ORF-Generaldirektor Dr. Wrabetz zieht Zwischenbilanz über ein Monat Programmreform

Wien (OTS) - "Am 10. April starteten 30 neue oder neue gestaltete Formate, 80 Prozent davon konnten sich erfolgreich etablieren, bei 20 Prozent wird es Änderungen geben": Diese vorwiegend positive Zwischenbilanz nach einem Monat Programmreform zog ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz bei einem Pressegespräch am Dienstag, dem 15. Mai 2007, im ORF-Zentrum Wien. Der Generaldirektor nannte dabei aktuelle Finanzdaten, die den ORF auch als wirtschaftlich gesundes Unternehmen ausweisen: Das konsolidierte Konzern-EGT für 2006 beträgt plus 9,6 Mio. Euro, das Eigenkapital 292 Mio. Euro (das sind plus 9 Mio. Euro gegenüber 2005), und auch für das erste Quartal 2007 liegt ein positives, über Plan liegendes Ergebnis vor. In den ersten vier Monaten des Jahres 2007 liegt auch die Werbung über Plan: Bei den Teilnehmerzahlen gibt es weiterhin Zuwächse, sie liegen um 0,79 Prozent über Plan.

Als Kernpunkte der Schemareform nannte Generaldirektor Dr. Wrabetz den Ausbau und die Erneuerung der Information, den Ausbau österreichischer Eigenproduktionen, den Ausbau der Bürger- und Gesprächssendungen sowie bessere Sendeplätze für anspruchsvolle Programme. Diese vier Ziele, so Dr. Wrabetz, seien in den vier Wochen nach Start der Reform insgesamt erreicht worden.

Ausbau und Erneuerung der Information in ORF 1 und in ORF 2 vom Publikum gut angenommen

"In beiden Fernsehprogrammen wurden die Informationssendungen ausgebaut, ORF 1 ist jetzt", so der Generaldirektor, "ein Sender mit klarem Informationsprofil, wie es andere öffentlich-rechtliche und jedenfalls private Sender nicht haben." Als weitere Pluspunkte, die der ORF mit dem Ausbau der Information erreicht hat, nannte Generaldirektor Dr. Wrabetz:

Die "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr hat auch nach Aufhebung der Durchschaltung ihre Flaggschifffunktion behalten;

die "ZiB"-Familie hat insgesamt mehr und mehr junge Zuseher/innen als vor dem 10. April;

"Zeit im Bild" und "ZiB 20" erreichen mehr - 1,429 Mio. Seher Anfang Mai 2007 gegenüber 1,367 Mio. Anfang Mai 2006 - und mehr junge Zuseher. Auch für die "ZiB 24" gibt es ein größeres junges Publikum;

durch eine familienfreundliche Programmierung erreichen "Sport" und "Seitenblicke" mehr Seherinnen und Seher: Vom 1. bis 8. Mai hatte der Sport einen KaSat-Marktanteil von 39 Prozent (2006: 23 Prozent), die Seitenblicke kamen Anfang Mai auf einen KaSat-Marktanteil von 34 Prozent (2006: 26 Prozent);

mit "wie bitte?" wurde ein neues Informationsmagazin auf einem Serientermin etabliert.

Optimierungsbedarf sieht Generaldirektor Dr. Wrabetz beim Hintergrund der "Zeit im Bild" und bei Wetterelementen. Bei "wie bitte?" wird eine Verbreiterung des Themenmix angestrebt.

Ausbau der Eigenproduktionen

Zweiter Eckpunkt der Programmreform war der Ausbau der Eigenproduktion, um vor allem ORF 1 ein eigenständigeres österreichischeres Profil zu geben. Ein Teil dieser Reform ist "Mitten im 8en", das vom Start weg unter den täglichen deutschsprachigen Serien Marktführer bei jungen Sehern ist. "Mitten im 8en" beschäftigt darüber hinaus rund 100 Mitarbeiter/innen, was eine Stärkung des Produktionsstandorts Österreich bedeutet. Bezogen auf die Kosten, ist "Mitten im 8en" keineswegs die aufwendigste Produktion unter den neuen Programmen. Die Serie liegt mit einer Investitionssumme von 6,5 Mio. Euro bei den Programmkosten auf Rang neun.

Anspruchsvolles auf besseren Sendeplätzen

Als Beispiel für dieses ambitionierte Ziel öffentlich-rechtlicher Programmierung nannte Generaldirektor Dr. Wrabetz das Religionsmagazin "kreuz und quer", das mit 10. April einen früheren Sendetermin und mehr Sendezeit erhalten hat. Dadurch habe "kreuz und quer" zwar mehr Seher, im Vergleich zu "Am Schauplatz" aber geringere Marktanteile. Dr. Wrabetz: "Wir nehmen das bewusst in Kauf, weil es uns ein Anliegen ist, 'kreuz und quer' früher und mit mehr Sendezeit auszustrahlen."

Maßnahmen zur Optimierung der Programmierung

Als Maßnahmen in diesem Bereich nannte der Generaldirektor ein neues Magazin mit Elisabeth Engstler, das ab 11. Juni "Julia" ersetzen wird, die Verbreiterung des Themenmix von "szene:)", die Weiterentwicklung von "Mitten im 8en" und die Stärkung des Hauptabends.

ORF-Marktanteil im April

Bei der Analyse des ORF-Marktanteils im April sagte Dr. Wrabetz, dass der ORF mit jedem Haushalt verliere, in dem man von analogem auf digitalen Satellitenempfang umsteige. Unter den direkten Bewerbern gebe es keinen großen Gewinner - Gewinner seien die vielen Sender auf den "Rängen von 25 bis 500", die durch den stark ansteigenden Digitalsatellitenempfang 1,5 Prozentpunkte Marktanteil zulegen konnten. Marktanteile habe man u. a. in Zeitzonen, in denen es keine Reformen gegeben habe. Verluste gab es auch im Hauptabend - hier zum Teil durch eine zu anspruchsvolle Programmierung.

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