Hausbetreuungsgesetz - für alle?

Wien (OTS) - Im neuen Hausbetreuungsgesetz wurde festgehalten,
dass es demente Menschen gibt, die Pflegegeld der Stufe 1 oder 2 erhalten und trotzdem (!) eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen. Das ist eine wesentliche Feststellung und wir danken jenen hilfreichen Menschen dafür, die wenigstens schon diesen Tatbestand wahrgenommen und festgeschrieben haben. Nur - mit diesem Gesetz konnte man den dementen Menschen in den unteren Pflegegeldstufen nicht wirklich helfen; denn diese Gruppe bekommt keine Unterstützung. Im Gegenteil! - sie zahlt kräftig drauf (oder wartet auf die Anzeige eines rechtsbeflissenen lieben Nachbarn).

Es ist uns bewusst, dass diese 24-Stunden-Betreuung von Demenzkranken nicht mit der eines Schwerstbehinderten vergleichbar ist, aber sie ist extrem zeitintensiv und nervenaufreibend. Pflegende Angehörige erbringen den größten Teil der Pflege gratis und tun dies gern, solange sie nicht an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen. Diese sind aber ohne Entlastung von außen rasch erreicht. Die 24-Stunden-Pflege mit ausländischen Pflegekräften war für manche Familien ein guter Notbehelf, da es in Österreich nichts Vergleichbares gibt.

Mit diesem Hausbetreuungsgesetz wurde für pflegende Angehörige leider keine ausreichende Lösung gefunden. Hohe Pflegegeldstufe mit finanzieller Unterstützung ist ein großer Unterschied zu niedriger Pflegegeldstufe ohne diese Zuzahlung.

Zufrieden sein dürfen aber die Arbeitsrechtler in diesem Land und die Trägerorganisationen, allerdings tragen beide nun wirklich nicht die Hauptlast der Pflege.

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