- 15.05.2007, 14:59:00
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ORF-Generaldirektor Dr. Wrabetz zieht Zwischenbilanz über ein Monat Programmreform
Wien (OTS) - "Am 10. April starteten 30 neue oder neue gestaltete
Formate, 80 Prozent davon konnten sich erfolgreich etablieren, bei 20
Prozent wird es Änderungen geben": Diese vorwiegend positive
Zwischenbilanz nach einem Monat Programmreform zog
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz bei einem Pressegespräch am
Dienstag, dem 15. Mai 2007, im ORF-Zentrum Wien. Der Generaldirektor
nannte dabei aktuelle Finanzdaten, die den ORF auch als
wirtschaftlich gesundes Unternehmen ausweisen: Das konsolidierte
Konzern-EGT für 2006 beträgt plus 9,6 Mio. Euro, das Eigenkapital 292
Mio. Euro (das sind plus 9 Mio. Euro gegenüber 2005), und auch für
das erste Quartal 2007 liegt ein positives, über Plan liegendes
Ergebnis vor. In den ersten vier Monaten des Jahres 2007 liegt auch
die Werbung über Plan: Bei den Teilnehmerzahlen gibt es weiterhin
Zuwächse, sie liegen um 0,79 Prozent über Plan.
Als Kernpunkte der Schemareform nannte Generaldirektor Dr. Wrabetz
den Ausbau und die Erneuerung der Information, den Ausbau
österreichischer Eigenproduktionen, den Ausbau der Bürger- und
Gesprächssendungen sowie bessere Sendeplätze für anspruchsvolle
Programme. Diese vier Ziele, so Dr. Wrabetz, seien in den vier Wochen
nach Start der Reform insgesamt erreicht worden.
Ausbau und Erneuerung der Information in ORF 1 und in ORF 2 vom
Publikum gut angenommen
"In beiden Fernsehprogrammen wurden die Informationssendungen
ausgebaut, ORF 1 ist jetzt", so der Generaldirektor, "ein Sender mit
klarem Informationsprofil, wie es andere öffentlich-rechtliche und
jedenfalls private Sender nicht haben." Als weitere Pluspunkte, die
der ORF mit dem Ausbau der Information erreicht hat, nannte
Generaldirektor Dr. Wrabetz:
Die "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr hat auch nach Aufhebung der
Durchschaltung ihre Flaggschifffunktion behalten;
die "ZiB"-Familie hat insgesamt mehr und mehr junge Zuseher/innen als
vor dem 10. April;
"Zeit im Bild" und "ZiB 20" erreichen mehr - 1,429 Mio. Seher Anfang
Mai 2007 gegenüber 1,367 Mio. Anfang Mai 2006 - und mehr junge
Zuseher. Auch für die "ZiB 24" gibt es ein größeres junges Publikum;
durch eine familienfreundliche Programmierung erreichen "Sport" und
"Seitenblicke" mehr Seherinnen und Seher: Vom 1. bis 8. Mai hatte der
Sport einen KaSat-Marktanteil von 39 Prozent (2006: 23 Prozent), die
Seitenblicke kamen Anfang Mai auf einen KaSat-Marktanteil von 34
Prozent (2006: 26 Prozent);
mit "wie bitte?" wurde ein neues Informationsmagazin auf einem
Serientermin etabliert.
Optimierungsbedarf sieht Generaldirektor Dr. Wrabetz beim Hintergrund
der "Zeit im Bild" und bei Wetterelementen. Bei "wie bitte?" wird
eine Verbreiterung des Themenmix angestrebt.
Ausbau der Eigenproduktionen
Zweiter Eckpunkt der Programmreform war der Ausbau der
Eigenproduktion, um vor allem ORF 1 ein eigenständigeres
österreichischeres Profil zu geben. Ein Teil dieser Reform ist
"Mitten im 8en", das vom Start weg unter den täglichen
deutschsprachigen Serien Marktführer bei jungen Sehern ist. "Mitten
im 8en" beschäftigt darüber hinaus rund 100 Mitarbeiter/innen, was
eine Stärkung des Produktionsstandorts Österreich bedeutet. Bezogen
auf die Kosten, ist "Mitten im 8en" keineswegs die aufwendigste
Produktion unter den neuen Programmen. Die Serie liegt mit einer
Investitionssumme von 6,5 Mio. Euro bei den Programmkosten auf Rang
neun.
Anspruchsvolles auf besseren Sendeplätzen
Als Beispiel für dieses ambitionierte Ziel öffentlich-rechtlicher
Programmierung nannte Generaldirektor Dr. Wrabetz das
Religionsmagazin "kreuz und quer", das mit 10. April einen früheren
Sendetermin und mehr Sendezeit erhalten hat. Dadurch habe "kreuz und
quer" zwar mehr Seher, im Vergleich zu "Am Schauplatz" aber geringere
Marktanteile. Dr. Wrabetz: "Wir nehmen das bewusst in Kauf, weil es
uns ein Anliegen ist, 'kreuz und quer' früher und mit mehr Sendezeit
auszustrahlen."
Maßnahmen zur Optimierung der Programmierung
Als Maßnahmen in diesem Bereich nannte der Generaldirektor ein neues
Magazin mit Elisabeth Engstler, das ab 11. Juni "Julia" ersetzen
wird, die Verbreiterung des Themenmix von "szene:)", die
Weiterentwicklung von "Mitten im 8en" und die Stärkung des
Hauptabends.
ORF-Marktanteil im April
Bei der Analyse des ORF-Marktanteils im April sagte Dr. Wrabetz, dass
der ORF mit jedem Haushalt verliere, in dem man von analogem auf
digitalen Satellitenempfang umsteige. Unter den direkten Bewerbern
gebe es keinen großen Gewinner - Gewinner seien die vielen Sender auf
den "Rängen von 25 bis 500", die durch den stark ansteigenden
Digitalsatellitenempfang 1,5 Prozentpunkte Marktanteil zulegen
konnten. Marktanteile habe man u. a. in Zeitzonen, in denen es keine
Reformen gegeben habe. Verluste gab es auch im Hauptabend - hier zum
Teil durch eine zu anspruchsvolle Programmierung.
Rückfragehinweis:
ORF-Marketing und Kommunikation
(01) 87878-12228
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