Große Mehrheit der Österreicher für lückenloses Importverbot von Hunde- und Katzenfellen

Infratest-Umfrage unterstützt VIER PFOTEN-Kampagne in der EU

Brüssel/Wien (OTS) - 76 Prozent der österreichischen Bürger sprechen sich für ein striktes Importverbot für alle Hunde- und Katzenfelle aus - 88 Prozent für eine umfassende Kenzeichnung aller Pelzprodukte. Das ist das Ergebnis einer Gallup-Umfrage im Auftrag von VIER PFOTEN vom April 2007. Damit unterstützt eine deutliche Mehrheit der Österreicher die Forderung der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN nach einer wirksamen Regelung gegen den Handel mit Hunde-und Katzenfellen in der Europäischen Union.
Mit einer internationalen Kampagne in sechs EU-Mitgliedsstaaten setzt sich VIER PFOTEN für die Streichung einer Ausnahmeregelung ein. Die Gesetzeslücke besagt, dass Hunde- und Katzenfelle weiterhin in die EU eingeführt werden dürfen, wenn sie nicht von Pelzfarmen stammen. "Acht von zehn Österreichern sind der Meinung, dass der Handel mit diesen Fellen ohne Ausnahmen verboten werden muss. Wir fordern den amtierenden EU-Ratspräsidenten Bundesminister Horst Seehofer auf, dieses Votum anzunehmen und sich in der Europäischen Union für ein lückenloses Importverbot einzusetzen", erklärt VIER PFOTEN Kampagnenleiter Iring Süss.

Bislang haben sich mehr als 20.000 Menschen an einer vor drei Wochen gestarteten Online-Aktion beteiligt und per E-Mail 120.000 Appelle an die zuständigen Agrarminister in sechs europäischen Staaten mit VIER PFOTEN Präsenz gesendet. Die internationale Kampagne zeigt in Österreich einen ersten Erfolg: Josef Pröll, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, hat VIER PFOTEN vergangene Woche seine Unterstützung für ein lückenloses Importverbot zugesichert. Nun erwartet VIER PFOTEN von seinem deutschen Amtskollegen Horst Seehofer Unterstützung für ein Handelsverbot ohne Ausnahmen.

Im Schreiben des Ministeriums an VIER PFOTEN Österreich heißt es wörtlich: "Stellvertretend für die Antwortschreiben an mehr als 11.000 Tierschützer darf ich Ihnen im Namen von Bundesminister Josef Pröll mitteilen, dass wir ihr Anliegen vollinhaltlich unterstützen, wonach jegliche Möglichkeit für die Umgehung des Verbots der Katzen-und Hundefellproduktion bzw. dessen Handel unterbunden werden muss." Weiters heißt es: "Wir werden uns weiterhin in allen zukünftigen Diskussionen im Sinne des Tierschutzes und des Konsumentenschutzes für unser gemeinsames Anliegen einsetzen."

Am 12. April 2007 hatten die zuständigen Ausschüsse des Europäischen Parlaments für ein vollständiges Handelsverbot gestimmt und damit den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Ausnahmeregelungen eine klare Absage erteilt. "Jetzt ist der Ministerrat der EU gefordert, alle Schlupflöcher im derzeitigen Verordnungsvorschlag zu schließen", sagt Iring Süss.

Darüber hinaus fordert VIER PFOTEN eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für alle Pelzprodukte. Klare Angaben zu Tierart, Herkunft und Haltungsbedingungen sind unentbehrlich, damit Europas Verbraucherinnen und Verbraucher nach Tierschutzkriterien entscheiden können. VIER PFOTEN Campaigner Iring Süss weist darauf hin, dass "viele Pelzprodukte dann in den Regalen liegen bleiben würden." Auch in diesem Punkt gibt die Meinungsumfrage VIER PFOTEN Recht. 88 Prozent der österreichischen Bürger unterstützen die Forderung nach einer umfassenden Kennzeichnung aller Pelzprodukte.

Zwei Millionen Hunde und Katzen lassen jedes Jahr in Asien für Pelzprodukte ihr Leben. Viele Tiere werden speziell für die Pelzindustrie gezüchtet, andere einfach auf den Straßen eingefangen. Auch Felle von Hunden, die im asiatischen Raum in der Nahrungsmittelkette landen, können in den internationalen Handel gelangen. Die Tiere leiden unter schrecklichen Haltungsbedingungen in kleinsten Drahtverschlägen und äußerst grausamen Tötungsmethoden. Zum Teil wird ihnen bei lebendigem Leib der Pelz abgezogen. Als Pelzbesatz, Dekorations-Artikel oder Spielzeug gelangen diese Felle nach Europa, das als wichtigster Absatzmarkt gilt.

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