- 15.05.2007, 11:22:39
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"Beste aller Frauen" im Jüdischen Museum
Wien (OTS) - Die Rolle der jüdischen Frau im religiösen,
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontext steht im Zentrum
der Ausstellung "Beste aller Frauen. Weibliche Dimensionen im
Judentum", die das Jüdische Museum vom 16. Mai bis 11. November,
zeigt. Damit wendet sich das Museum einem bislang weniger beachteten
Aspekt zu, der am Beispiel von interessanten und vielschichtigen
Frauenpersönlichkeiten dargestellt wird: Frauen als sozial gesinnte
Unternehmerinnen, als Ausrichterinnen kultureller Salons, als
Sozialarbeiterinnen und Feministinnen, oder in jüngerer Entwicklung
auch als Rabbinerinnen haben eine eigene, andere, weibliche Sicht zu
verschiedensten Fragen und damit Bewegung in die Gesellschaft
eingebracht.****
Ausstellung als Anlass für wichtigen Ankauf des Museums
Namensgebend für die Ausstellung ist freilich die traditionell
weibliche Sphäre der Textilien in der patriarchalisch geprägten
bürgerlich-jüdischen Welt: Zwi Hirsch Todesco hat im Jahr 1833
anlässlich der Vermählung seiner Tochter einen Toravorhang für den
Wiener Stadttempel gestiftet. In der Widmungsinschrift huldigt er
seiner Frau Fanni mit der Standardformel als "Beste aller Frauen".
Der Toravorhang konnte - mit Unterstützung der UNIQUA - anlässlich
der Ausstellung für das Jüdische Museum erworben und restauriert
werden. Als zentrales Exponat weist er darauf hin, dass derartige
Textilien oft von Frauen gefertigt oder, wie in diesem Fall, aus dem
Hochzeitskleid der Tochter hergestellt wurde. Andererseits stellte
die Ausbildung im textilen Gewerbe eine der ersten Möglichkeiten für
Frauen dar, wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen.
Emanzipationsszenarien auf verschiedenen Ebenen
War die Kunst des Webens, Stickens, Nähens ein erster Schritt
für die Frauen, sich den Lebensunterhalt zu verdienen, der mit der
Gründung einer "Fachschule für Kunststickerei" durch Emilie Bach eine
institutionalisierte Grundlage fand, so gingen jüdische Frauen aus
dem Wiener Großbürgertum Anfang des 19. Jahrhunderts bereits andere
Wege zur Emanzipation. So führte Fanny von Arnstein zur Zeit des
Wiener Kongresses einen berühmten gesellschaftlichen Salon, ebenso
Cäcilie Eskeles und Eleonore Flies, die auch mit Goethe bekannt war.
In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts führte Josephine von
Wertheimstein einen Salon, wo unter anderem Ferdinand von Saar,
Eduard von Bauernfeld und Hugo von Hofmannsthal verkehrten, ebenso
war Berta Zuckerkandl zentrale Figur eines prominenten Salons.
Wohltätigkeit und Bildung waren weitere Felder, auf denen
jüdische Frauen eigenständig Großes geleistet haben. Bertha
Pappenheim, als "Anna O." in die Geschichte der Psychologie
eingegangen, bot nach ihrer Genesung armen "gefallenen Mädchen" Hilfe
an. Frauen wie Eugenie Schwarzwald, Elise Richter und andere
schrieben Bildungsgeschichte mit Betonung der emanzipatorischen
Komponente für die Frauen, aber auch im Sinn, "Unterricht und Bildung
zum Gemeingut Aller zu machen". Die in der Ausstellung gestellte
Frage, "Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?", hat die
Geschichte ebenfalls schon lange mit ja beantwortet. Bereits 1935
bekleidete als erste Regina Jonas in Berlin dieses Amt.
Die Schau im Jüdischen Museum stellt dem Besucher die
bedeutenden Frauenpersönlichkeiten über Bilder und verschiedene, mit
ihrem Wirken verbundene Dokumente vor und gibt damit ein plastisches
Bild der Entwicklung, die die emanzipatorischen Bestrebungen
jüdischer Frauen im Lauf der Zeit genommen haben.
Die Ausstellung ist Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
geöffnet. Eintritt in das Jüdische Museum: 6,50 Euro, ermäßigt 4
Euro, freier Eintritt für Schulklassen. Zur Ausstellung ist ein reich
illustrierter Katalog erhältlich, kostenlose Führungen zu den
Wechselausstellungen im Jüdischen Museum werden jeweils Sonntag, 15
Uhr angeboten. Führungen und pädagogische Programme: Tel. 535 04
3-311 oder 312, Mail: [email protected]
o Allgemeine Informationen: Jüdisches Museum, 1., Dorotheergasse 11 Tel.: 535 04 31 Internet: www.jmw.at/ E-Mail: [email protected]
(Schluss) sta
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Alfred Stalzer
Pressebüro des Jüdischen Museums
der Stadt Wien
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Weyringergasse 17/2
Tel.: 505 31 00
Handy: 0664/506 49 00
Fax: 505 31 10
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