Pressefotos des Jahres gekürt

"Dankbares Motiv" Bundeskanzler brachte Hauptgewinn für "Presse"-Fotografen Fabry - Warnung vor Manipulationen durch Leserreporter

Wien (OTS) - Spitzenleistungen der heimischen Pressefotografie wurden Dienstagabend bei einer gut besuchten Gala im Wiener Semper Depot ausgezeichnet. Canon Österreich und die APA - Austria Presse Agentur vergaben den "Objektiv 2007" und kürten die Pressefotos des Jahres. Als "ausgesprochen hoch" bezeichnete Canon-Geschäftsführer Peter Baldauf die Qualität der diesjährigen Siegerfotos. APA-Chefredakteur Michael Lang sprach von einer eindrucksvollen Leistungsschau, die zeige, "dass Fotojournalismus mehr denn je eine ganz besondere Sparte des Nachrichtengewerbes ist".

Im Mittelpunkt des bunten Bilderabends standen aber die ausgezeichneten Fotografen (siehe auch APA 101 vom 15. Mai): Clemens Fabry ("Die Presse"), Erika Mayer (Wild&Team), Willi Schraml und Martin Gnedt (beide "Kurier), Markus Gmeiner (Freier Fotograf/"Vorarlberger Nachrichten") und Dietmar Stiplovsek (Freier Fotograf/AP). Fabry wurde für sein Foto des überglücklichen SP-Chef Alfred Gusenbauer bei der Angelobung zum Bundeskanzler auch der Hauptpreis verliehen. Eine "enge Geschichte", bei der sich zahlreiche Fotografen um den idealen Aufnahmestandort bemüht hatten. "Man stelle sich kleine runde Tische vor, auf denen vier Leute stehen und versuchen Walzer zu tanzen", so Fabry, der Gusenbauer als "dankbares Motiv" für Fotografen bezeichnete.

Der Hauptpreisträger 2007 begrüßte die Existenz des Pressefotopreises "Objektiv" als Anerkennung für die oft beschwerliche Tätigkeit der Pressefotografen: "Es tut gut, einmal im Jahr zu hören, Pressefotografie sei harte Arbeit. Das restliche Jahr über hört man nur, 'fahr gschwind hin, brauchst eh nur ein paar Mal draufzudrücken'."

APA-Chefredakteur Lang betonte denn auch, dass professionelle Foto-Qualität angesichts jüngster Entwicklung besondere Beachtung verdiene. "Gerade im Bildbereich werden derzeit Konzepte vorgelegt, die manche Teile der Bildproduktion im Zuge des grassroot-journalism an den Bürger, also den Leser auslagern, weil das eventuell effizienter, schneller, vor allem aber eben billiger sein könnte." Der Grat zwischen professioneller und partizipativer Bildaufbringung werde dabei mitunter "sehr gewagt" beschritten. "Fälle aus jüngerer Vergangenheit, als manipulierte Fotos oder Bilder aus fragwürdigen Quellen für Schlagzeilen gesorgt haben, zeigen, wie sehr Medien und deren Leser seriöse und professionelle Bildberichterstattung angewiesen sind", so Lang.

Die Pressefotos des Jahres wurden zum zweiten Mal von Canon und APA verliehen. 352 Fotos wurden eingereicht. Die besten 30 Fotos aus sechs Kategorien wurden Dienstagabend bei der "Objektiv"-Gala im Semper Depot gezeigt.

Weitere Informationen sowie die Siegerbilder stehen unter www.apa.at/pressespecials zum Download bereit.

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