• 14.05.2007, 11:59:29
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Offensive für saubere Berge

Blachfellner: Ausbau der Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen im Hochgebirge

Salzburg (OTS) - Reines Wasser, gute Luft, saubere Hütten und
Almen entstehen aber nicht von allein. "Die 'alpine Toilette' braucht
ganz andere Qualitätsstandards für die Entsorgung der Abwässer, als
dies im Tal erforderlich ist. Die Ver- und Entsorgung einer Hütte
(Wasser, Abwasser, Energie, Abfall) muss aufgrund der Exponiertheit
der Lage unter besonders erschwerten Rahmen-dingungen erfolgen, unter
anderem muss die Technik dazu an die Gegebenheiten an Ort und Stelle
angepasst werden. Elektrische Energie steht teilweise gar nicht oder
nur sehr eingeschränkt zur Verfügung, es fehlt an
Zufahrtsmöglichkeiten für Wartungs- und Entsorgungsfahrzeuge, die
niedrigen Temperaturen erschweren den Klärprozess", erläuterte
Landesrat Walter Blachfellner, ressortzuständig für die
Siedlungswasserwirtschaft, heute, Montag, 14. Mai.

Das Land werde auch weiterhin so wie bisher die Errichtung
beziehungsweise die technische Verbesserung von Abwasseranlagen im
alpinen Raum finanziell unterstützen, "der Natur und Umwelt zuliebe,
für die Menschen und nicht zuletzt auch für die Tourismuswirtschaft.
Die Gäste, die nach Salzburg kommen, wollen schließlich saubere
Jausenstationen in den Bergen vorfinden", so Blachfellner. Während 96
Prozent der Haushalte im Land Salzburg an ein Kanalnetz angeschlossen
sind, gibt es in alpinen Einzellagen noch einen Investitionsbedarf
für Einzelkläranlagen. "Hütten, die noch keine entsprechende
Abwasserbeseitigung haben, sollen in Abstimmung mit der
Wasserrechtsbehörde eine vollbiologische Anlage errichten", sagte
Blachfellner. Derzeit befinden sich die Kläranlagen des
Heinrich-Schwaiger-Hauses (Kaprun), der Bad Gasteiner Hütte (Bad
Hofgastein) und der Passauer Hütte (Leoganger Steinberge) in der
Planungsphase. Besonders interessant ist das Kläranlagenprojekt für
das Purtschellerhaus, das durch die Staatsgrenze zu Deutschland
geteilt wird. In vorbildlicher Zusammenarbeit mit den deutschen
Behörden wird das Projekt realisiert.

Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung bei Alpinobjekten
wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. "Gerade in Hochlagen macht
sich der Rückgang der Gletscher und der Schneefelder, die die
Trinkwasserspender der Hütten sind, stark bemerkbar", zeigte sich
Blachfellner besorgt. Zur Errichtung von Abwasserbeseitigungsanlagen
für Berg- und Schutzhütten steuert das Land heuer allein rund 300.000
Euro bei, in die Wasserversorgung fließen vom Land weitere 90.000
Euro.

Derzeit werden 22 Objekte von Alpinen Vereinen im Land Salzburg
durch eine vollbiologische Kläranlage entsorgt, an einen
Ableitungskanal angeschlossen sind acht Schutzhütten. Hütten nur mit
Grobstoffentfernung (mechanische Kläranlagen) gibt es derzeit zehn.
Darüber hinaus gibt es noch eine größere Anzahl von Häusern wie
Jausenstationen und Gasthäusern in den Gebirgstälern, die noch eine
zeitgemäße Abwasserentsorgung brauchen.

Es wurden jedoch in den vergangenen Jahren im Bundesland Salzburg
schon zahlreiche Kläranlagen, die mit Landes- und Bundesgeldern
gefördert wurden, von den alpinen Vereinen im Gebirge errichtet. Jede
dieser Anlagen sei ein auf die jeweiligen Bedürfnisse, wie Art der
Hütte, Umfeld, Wasserversorgung und Geologie abgestimmtes System,
betonte Blachfellner. In den vergangenen beiden Jahren waren es
folgende Objekte:
• Ostpreußenhütte: Deutscher Alpenverein (DAV) Königsberg, 1.628
Höhenmeter (Hm), Berchtesgadener Alpen, Pflanzenanlage;
• Neue Fürther Hütte: DAV Fürth, 2.201 Hm, Venedigergruppe,
Tropkörper;
• Richterhütte: DAV Bergfreunde Rheydt, 2.367 Hm, Zillertaler
Alpen, Grobstoffabscheidung;
• Niedersachsenhaus: DAV Hannover, 2.472 Hm, Goldberggruppe,
Ableitungskanal;
• Märchenkar Hütte: Naturfreunde, 1.850 Hm, Goldberggruppe,
Ableitungskanal.

Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
mailto:[email protected]
http://www.salzburg.gv.at

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