Offensive für saubere Berge

Blachfellner: Ausbau der Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen im Hochgebirge

Salzburg (OTS) - Reines Wasser, gute Luft, saubere Hütten und
Almen entstehen aber nicht von allein. "Die 'alpine Toilette' braucht ganz andere Qualitätsstandards für die Entsorgung der Abwässer, als dies im Tal erforderlich ist. Die Ver- und Entsorgung einer Hütte (Wasser, Abwasser, Energie, Abfall) muss aufgrund der Exponiertheit der Lage unter besonders erschwerten Rahmen-dingungen erfolgen, unter anderem muss die Technik dazu an die Gegebenheiten an Ort und Stelle angepasst werden. Elektrische Energie steht teilweise gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung, es fehlt an Zufahrtsmöglichkeiten für Wartungs- und Entsorgungsfahrzeuge, die niedrigen Temperaturen erschweren den Klärprozess", erläuterte Landesrat Walter Blachfellner, ressortzuständig für die Siedlungswasserwirtschaft, heute, Montag, 14. Mai.

Das Land werde auch weiterhin so wie bisher die Errichtung beziehungsweise die technische Verbesserung von Abwasseranlagen im alpinen Raum finanziell unterstützen, "der Natur und Umwelt zuliebe, für die Menschen und nicht zuletzt auch für die Tourismuswirtschaft. Die Gäste, die nach Salzburg kommen, wollen schließlich saubere Jausenstationen in den Bergen vorfinden", so Blachfellner. Während 96 Prozent der Haushalte im Land Salzburg an ein Kanalnetz angeschlossen sind, gibt es in alpinen Einzellagen noch einen Investitionsbedarf für Einzelkläranlagen. "Hütten, die noch keine entsprechende Abwasserbeseitigung haben, sollen in Abstimmung mit der Wasserrechtsbehörde eine vollbiologische Anlage errichten", sagte Blachfellner. Derzeit befinden sich die Kläranlagen des Heinrich-Schwaiger-Hauses (Kaprun), der Bad Gasteiner Hütte (Bad Hofgastein) und der Passauer Hütte (Leoganger Steinberge) in der Planungsphase. Besonders interessant ist das Kläranlagenprojekt für das Purtschellerhaus, das durch die Staatsgrenze zu Deutschland geteilt wird. In vorbildlicher Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden wird das Projekt realisiert.

Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung bei Alpinobjekten wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. "Gerade in Hochlagen macht sich der Rückgang der Gletscher und der Schneefelder, die die Trinkwasserspender der Hütten sind, stark bemerkbar", zeigte sich Blachfellner besorgt. Zur Errichtung von Abwasserbeseitigungsanlagen für Berg- und Schutzhütten steuert das Land heuer allein rund 300.000 Euro bei, in die Wasserversorgung fließen vom Land weitere 90.000 Euro.

Derzeit werden 22 Objekte von Alpinen Vereinen im Land Salzburg durch eine vollbiologische Kläranlage entsorgt, an einen Ableitungskanal angeschlossen sind acht Schutzhütten. Hütten nur mit Grobstoffentfernung (mechanische Kläranlagen) gibt es derzeit zehn. Darüber hinaus gibt es noch eine größere Anzahl von Häusern wie Jausenstationen und Gasthäusern in den Gebirgstälern, die noch eine zeitgemäße Abwasserentsorgung brauchen.

Es wurden jedoch in den vergangenen Jahren im Bundesland Salzburg schon zahlreiche Kläranlagen, die mit Landes- und Bundesgeldern gefördert wurden, von den alpinen Vereinen im Gebirge errichtet. Jede dieser Anlagen sei ein auf die jeweiligen Bedürfnisse, wie Art der Hütte, Umfeld, Wasserversorgung und Geologie abgestimmtes System, betonte Blachfellner. In den vergangenen beiden Jahren waren es folgende Objekte:
• Ostpreußenhütte: Deutscher Alpenverein (DAV) Königsberg, 1.628 Höhenmeter (Hm), Berchtesgadener Alpen, Pflanzenanlage;
• Neue Fürther Hütte: DAV Fürth, 2.201 Hm, Venedigergruppe, Tropkörper;
• Richterhütte: DAV Bergfreunde Rheydt, 2.367 Hm, Zillertaler Alpen, Grobstoffabscheidung;
• Niedersachsenhaus: DAV Hannover, 2.472 Hm, Goldberggruppe, Ableitungskanal;
• Märchenkar Hütte: Naturfreunde, 1.850 Hm, Goldberggruppe, Ableitungskanal.

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