"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Milliarden-Poker" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 07.05.2007

Wien (OTS) - Rund um den Kauf neuer Abfangjäger geht es jetzt ums Ganze: Alles oder nichts, lautet neuerdings die Devise des Eurofighter-Konzerns.
Verteidigungsminister Norbert Darabos wollte Österreich durch Verhandlungen über eine Reduktion der Stückzahl Geld ersparen. Der Waffenkonzern versucht nun, den SPÖ-Minister durch Unterbrechung der Verhandlungen unter Druck zu setzen.
Ein Totalausstieg aus dem gültigen Vertrag wäre wegen des drohenden Rechtsstreits finanziell riskant und ist zudem politisch umstritten:
Die ÖVP steht ja nach wie vor fest zum Eurofighter-Kauf.
Wer bei diesem Milliardenpoker schlussendlich die besseren Karten haben wird, ist noch völlig unklar. Am sinnvollsten wäre es, würden SPÖ und ÖVP ausnahmsweise an einem Strang ziehen und sich auf das Ziel einigen, nur zwölf statt 18 Eurofighter zu kaufen.
Dann müsste der Konzern seinerseits Farbe bekennen. Derzeit kann Eurofighter erfolgreich die Koalitionspartner gegeneinander ausspielen. Gewinner sind die "Grünen" mit ihrer ebenso populären wie unrealistischen Forderung nach einem Totalausstieg; Verlierer sind die österreichischen Steuerzahler.

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