chemischen Industrie, die bislang einfach abgefackelt wurden, eingesetzt. Aber auch Biokraftstoffe wie Palmöl oder sogar Altöl von Hotelküchen werden in diesen Motoren verbrannt, um damit Energie und Wärme zu erzeugen.

Einsatzgebiete von Großmotoren

Als Großmotoren bezeichnet man alle Verbrennungsmotoren mit Zylinderdurchmessern von ca. 140 Millimeter aufwärts bis nahezu einem Meter. Sie werden in Hochseeschiffen, Kraftwerksanlagen und großen Lokomotiven eingesetzt.

Rund 98% der weltweit ca. 100.000 hochseegehenden Schiffe, über die etwa 85% aller Warentransporte abgewickelt werden, sind mit Großmotoren ausgestattet. Pro Jahr werden ca. 13.000 neue Motoren mit einer Gesamtleistung von etwa 44.000 Megawatt gebaut. Bis vor kurzem waren es durchwegs Dieselmotoren, neuerdings werden für den Transport von Erdgas bevorzugt Gasmotoren eingesetzt. Für die größten Containerschiffe, die ein Ladevolumen von bis zu 12.000 Containern haben, werden Motoren verwendet, die pro Motor bis zu 100.000 PS leisten. Diese Motoren haben eine sehr lange Lebensdauer von bis zu 30 Jahren und erreichen dabei an die 200.000 Betriebsstunden - ein Automobilmotor erreicht nach 100.000 Kilometern rund 2.000 Betriebsstunden.

Bei den stationären Kraftwerken für die Stromerzeugung oder kombinierte Strom-/Wärmeerzeugung haben sich über die letzten Jahre aus Umweltgründen Erdgasmotoren durchgesetzt. Pro Jahr werden weltweit etwa 10.000 Motoren mit einer Gesamtleistung von 15.000 Megawatt produziert.

Starke dieselmotorisch getriebene Lokomotiven mit Motorleistungen von bis zu 6.000 PS werden in großen Ländern für sehr weite Distanzen verwendet, wo sich eine Elektrifizierung der Bahn nicht rechnet. Die hauptsächliche Nutzung erfolgt daher in Nordamerika, Russland, Indien und China. Allein in Russland sind ca. 12.000 solcher Lokomotiven in Betrieb, in Indien 4.000.

Über CIMAC

CIMAC (Conseil International des machines a combustion) ist eine weltweit agierende, unabhängige Non-Profit-Organisation, die sich mit der Technologie im Umfeld großer Diesel- und Gasmotoren sowie Gasturbinen beschäftigt. CIMAC wurde 1951 gegründet und zählt heute rund 380 Mitglieder, die von Industrieunternehmen über Reedereien bis hin zu Ölgesellschaften reichen. Alle drei Jahre wird jeweils in einem anderen Land der CIMAC-Weltkongress ausgetragen, laut CIMAC-Kommunikationschef Hanspeter Zingg "die Top-Level-Veranstaltung der Branche für den wissenschaftlichen und technischen Austausch zwischen Motorenherstellern, Zulieferern und Anwendern". Am Kongress in Wien werden über 850 Delegierte in Sessions und Foren zusammenkommen, rund 180 wissenschaftliche Arbeiten werden vorgestellt und diskutiert. Der Kongress ist offen für Interessierte, Tageskarten kosten 600 Euro.

Über den FMMI

Der Fachverband der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie ist die gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren, die im Jahr 2005 gemeinsam einen Produktionswert von über 34 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die mittelständisch strukturierte Branche stellt mit über 1.600 Unternehmen und ca. 110.000 Beschäftigten das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Österreich dar. Oberstes Ziel des Fachverbandes ist die Mitwirkung an der Gestaltung von maßgeblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um den erfolgreichen Fortbestand der Unternehmen der Maschinen- und Metallwarenindustrie im internationalen Wettbewerb zu sichern.

Links

FMMI (Fachverband der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie):
www.fmmi.at

CIMAC (Conseil International des machines a combustion):
www.cimac.com

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