20 Jahre "Hallo Auto": AUVA Landesstelle Wien und ÖAMTC feiern erfolgreiche Verkehrserziehung für Volksschüler

Wien (OTS) - Rund eine halbe Million burgenländische, niederösterreichische und Wiener Volksschüler der 3. und 4. Klasse haben seit 1986 gelernt, wie lange der Anhalteweg eines Autos wirklich sein kann und wie sich vor allem die Reaktionszeit und die Geschwindigkeit eines Autos auf das Stehen bleiben auswirken. Beim Jubiläum am 2. Mai waren 27 Kinder der 3. Klasse Volksschule Mengergasse 33, Wien 21, an der Reihe mit Schätzen und Staunen.

"Die Verkehrserziehung fängt schon beim Kleinkind an, das das Verhalten der Eltern übernimmt. Eltern sind deshalb Erzieher und Vorbilder für die Kinder. Die AUVA Landesstelle Wien setzt mit ihren Aktionen altersgerecht gestaffelt mit dem ersten Schultag an. Die AUVA-Aktionen erfassen jedes sechste Volksschul- beziehungsweise jedes zwanzigste Schulkind in Burgenland, Niederösterreich und Wien bis zum Eintritt ins Arbeitsleben. Rund 22.000 Kinder pro Jahr machen in diesen drei Bundesländern bei "Hallo Auto" mit, und wir unterstützen die Aktion mit rund 7 Euro pro Schüler. Eine gute Investition, wie übrigens jeder Euro, der in die Unfallverhütung bei Schulkindern sowie in die Steigerung des Sicherheitsbewusstseins geht, da sie die Arbeitskräfte der Zukunft sind.", sagt Dir. Ing. Johann Kaiser, Leiter der AUVA-Landesstelle Wien, anlässlich der Jubiläumsveranstaltung "20 Jahre Hallo Auto" am 2. Mai in Wien 21, Shuttleworthstraße. Er dankte dem Moderatoren-Team von Test & Training vom ÖAMTC-Zentrum in Teesdorf, den Lehrerinnen und Lehrern und den Schulverantwortlichen für ihr Engagement.

Die große Nachfrage und die positiven Reaktionen der Volksschüler machen "Hallo Auto" zur erfolgreichsten Aktion des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien. Seit dem Aktionsstart im Jahr 1986 konnten rund 500.000 Kinder Bremswege einschätzen und ihre Einschätzung mit einem Bremsmanöver in einem speziell dafür präparierten Auto selbst überprüfen. Knapp 50 Prozent der Schüler kamen aus Niederösterreich, rund 30 Prozent aus Wien und 20 Prozent aus dem Burgenland. Insgesamt hat die AUVA-Landesstelle Wien rund 3,3 Millionen Euro für "Hallo Auto" aufgewendet; für das laufende Jahr werden es rund 170.000 Euro sein. Insgesamt fließen derzeit rund 450.000 Euro jedes Jahr in die Schulprävention, zum Großteil in die Verhütung von Verkehrsunfällen.

Die AUVA hat zur Vorbereitung auf "Hallo Auto" ein neues 12-minütiges Video hergestellt, das auch als DVD erhältlich ist. Darin dokumentieren Schüler aus einer Tullner Volksschule die Aktion mit professionellem Equipment, Kommentar und Witz.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, AUVA, ist seit dem Jahre 1977 mit der Durchführung der sozialen Unfallversicherung von Schülern und Studenten beauftragt, zu der auch die Unfallverhütung gehört. Der ÖAMTC zählt zu den ersten Partnern der AUVA in der Verkehrserziehung von Schülern. Gemeinsam mit dem ÖAMTC laufen mehrere Programme, die Kinder für das Verhalten anderer, weit stärkerer Verkehrsteilnehmer sensibilisieren. Dies sind nach Schulstufe geordnet: "Blick und Klick" "Hallo Auto", und "Top Rider".

Dazu kommen Aktionen mit anderen Partnern wie Puppomobil, "Sicherer Radfahrer", oder "Nimm Dir Zeit für meine Sicherheit" (vormals "Apfel & Zitrone").

Weiters hat der Unfallverhütungsdienst der AUVA-Landesstelle Wien eigene Sicherheitsaktionen ins Leben gerufen, die weit über die Verkehrserziehung hinausreichen, wie zum Beispiel:
- Projekt "Sicherer Schulweg": Alle Wiener Volksschulen sollen mit aktuellen Schulwegplänen mit Gefahrenstellen und Verhaltenstipps ausgestattet werden - derzeit sind es bereits 60 Prozent.
- Die Aktion "Sichere Hauptschule in Niederösterreich" nützte eine Internetplattform, um die Jugendlichen zu "Safety Checkern" auszubilden.
- Projekt "Jugend-Sicherheit-Zukunft": Zwei Schulzweige des Berufsschulzentrums in Wien-Hütteldorf beantworten in Projekten die wichtige Frage "Wie müsste das Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gestaltet sein, damit sich Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer damit auseinandersetzen?"

Rund zehn Aktionen erfassen lückenlos alle Altersklassen vom Schulanfänger in der Volksschule über zweiradbegeisterte Haupt- und Mittelschüler bis zu Schülern berufsbildender Schulen. Darüber hinaus stehen Experten und Psychologen des Unfallverhütungsdienstes jederzeit zur Verfügung.

20 Jahre "Hallo Auto" im Spiegel der AUVA-Statistik

Die AUVA erfasst seit dem Schuljahr 1989/90 alle Unfälle, die am Schulweg, während des Unterrichts und bei Schulveranstaltungen passieren als Schülerunfälle, und setzt mit der Prävention in der 1. Klasse Volksschule an. Die schwersten Unfälle passieren im Verkehr, die meisten im Sport.

Die Unfallrate zeigt an, wie viele Schülerunfälle sich pro Tausend Schulkinder laut AUVA-Statistik ereignen. Während die Unfallrate für Volksschüler in Niederösterreich und Burgenland seit dem Schuljahr 1989/90 mit 24 bzw 25 (NÖ 2005/2006) gleich geblieben ist, hat sie sich für Wiener Volksschüler von 38 auf 44 erhöht. Die niedrigste Unfallrate (16) ist vor zehn Jahren im Schuljahr 1997/98 im Burgenland zu verzeichnen. Im Vergleich mit anderen Schultypen leben Volksschüler in Niederösterreich und Burgenland am sichersten. Wien ist auch hier anders: hier schneiden seit 1995/96 die berufsbildenden Schulen am besten ab; der aktuelle Wert lautet 36.

Unfallraten Schüler im Vergleich 1989/90 mit 2005/2006

Schuljahr alle Burgenland Volksschule Hauptschule AHS BS Schulen 1989/90 24 98 99 52 63 2005/06 24 65 46 28 42 Niederösterreich Volksschule Hauptschule AHS BS alle 1989/90 24 98 83 56 60 2005/06 25 72 49 37 44 Wien Volksschule Hauptschule AHS BS alle 1989/90 38 131 92 45 72 2005/06 44 100 76 36 65 Landesstelle Wien Volksschule Hauptschule AHS BS alle 1989/90 30 108 90 51 66 2005/06 34 82 65 36 53 Österreich Volksschule Hauptschule AHS BS alle 1989/90 26 92 81 47 57 2005/06 31 78 62 35 51

Im abgelaufenen Schuljahr hat Burgenland mit einer Unfallrate von 42 das beste Ergebnis, gefolgt von Niederösterreich (44 Unfälle pro Tausend Schüler) und Wien mit 65. Die Vergleichsziffern 1989/90 lauten: 60 Niederösterreich, 63 Burgenland und 72 Wien. Für ganz Österreich steht eine Unfallrate von 57 (1989/90) einer aktuellen von 51 gegenüber.

Nimmt man die Verkehrsunfälle heraus, ergibt sich folgendes Bild:
Generell sind die Verletzungen deutlich schwerer als bei den anderen Schülerunfällen. In Wien, Niederösterreich und Burgenland werden Volksschüler weniger oft in Verkehrsunfälle verwickelt als alle älteren Schüler. Das beste Ergebnis verzeichnet das Burgenland im Jahr 2004/2005 mit keinem Verkehrsunfall am Schulweg für Volks- und Hauptschüler.

Unfallraten Schüler - Verkehr

Schuljahr alle Burgenland Volksschule Hauptschule AHS BS Schulen 1989/90 0,2 1,5 1,6 0,9 0,9 2005/06 0,2 0,1 0,7 0,1 0,2 Niederösterreich Volksschule Hauptschule AHS BS alle 1989/90 0,5 2,1 2,4 1,8 1,4 2005/06 0,1 0,4 0,7 0,8 0,4 Wien Volksschule Hauptschule AHS BS alle 1989/90 0,6 1,6 1,5 1,6 1,2 2005/06 0,4 1,1 0,8 0,8 0,7 Österreich Volksschule Hauptschule AHS BS alle 1989/90 0,6 1,9 2,4 1,7 1,4 2005/06 0,3 1,0 1,1 1,0 0,8

Die in der AUVA-Landesstelle Wien vereinten Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland weisen im Verkehrsbereich leicht bessere Werte auf, als die österreichische Schüler-Unfallrate. Betrachtet man alle Schülerunfälle hat sich die Landesstelle Wien von einer Unfallrate von 66 im Jahr 1989/90 auf 53 im Jahr 2005/2006 verbessert.

Die AUVA-Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter www.auva.at/wien.

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Gabriela Würth, GWK,
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