SJ NÖ: Polit-Aktionismus geht an der Wurzel des Problems Komatrinken vorbei!

Wieland: Politik soll sich besser den Ursachen von Alkoholmissbrauch zuwenden!

St.Pölten (SPI) (OTS) - Besorgt zeigt sich Bernhard Wieland, Landesvorsitzender der Sozialistischen Jugend NÖ (SJ NÖ), über die Entwicklung der Debatte um das so genannte "Komatrinken" von Jugendlichen.

"Mehrfache Stellungnahmen, z.B. von Rettungsorganisationen, zeigen, dass Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen kein neues Phänomen ist. Es ist wünschenswert, dass eine öffentliche Debatte die weit verbreitete Bagatellisierung von Alkohol reduzieren hilft. Politaktionismus, welcher meint, mit Verboten oder gar der Polizei das Phänomen in den Griff zu bekommen, geht aber wohl an der Wurzel des Problems vorbei", merkt Wieland skeptisch an.

"Es ist bekannt, dass die Belastung junger Menschen immens zunimmt. Leistungsdruck in der Schule, Angst, einen bzw. den richtigen Arbeitsplatz zu finden, sowie die steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz, das alles sind Faktoren, die junge Menschen zunehmend überfordern, wie auch die Ergebnisse der Jugendstudie des Landes NÖ 2003 belegen", so der Landesvorsitzende weiters.

"Auch steigende Verarmung unter Kindern und Jugendlichen könnte, wie eine vor wenigen Tagen präsentierte Studie der Statistik Österreich darlegt, ein nicht unwesentlicher Faktor sein. Denn obwohl die unter 20-jährigen zwar nur 22% der Gesamtbevölkerung ausmachen, liegt ihr Anteil bei den armutsgefährdeten Personen mit 27% (!) deutlich höher. Weiters ist auch das Verarmungsrisiko bei Jugendlichen mit 15% überdurchschnittlich hoch", argumentiert Wieland.

"Die Politik soll sich besser den Ursachen von Alkholmissbrauch zuwenden. Denn was es jetzt bräuchte, ist ein neues Verständnis von Jugendschutz, um junge Menschen etwa im Bereich der Schul- und Berufsausbildung und der Arbeitsmarktpolitik zu entlasten. Verboten und Polizei können eine zu wenig umfassend verstandene Jugendpolitik nicht wettmachen", so Wieland abschließend.

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