Dachgleiche für Mustersiedlung Hadersdorf

Wien (OTS) - Ein mustergültiges Projekt für ein neues Siedlungsmodell feierte heute, Mittwoch, seine Dachgleiche: Unter dem Namen "9=12 neues Wohnen in Wien" wurde - unter der Leitung von Arch. Prof. Adolf Krischanitz - ein wegweisendes Konzept für eine Wohnhausanlage im städtischen Umland entwickelt. Ziel dabei war es, auf einem relativ kleinen Grundstück in der Größe von 7.800 Quadratmetern - mit einer entsprechenden Verdichtung der Bebauung -Wohnformen zu verwirklichen, die ein Maximum an individuellen Freiräumen zur Verfügung stellen.

Die Mustersiedlung Hadersdorf, die aus diesem Konzept hervorgegangen ist, ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Neun bekannte Architekten aus drei Ländern zeichnen für die Gestaltung der zehn Mehrgeschosshäuser im Villenstil verantwortlich. Jedes der Häuser, die drei bis sechs Wohnungen beherbergen, hat einen einzigartigen Charakter. Durch eine enge Zusammenarbeit mit führenden Industrieunternehmen gelang es zudem, auch im Bereich der Bautechnologie und beim Einsatz von Baustoffen innovative Wege zu gehen. Die Stadt Wien unterstützte das Vorzeigeprojekt, dessen Gesamtbaukosten sich auf rund 6,7 Mio. Euro belaufen, mit 2,5 Mio. Euro aus Fördermitteln.****

"Wohnen im Einfamilienhaus steht auf der Wunschliste vieler Wienerinnen und Wiener ganz oben. Die Mustersiedlung Hadersdorf erfüllt diesen Wunsch, obwohl das Grundstück verdichtet bebaut wurde. '9=12 neues Wohnen in Wien' ist damit ein richtungsweisendes Beispiel, wie man Wohnhausanlagen am Stadtrand so attraktiv und individuell wie Einfamilienhäuser gestalten und dennoch eine Zersiedelung des Gebietes vermeiden kann", betont Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. "Hohe Wohnzufriedenheit", so Ludwig weiter," beruht zu einem wesentlichen Anteil auf einer Architektur, die den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. Den Architektinnen und Architekten stellt sich aber auch die Aufgabe, das Bauland stadtplanerisch sinnvoll zu nutzen und - speziell im geförderten Wohnbau - ökonomische und ökologische Vorgaben einzuhalten. Eine spannende Herausforderung, die bei der Mustersiedlung Hadersdorf hervorragend gemeistert wurde."

"'9=12' stellt nicht nur eine kreative architektonische Bereicherung für unseren Bezirk dar, sondern die Wohnhausanlage ist auch ein herausragendes Beispiel für ein neues Siedlungsmodell, das Ökonomie mit hoher Wohnqualität verbindet", so Bezirksvorsteher-Stellvertreter Robert Pschirer.

Neues Wohnen in Wien - eine Idee wird Realität

Vor einigen Jahren wurde von Architekt Adolf Krischanitz und einer Projektgruppe aus der Wirtschaft ein außergewöhnliches Vorhaben diskutiert: Am Stadtrand von Wien sollte eine Mustersiedlung entstehen, die ein wegweisendes Modell für dichtere - aber dennoch frei stehende - Wohnformen werden sollte. Das Projekt "9=12 Neues Wohnen in Wien" (9 Architekten, ursprünglich waren 12 Häuser geplant) nahm bald realistischere Formen an. Adolf Krischanitz und sein Team entwickelten den Masterplan für eine neue Siedlungsform, in der Mehrgeschosshäuser mit drei bis sechs Wohnungen das Wohngefühl in einem Einfamilienhaus vermitteln sollten.

Neun bekannte Architekten aus Österreich (Hermann Czech, Heinz Tesar und Adolf Krischanitz), der Schweiz (Peter Märkli, Roger Diener und Marcus Meili/Markus Peter) und Deutschland (Hans Kollhoff, der inzwischen verstorbene Otto Steidle und Max Dudler) begannen einen Planungsprozess, bei dem das Thema Siedlungswohnbau experimentell architektonisch neu bewertet werden sollte.

Eine weitere Besonderheit des Projekts war die unterstützende Mitarbeit von Industrieunternehmen, die damit in einen gemeinsamen qualitativen Lernprozess mit den Architekten eingetreten sind. Im Mittelpunkt stand dabei, innovative Einsatzmöglichkeiten von Beton sowie von modernen Schalungs- und Fertigteiltechniken zu entwickeln und zu realisieren. So sollte "9=12 Neues Wohnen in Wien" auch ein Beispiel dafür werden, wie hervorragend sich eingefärbter und selbstverdichtetender Beton - aber auch Leichtbeton - im zweigeschossigen Wohnbau einsetzen lassen.

Geschosswohnbau mit Villenflair

Die zehn Mehrgeschosswohnhäuser im Stil von Villen sind alle unterschiedlich gestaltet und tragen die Handschrift des jeweiligen Architekten. Insgesamt stehen 42 Wohnungen - mehrheitlich in den Größen zwischen 82 und 130 Quadratmetern - zur Verfügung. Die meisten Wohnungen haben private Freiräume wie Loggien, Balkone oder Terrassen. Die Siedlung zeichnet sich aber auch durch ein großzügiges, bauplatzübergreifendes Grünraumkonzept aus, das der örtlichen Natur angepasst ist. Alle Bewohnerinnen und Bewohner können einen Gemeinschaftsraum (Kinderspielraum) und einen Gemeinschaftsgarten nutzen. Ein Fahrrad- und ein Kinderwagenraum sowie die Tiefgarage runden das Angebot ab.

Die Mustersiedlung ist in der Nähe des Ortskerns von Hadersdorf und der Linzer Straße angesiedelt. Regionale Buslinien fahren zum Verkehrsknotenpunkt Wien-Hütteldorf/S3/S45/U4 und zur Straßenbahnlinie 49. Ganz in der Nähe befindet sich auch die S50/Hadersdorf-Weidlingau. Ebenfalls nicht weit entfernt:
Lebensmittelmärkte, Ärzte, Apotheken, Volksschule, Hauptschule und Kindergärten. Das Erholungsgebiet Wienerwald und der Lainzer Tiergarten sind beinahe vor der Haustür und das Waldbad Penzing lockt mit Badespaß im Sommer und im Winter.

Kosten: Für die geförderten Mietwohnungen (mit Eigentumsoption) betragen die Eigenmittel rund 488 Euro/m2, die monatlichen Kosten liegen bei rund 6 Euro/m2. Die Stadt Wien hat den Bau der Mustersiedlung Hadersdorf mit 2,5 Mio. Euro gefördert. Bauträger ist die ÖSG Stadtentwicklungs- & Wohnbaumanagement GmbH
Spatenstich war im April 2005 - die geplante Fertigstellung ist im Herbst 2007.

o Nähere Informationen: Wohnservice Wien Tel.: 245 03-100 Internet: www.wohnservice-wien.at/ ÖSG Stadtentwicklungs- & Wohnbaumanagement GmbH Tel.: 524 03 40, Internet: www.gsgwohnen.at/

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