• 30.04.2007, 16:01:00
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"KURIER"-Kommentar von Andreas Schnauder: "Abwärtspotenzial"

Auch ohne Bawag-Skandal kommt die Gewerkschaft nicht aus dem Tief.

Wien (OTS) - Der heutige 1. Mai wird weniger Dramatik bringen als
der Feiertag vor einem Jahr. Da trafen sich Regierungsmitglieder und
hochrangige Banker mit Gewerkschaftsbossen, um ein Auffangnetz für
die abstürzende Bawag zu knüpfen. Trotz Karibik-Abenteuer und
Wall-Street-Debakel der Noch-Gewerkschaftsbank ist der ÖGB dank
lukrativen Verkaufs des Geldinstituts an eine sonst so verteufelte
Heuschrecke finanziell mit einem blauen Auge davongekommen. Doch
erholt hat er sich trotzdem nicht. Da mag heute noch so inbrünstig
das Lied der Arbeit angestimmt werden.
Der Verfall hat einerseits mit den internen Querelen zu tun.
Geldsorgen und Mitgliederschwund haben die Träume von einer
Renaissance der Zeiten, als der ÖGB noch Nebenregierung spielte,
platzen lassen. Und das ausgerechnet in der sonst für die
Sozialpartner so fruchtbaren Phase einer Großen Koalition. Die
Ermattung der Arbeiterbewegung wird zudem vom mangelnden Charisma
ihrer Anführer verstärkt, die gegen die neuen Gesichter in der roten
Regierungsmannschaft erblassen. Und bei Kanzler Gusenbauer sind
Hundstorfer & Co. sowieso abgemeldet. Wer hätte gedacht, dass die
Gewerkschaft nach dem Bawag-Fiasko noch Abwärtspotenzial hat?

Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
[email protected]
www.kurier.at

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