Rotes Kreuz begrüßt Migrations- und Integrationsmodell der Industriellenvereinigung

Präsident Fredy Mayer: "Gemeinsame Lebensräume schaffen - ohne Qualifikationsraubbau"

Wien (Rotes Kreuz) - "Wir begrüßen, dass sich eine der einflussreichsten gesellschaftspolitischen Kräfte Österreichs auf so umfassende Weise der Themen Migration und Integration annimmt", erklärt der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Fredy Mayer, heute anlässlich der Präsentation des Positionspapiers "Gemeinsame Lebensräume schaffen" der Industriellenvereinigung.

Auch vor dem Hintergrund der laufenden Pflege-Diskussion hob Mayer hervor, dass eine rasche Aufhebung der Übergangsbestimmungen mit den neuen EU-Mitgliedsstaaten "mehr Vorteile als Risiken" biete. Im Sinne eines Europas der Chancengleichheit sei allerdings darauf zu achten, "dass es dabei zu keinem Qualifikationsraubbau in anderen Regionen der Gemeinschaft kommt."

In diesem Zusammenhang begrüßt das Rote Kreuz auch den Schwerpunkt des Positionspapiers, die Rahmenbedingungen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, die bereits im Land leben. "Das gilt vor allem für Bildung und Qualifikation", so der Rotkreuz-Präsident. "Bildung ist der Schlüssel zu allem, auch zu gelungener Integration und zu Partizipation auf dem Arbeitsmarkt, in der Gesellschaft, in der Politik." Er unterstütze daher besonders die Forderung nach muttersprachlichem Förderunterricht, sagte Mayer. "Wer seine Muttersprache gut beherrscht, lernt auch leichter deutsch. Auch, wenn neuerdings einige das Gegenteil behaupten", spielt der Rotkreuz-Präsident auf die bundesdeutsche Debatte um den Soziologen Hartmut Esser an.

Die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund in die Umsetzung des von der Industriellenvereinigung vorgeschlagenen Gesamtpaketes "Migration und Integration" sei schon deshalb notwendig, "weil diese Menschen Rollenvorbilder mit hoher Glaubwürdigkeit für alle anderen Migrantinnen und Migranten sind".

Das Rote Kreuz stehe auch voll hinter dem Vorschlag der Einrichtung eines Migrations- und Integrationsrates, der sich mit der Konzeption einer zeitgemäßen Migrations- und Integrationspolitik beschäftigen soll. Ein solches Gremium ist bereits im aktuellen Regierungspakt vorgesehen - allerdings ohne die Hilfsorganisationen. "Eine solche Plattform darf aber auf keinen Fall ohne die Vertreter der Wohlfahrtsorganisationen stattfinden", fordert der Rotkreuz-Präsident.

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