- 09.05.2007, 13:00:00
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Rotes Kreuz begrüßt Migrations- und Integrationsmodell der Industriellenvereinigung
Präsident Fredy Mayer: "Gemeinsame Lebensräume schaffen - ohne Qualifikationsraubbau"
Wien (Rotes Kreuz) - "Wir begrüßen, dass sich eine der
einflussreichsten gesellschaftspolitischen Kräfte Österreichs auf so
umfassende Weise der Themen Migration und Integration annimmt",
erklärt der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Fredy
Mayer, heute anlässlich der Präsentation des Positionspapiers
"Gemeinsame Lebensräume schaffen" der Industriellenvereinigung.
Auch vor dem Hintergrund der laufenden Pflege-Diskussion hob Mayer
hervor, dass eine rasche Aufhebung der Übergangsbestimmungen mit den
neuen EU-Mitgliedsstaaten "mehr Vorteile als Risiken" biete. Im Sinne
eines Europas der Chancengleichheit sei allerdings darauf zu achten,
"dass es dabei zu keinem Qualifikationsraubbau in anderen Regionen
der Gemeinschaft kommt."
In diesem Zusammenhang begrüßt das Rote Kreuz auch den Schwerpunkt
des Positionspapiers, die Rahmenbedingungen für Menschen mit
Migrationshintergrund zu verbessern, die bereits im Land leben. "Das
gilt vor allem für Bildung und Qualifikation", so der
Rotkreuz-Präsident. "Bildung ist der Schlüssel zu allem, auch zu
gelungener Integration und zu Partizipation auf dem Arbeitsmarkt, in
der Gesellschaft, in der Politik." Er unterstütze daher besonders die
Forderung nach muttersprachlichem Förderunterricht, sagte Mayer. "Wer
seine Muttersprache gut beherrscht, lernt auch leichter deutsch.
Auch, wenn neuerdings einige das Gegenteil behaupten", spielt der
Rotkreuz-Präsident auf die bundesdeutsche Debatte um den Soziologen
Hartmut Esser an.
Die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund in die
Umsetzung des von der Industriellenvereinigung vorgeschlagenen
Gesamtpaketes "Migration und Integration" sei schon deshalb
notwendig, "weil diese Menschen Rollenvorbilder mit hoher
Glaubwürdigkeit für alle anderen Migrantinnen und Migranten sind".
Das Rote Kreuz stehe auch voll hinter dem Vorschlag der Einrichtung
eines Migrations- und Integrationsrates, der sich mit der Konzeption
einer zeitgemäßen Migrations- und Integrationspolitik beschäftigen
soll. Ein solches Gremium ist bereits im aktuellen Regierungspakt
vorgesehen - allerdings ohne die Hilfsorganisationen. "Eine solche
Plattform darf aber auf keinen Fall ohne die Vertreter der
Wohlfahrtsorganisationen stattfinden", fordert der
Rotkreuz-Präsident.
Rückfragehinweis:
ÖRK-Pressestelle Mag. Bernhard Jany Tel: 01/58 900-151 Mobil: 0664/264 76 02 mailto:[email protected] www.roteskreuz.at
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